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Flea


Picture perfekt
Picture perfekt

Im vierten Teil unserer „Picture Perfect“-Reihe mit dem Staff Photographer des amerikanischen „Surfer Magazine“ Patrick Trefz sprechen wir über Portraitfotografie. Wie Patrick dieses Portrait von Darryl „Flea“ Virostko knipste und was die Idee dahinter war, erfahrt ihr hier.

1. Die Entstehungsgeschichte

Darryl „Flea“ Virostko ist der King von Mavericks. Er hat den jährlichen Big Wave Event dort dreimal gewonnen, selbst Kelly Slater hatte nie eine Chance gegen ihn. Doch durch seinen Rock’n’Roll Lifestyle rutschte Flea in den vergangenen drei Jahren tief in den Drogensumpf ab. Das Ganze endete letzten Sommer in einer Entziehungsanstalt. Flea verschwand mit einem Schlag völlig von der Bildfläche. Gott sei Dank war er stark genug, den Entzug durchzuhalten. Seit September ist er wieder clean. Allerdings blecht man in Amerika für solche Aufenthalte privat, und da es Flea auch finanziell nicht gerade rosig ging, half ihm Jack O’Neill aus. Dieses Erlebnis hat Darryl wachgerüttelt. Um anderen zu helfen, denen es ähnlich geht, eröffnet er momentan eine eigene Drogenentziehungsanstalt für Surfer und andere Sportler. Er will ihnen eine lebensbejahende Möglichkeit bieten, aktiv von den Drogen wegzukommen. Jack O’Neill hat ein Haus gekauft, in dem die Anstalt eröffnet werden soll.

2. Idee

Joel Patterson, der neue Chefredakteur der „Surfer“, wollte daraufhin eine Story über Fleas Drogenzeit schreiben und gab mir den Auftrag, ein Portrait von Darryl zu schiessen. Das Ganze sollte unter dem Motto „getting clean“ stehen. Ich wollte Flea so zeigen, wie er ist. Wir sprachen eine Weile darüber, wie wir das darstellen könnten, und irgendwann kam Flea mit der Idee, sich selbst nackt und eingeseift zu zeigen. Denn sein Ding in der Anstalt war, sich jeden Tag mit Seife so stark abzuschrubben wie möglich, um sich geistig und seelisch reinzuwaschen. Er wollte der Welt seine verletzliche Seite zeigen und so ein Zeichen für seinen Neuanfang setzen. Dadurch, hofft er, gibt es kein Zurück mehr in die alte Welt.

3. Technik

Wir machten die Fotos bei mir im Studio. Wir bauten einen Hintergrund auf und ich fing an, mit meiner Mittelformat Pentax 6×7 zu fotografieren. Als Film benutzte ich einen Aqua-Apx400-Schwarzweiss-Rollfilm. Fleas Freundin Okanawa war unsere Stylistin. Ihr Job war es, die Seife perfekt auf Fleas Körper zu verteilen. Beide arbeiteten sehr gut zusammen, hehe…Wir benutzten nur natürliches Licht. Der Vorteil bei einer Mittelformatkamera ist, dass man sehr geringe Tiefenschärfen (grosser Schärfenunterschied zwischen dem Objekt und dem Hintergrund) herstellen kann. Dafür habe ich die Blende ganz geöffnet. Die Kratzer (in der Nähe von Fleas Kopf) entstehen, wenn man den Rollfilm nach der Entwicklung aufhängt. Normalerweise retuschiert man solche Dinge weg, hier fand ich es aber passend zum Thema „kaputte Vergangenheit“. Optisch passte es zusätzlich zu der Komposition mit der Seife.

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