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Surf Basics

Zehn Tipps zum Überleben in kaltem Wasser

Header-Foto: Johannes Hohls / Unsplash

Der Winter kommt, gar keine Frage – und somit gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man verdrückt sich in den Süden in wärmere Gefilde, was sich momentan recht schwierig gestaltet, oder man bereitet sich auf den Sprung ins kalte Wasser vor.

Hier haben wir euch zehn Tipps für die kalten Tage zusammengestellt und natürlich freuen wir uns über ergänzenden Input von Euch.
Los geht’s:

1) Richtige Planung

Da bei kalten Temperaturen die Zeit im Wasser sehr begrenzt ist, sollte man versuchen, den besten Zeitpunkt für die Session abzupassen. Vielleicht lieber einmal mehr die Vorhersage über Wind und Wetter begutachten und vor allem die richtige Tide checken. Es mag manchmal schwer fallen, nicht direkt ins Wasser zu springen, wenn es Wellen gibt, aber manchmal lohnt es sich umso mehr, eine Weile zu warten.

Foto: Tim Marshall / Unsplash

2) Frühzeitigen Wärmeverlust vermeiden

Körperwärme ist essenziell und diese wollen wir so lange wie möglich halten. Je nach Möglichkeit zieht ihr euch am besten schon im Warmen um und packt euch mit einer dicken Jacke ein. Dann könnt ihr euch vorgewärmt in die Fluten stürzen. Alternativ bleibt die Option, sich im gut beheizten Auto umzuziehen. Vermeidet möglichst zu lange Spot-Checks. Und sollte es nicht anders gehen, hilft immer die richtige Kleidung und genügend Bewegung, denn kalt wird es später im Wasser noch schnell genug.

Foto: Daniel Bowman / Unsplash

3) Spare nicht am Wetsuit

Wetsuit ist nicht gleich Wetsuit. Jeder Hersteller verwendet andere Materialien, Zipper-Variationen und Neoprenstärken. Am besten informiert ihr euch beim Surfshop des Vertrauens über die verschiedenen Vorteile und probiert die Anzüge an, denn ein passender Neoprenanzug ist überlebenswichtig. Je nach Temperatur ist darauf zu achten, dass auch die Haube zum Anzug passt und kein Wasser in den Anzug sickert. Es gibt nichts Schlimmeres, als beim ersten Duck-Dive eine Ladung kaltes Wasser in den Anzug zu schöpfen. Seid nicht zu sparsam bei der Dicke des Wetsuits, denn die Materialien sind heutzutage so flexibel, dass es sich auch in den dicksten Wetsuits noch gut paddeln lässt. Einige Hersteller bieten sogar Heizwesten an, die zusätzlich für Wärme sorgen.

4) Die richtigen Handschuhe und Booties

Hier sprechen wir aus eigener Erfahrung, denn ein Winter-Norwegen-Trip mit 3mm-Booties ist die Hölle und minimiert die Session auf ca. zehn Minuten. Gleiches gilt für Handschuhe. Hier sollte man je nach Temperatur auf 5-7 mm Dicke setzen, denn insbesondere die Extremitäten kühlen unglaublich schnell aus – und so kann der Weg ins Wasser durch Schnee und Eis schon zum Vorhof zur Hölle werden. Bei den Handschuhen gibt es verschiedene Fingersysteme. Am besten probiert man die verschiedenen Varianten mal im Shop an. Paddeln und Take-Off mit dicken Handschuhen sind kein Vergnügen, aber immer noch besser als ohne Gefühl.

Foto: Katie Rodriguez / Unsplash

5) Nicht mit vollem Magen ins Wasser

Diese Regel haben wir als Kleinkinder im Freibad schon eingetrichtert bekommen. Bei Kaltwasser-Tagen ist dies jedoch ebenfalls extrem wichtig. Du willst alles Blut und jegliche Energie deines Körpers für deinen anstehenden Surf und nicht für die Verdauung des Hot Dogs an der letzten Wurst-Bude aufsparen. Natürlich sollte man genug gegessen haben und nicht hungrig ins Wasser springen. Aber ein gutes Frühstück, anreichert mit Vitaminen und Ballaststoffen sowie eine kurze Verdauungspause können Wunder bewirken. Ergänzend vielleicht noch ein kleiner Power- oder Schokoriegel vor dem Sprung ins Wasser, dann hat der Körper ausreichend Energie für eine erfolgreiche Session.

