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Bali

Kein Surfer, der, wenn nicht selbst erlebt, nicht schon von anderen Surfern von den legendären Breaks vor Bali und der Freundlichkeit der Inselbewohner gehört hätte. Als am 12. Oktober 2002 im “Sari Club” Terroristen mehrere Bomben zündeten, wurde auf einen Schlag aus dem Surfer-Paradies ein Vorhof zur Hölle. Wir befragten Rizal Tanjung, den wohl bekanntesten einheimischen Surfer, wie er den Anschlag erlebt hat und was sich seitdem für ihn geändert hat.

SURFERS: Rizal, wo warst du zur Zeit des Attentats und was für Gedanken gingen dir durch den Kopf, als du von dem Anschlag auf den “Sari Club” in Kuta gehört hattest.

RIZAL: Zur Zeit des Anschlags befand ich mich in Japan, auf Promotionstour für meinen Board-Sponsor. Ein Freund von mir kam am Strand weinend auf mich zugelaufen und versuchte, mir zu erzählen, was auf Bali letzte Nacht passiert war. Zuerst dachte ich, es wäre ein blöder Scherz. Nachdem ich im TV die Nachrichten und Bilder des “Sari Club” gesehen hatte, konnte ich es erst nicht fassen. Ich war total geschockt. Wo der Club stand, war ein riesiger Krater und die Nachbarhäuser waren ein Trümmerfeld. Ich versuchte, sofort zu Hause anzurufen, und dachte nur an meine ganzen Freunde, die sich jeden Samstagabend im “Paddy’s” und “Sari Club” trafen. Das Schlimmste waren die Gedanken, dass ich keinen von ihnen wiedersehen würde. Ich fand heraus, dass drei von meinen Freunden vermisst und bisher nicht gefunden wurden. Es hätte mehr Freunde von mir treffen können, wenn die Bombe später explodiert wäre.

Bist du vor dem Anschlag im “Sari Club” schon mal auf den Gedanken gekommen, dass so etwas auf Bali passieren könnte?
Niemand auf Bali hat damit gerechnet, dass so etwas passiert. Die Balinesen sind ein sehr tolerantes und friedvolles Volk. Touristen kommen nach Bali, um sich zu entspannen und Spass zu haben. Der Anschlag kann nur von einem Aussenstehenden verübt worden sein.

Wie beurteilst du das Verhalten der Touristen in Bezug auf die verschiedenen Glaubensrichtungen gegenüber den Einheimischen?
Sie alle kommen zu uns, um hier ihren Urlaub zu verbringen. Solange sie sich freundlich uns gegenüber verhalten, sind wir mehr als zufrieden.

Und wie ist das Verhalten der Surfer aus der westlichen Welt gegenüber der balinesischen Kultur?
Die meisten der “Abendländer” respektieren uns inzwischen; es gibt aber immer noch die, die den Unterschied zwischen Local und Gast auf Bali nicht verstehen. Bali hat sich in den letzten 20 Jahren unglaublich schnell vom kleinen Fischerdorf zu einem kleinen Waikiki entwickelt.

Was möchtest du allen “Reisenden der Welt” noch zum Schluss mit auf den Weg geben?
Wenn ihr dort draussen Angst habt, auch weiterhin zu reisen, dann lasst ihr die Terroristen gewinnen. Life must go on, wir können uns nicht in unseren Häusern verstecken. Kommt mich auf Bali besuchen und nehmt an unserer ungebrochenen Lebensfreude teil!

Danke für das nicht ganz einfache Gespräch, Rizal!

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