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Billabong Pro 2009, Teahupoo


Lippies WCT-Stopps
Lippies WCT-Stopps

Lippy Lipke hat mit Bells Beach und Tahiti zwei weitere WCT-Stopps auf seiner Habenseite und erzählt uns, wie er sich dort geschlagen hat. Hier kommt sein Tourbericht vom zweiten und dritten Stopp der Dream Tour.

Okay, wo hatte ich denn in der letzten Ausgabe mit dem Erzählen aufgehört? Ach ja, nach Snapper natürlich. Nach der Gold Coast bin ich, auch wenn es sich verrückt anhört, erst mal nach Hause geflogen. Einerseits hatte ich keine Lust auf weitere drei Wochen Hotelzimmer, andererseits musste ich noch ein paar Bretter testen und einige wichtige Dinge mit meinem Shaper Nick von Semente klären. Die Ausrüstung ist einfach das A und O, und weil ich viele der Spots auf der World Tour noch nicht gesurft bin, ist es eine besondere Herausforderung, die richtigen Shapes für Wellen wie Snapper oder Bells zu finden. Während die meisten meiner Freunde also zum O’Neill Cold Water Classic nach Tasmanien flogen, stieg ich in den Flieger nach Ericeira, um ein paar Bretter einzupacken, kurz bei meiner Familie vorbeizuschauen und dann erneut ins Flugzeug zu steigen. Zum Glück habe ich mittlerweile so viele Meilen, dass ich mir ab und zu ein Upgrade rauslassen kann.

Bells… Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich nach Bells, wo ich in der ersten Runde gegen Dayyan Neve ausschied, ganz schön enttäuscht war. Gar nicht mal aufgrund meiner Leistung, sondern hauptsächlich, weil ich mir einfach andere Bedingungen erwartet hatte. Ist man für die WCT qualifiziert, fängt man am Anfang des Jahres an, von all diesen tollen Spots zu träumen. Und in den Träumen laufen sie immer in Perfektion. Dass die Wellen nicht überall und immer perfekt sein können, ist klar, aber dass ich in so schlechten Bells-Bedingungen rausmusste, war schon hart. Es war relativ klein, unbeständig und Dayyan hatte ganz einfach die besseren Wellen. Oftmals ist Geduld wirklich eine sehr wichtige Tugend in einem World-Tour-Lauf. Wenn man jahrelang WQS gesurft ist, befindet man sich einfach in einem anderen Modus: so schnell wie möglich loslegen und ein paar Wellen „unter den Gürtel bekommen“, wie man im Englischen so schön sagt. Für mich haben hier auf jeden Fall keine Glocken geläutet, das Privileg hatte am Ende Joel Parkinson.

Von Bells ging es für mich dann gleich wieder nach Hause: Batterien aufladen und mich für den nächsten Trip vorbereiten. Es sollte über Kalifornien zum berühmten Riff von Teahupoo gehen. Mann, ist es dort schön! Ich habe bei der Familie gewohnt, bei der Adrian Buchan und Bede Durbidge schon ein paar Jahre wohnen, wenn sie auf Tahiti sind. Alles, was ich sagen kann, ist: Solch eine Gastfreundschaft habe ich in meinem Leben noch nicht erlebt! Und zudem gab es bei Tumoana, so heisst mein Gastgeber, jeden Tag frischen Fisch und frische Früchte bis zum Umfallen. Das Obst kann man gleich hinter seinem Haus von den Bäumen pflücken. Vielen Dank an dieser Stelle! Maruru, Tumoana!

Wie ihr wahrscheinlich wisst, waren die Wellen auch dieses Jahr nicht so, wie es sich die ganze Surf-Welt erhofft hatte. Es war klein und vor allem sehr unbeständig, was viele Läufe zu einem absoluten Glückspiel machte. Ich hatte in meinem ersten Lauf Glück. Gegen Drew Courtney im Wasser hatte ich einen richtig guten Lauf. Ich fand meinen Rhythmus, die besten Wellen und konnte endlich mal wirklich zeigen, was ich kann. Ich hatte eine Menge Spass im Wasser und ich glaube, das haben die Punktrichter gemerkt. Ich meine, ich hatte die vierthöchste Punktzahl in der ersten Runde. In meinem nächsten Lauf musste ich dann gegen niemand Geringeren als Taj Burrow ran, gegen den ich ja schon mal in Frankreich beim Quik Pro gesurft hatte. Eine Revanche hätte mir natürlich gut ins Konzept gepasst, aber leider hat es nicht sein sollen. Taj surfte einfach den besseren Lauf und ich war bei meiner Wellenwahl nicht ganz auf der Höhe. Die zwei guten Wellen des Laufs hatte Taj und ich habe eine verpasst, mit der ich vielleicht den Unterschied hätte machen können. Ich hoffe wirklich, dass wir nächstes Jahr grössere Wellen haben, denn dieser Herausforderung würde ich mich gerne stellen. Ich habe in Teahupoo auf jeden Fall Blut geleckt.

Mittlerweile bin ich wieder zu Hause und – wie sollte es anders sein? – mal wieder am Packen. Nach einem dritten Platz beim WQS 6 Star in Estoril werde ich versuchen, auf den Malediven ein weiteres gutes Ergebnis einzusurfen. Danach geht es nach Brasilien zum nächsten World Tour Event. In der nächsten Ausgabe werde ich euch also von meiner Reise ins Land der knackigen Popos berichten.

Bis dann! Marlon

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