6) Heißes Wasser mitnehmen

Eine Thermoskanne kann im Winter der beste Freund werden. Einfach eine Ladung heißes Wasser mitnehmen und kurz vor der Session in den Anzug schütten. So lässt sich der erste kalte Schluck vermeiden, der beim Sprung ins Wasser eindringen wird. Mit dem warmen Wasser entsteht schon ein wohlig-warmes Gefühl im Mikrokosmos Wetsuit. Auch nach bzw. zwischen den Sessions ist ein Schluck warmes Wasser sehr zu empfehlen. Alternativ bietet sich natürlich auch Tee oder sonstige warme Flüssigkeit an. Vorsicht jedoch vor zu heißem Wasser……schon klar, oder?

7) Aufwärmen und warm halten

Wie schon bei Punkt zwei erwähnt, solltet ein ordentliches Aufwärmprogramm vor dem Sprung ins Wasser nicht ausgelassen werden. Hüpfen, Arme kreisen, am Strand joggen, oder was auch immer ihr für angemessen haltet. Das bringt den Kreislauf in Schwung und regt die Blutversorgung der Glieder an. Ähnliches gilt im Wasser. Nutzt die Pausen zwischen den Sets nicht nur um zu Sitzen und warten, sondern bewegt den Körper stetig. Paddelt etwas im Kreis, hoch und runter, egal… Hauptsache die Bewegung bleibt nicht aus. Wer ruht, der friert….

8) Frühzeitiges Gewöhnen an die zweite Haut

Bei diesem Punkt wollen wir nur vorwarnen, denn Surfen mit dickem Wetsuit, Haube, Handschuhen und Booties kann sehr beklemmend und ungewohnt sein. Die Geräuschkulisse ist eine ganz andere und der erste Duck-Dive in Komplettmontur kann durchaus panikeinflößend sein. Nach einer Gewöhnungsphase fühlt man sich jedoch meist recht wohlig in dem Neoprenkokon und der daraus resultierenden Wärme. Vorsicht ist jedoch geboten, denn man sieht und hört wesentlich schlechter. So kommt es gerne mal vor, dass man einem wütenden Local unbewusst reindroppt und es weder sieht noch hört. Also Augen und Ohren auf und lieber einmal mehr über die Schulter schauen, um unnötigen Stress zu vermeiden.

Foto: Brian Yurasits / Unsplash

9) Wasser lassen ist keine Option

Manche lieben es, viele verabscheuen es, wieder andere geben es einfach nicht zu. Das Pinkeln in den Wetsuit wird gerade in kühlem Wasser gerne als Aufwärmoption genutzt. Das mag auch stimmen, aber bitte nicht in den Winter-Wetsuit. Der heiße Urin erwärmt zwar kurzzeitig euren Anzug, aber er wird sich bis zum Ende eurer Session nicht wieder herauswaschen. Doch nicht nur die Heimfahrt mit dem beißenden Geruch könnte sich unangenehm gestalten, sondern auch das Neopren freut sich nicht über die ätzende Flüssigkeit. Diese zersetzt auf Dauer die verklebten Nähte und das Material. Am besten kurz davor nochmal austreten, dann gibt es keine Zwangspause mit unangenehmer Auszieh-Aktion.

10) Du bist kein Anfänger

Zu guter Letzt noch ein Hinweis zu den individuellen Surf-Skills. Wer es nicht gewöhnt ist, mit Winterausstattung zu surfen, wird sich am Anfang fast vorkommen wie ein blutiger Anfänger. Der Take-Off wird zum unerwarteten Balanceakt, die Turns erfordern höheren Kraftaufwand und auch der Style leidet massiv unter der eingeschränkten Bewegungsfreiheit. Keine Angst, in der Kälte gehen die Skills nicht verloren, sondern man muss sich erst an die Gegebenheiten gewöhnen. Nach ein wenig Praxis lernt man jedoch, damit umzugehen. Als kleiner Tipp: Wir empfehlen, ein etwas voluminöseres Board zu nehmen, denn weniger paddeln zahlt sich aus und es bleibt etwas mehr Zeit für den Take-Off.

Jetzt viel Spaß im kalten Nass!

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