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Stephanie Gilmor

Stephanie Gilmore absolviert ihr erstes Jahr auf Tour mit einer Eins mit Sternchen – Streber! In der Schule hätten wir Stephanies Verhalten gedisst und sie links liegen gelassen. Auf der ASP Women’s World Tour jedoch nicht. Hier erntet sie unseren vollen Respekt! Denn die sympathische Australierin hat mal eben ein paar Surfklassen übersprungen und ohne Probleme den höchsten Abschluss in der Surfwelt gemacht. In ihrem allerersten Jahr auf der Tour wurde sie mit dem Weltmeistertitel ausgezeichnet.

Als Stephanie Gilmore (20) vor drei Jahren als jüngste Surferin überhaupt einen ASP-Tourstopp gewann, wurden wir in der SURFERS Redaktion hellhörig: Eine 17-jährige Wildcard-Fahrerin gewinnt den prestigeträchtigen Contest an der Gold Coast?! Seitdem ist viel passiert und Frau Gilmore hat bewiesen, dass der Sieg damals kein Zufall war. 2007 war ihr Jahr, denn mit vier gewonnenen Tourstopps gelang ihr das Unglaubliche: Sie wurde Weltmeisterin und schrieb ASP-Geschichte. Noch nie zuvor hatte ein Tourneuling die Trophäe mit nach Hause nehmen können! Ganz Australien feierte seine neue Heldin und „Happy Gilmore“, so der Spitzname wegen ihres breiten Grinsens, begoss den Weltmeistertitel in guter Aussie-Manier: „Wir haben hart gefeiert, als ich nach Hause gekommen bin. Es war zwar nicht ganz so krass wie Micks Party, aber die meisten aus der Coolangatta-Crew und alle meine Freunde aus der Schule sowie die normalen Party-Animals waren da. Wir haben die ganze Nacht getanzt und hatten superviel Spass!“

Mittlerweile gehört die Party der Vergangenheit an. Steph hat den Kater überwunden und ist in die neue Saison gestartet. Nach einem eher enttäuschenden neunten Platz auf dem ersten Tourstopp ist sie im März am Bells Beach wieder ganz oben aufs Treppchen gesurft. „Ich bin zuversichtlich, besonders nachdem ich das zweite Mal den Rip Curl Pro am Bells Beach gewonnen habe. Der Start in diese Saison war zwar nicht mein bester, aber weil das letztes Jahr genauso war, sehe ich es als gutes Omen an: Vielleicht wiederholt sich die ganze Geschichte.“

Zum Surfen kam Stephanie über ihren Vater. Da Jeff Gilmore selbst begeisterter Surfer ist, wollte er auch Stephanie und ihre zwei älteren Schwestern Whitney (21) und Bonnie (23) so früh wie möglich aufs Brett bekommen. Klein Steph war damals neun Jahre alt und sofort süchtig nach den Wellen. Wenn sie uns die weitere Entwicklung ihrer Karriere beschreibt, klingen ihre Erzählungen fast unwirklich: „Ich habe mit elf angefangen, Contests zu surfen und es sofort geliebt. Als ich zwölf Jahre alt war, hat Rip Curl begonnen, mich zu sponsern, was mich zusätzlich gepusht hat.“

Ein paar Jahre später, noch in der High School, unterschrieb sie schliesslich einen Fünfjahresvertrag. Und während die meisten ihrer Mitschüler noch keine Vorstellung hatten, was aus ihrem Leben werden soll, wurde ihr mit der Unterschrift auf dem Vertrag endgültig klar, dass Surfen ihr Beruf werden sollte. Längst war es nicht mehr ihr Vater, der sie für das Surfen begeistern musste, sondern sie selbst. „Meine Familie und meine Freunde haben mich alle immer sehr unterstützt, aber ich selbst war es, die mich am meisten gepusht hat. Ich wollte die beste Surferin der Welt sein!“

Guckt man sich ihre Karriere genauer an, scheint es fast so, als wäre ihr Durchmarsch an die Spitze ein Kinderspiel gewesen. „Ich gebe zu, dass es wesentlich schneller passiert ist, als ich es selbst erwartet hätte. Die Ereignisse sind nur so an mir vorbeigerast. Aber gleichzeitig weiss ich, wie hart ich für den Titel gearbeitet habe und wie mich schlechte Resultate immer wieder zurückgeworfen haben.“

Ein Leben als reisende Pro-Surferin klingt wie ein wahr gewordener Traum. Doch ist es das wirklich oder muss man auch Opfer bringen? „Ich bin jung und geniesse es, unterwegs und unabhängig zu sein. Trotzdem ist wichtig, dass man sich Zeit für Freunde und Familie nimmt. Durch die neuen Kommunikationsmöglichkeiten fühlt es sich aber fast so an, als hättest du deine Leute immer mit dabei. Da ich keinen festen Freund habe, sondern solo umherfliege, vermisse ich nicht wirklich jemanden. Ein paar süsse Typen, mit denen es Spass macht abzuhängen, habe ich aber definitiv im Blick.“

Das hört sich so weit nach einem sorglosen Surf-Lifestyle an, aber Steph weiss, dass sie im Leben mehr Glück gehabt hat als andere, und es ist ihr wichtig, etwas davon zurückzugeben. „Natürlich liebe ich es zu gewinnen, aber wenn man erfolgreich ist, bekommt man auch Verantwortung übertragen. Das ist nicht immer leicht zu handeln. Man ist plötzlich ein Vorbild für andere. Daher finde ich es sehr wichtig, benachteiligte Menschen zu unterstützen.“ Mit dieser Einstellung hat sie die Patenschaft für zwei World-Vision-Kinder in Äthiopien übernommen.

Rückblickend hat Stephanie Gilmore nur zehn Jahre auf dem Surfboard gebraucht, um ihr sportliches Ziel zu erreichen: angefangen mit der ersten Weisswasserwelle mit neun bis zum Titelgewinn mit 19 Jahren. Und wie soll es weitergehen?

„Die Motivation ist jetzt definitiv eine andere. In diesem Jahr will ich meine Performance in den Wellen weiter verbessern und noch mehr über das Meer lernen. In der Zukunft will ich mit Style und Power grössere Wellen surfen und hoffentlich weiterhin erfolgreich auf der ASP World dabei sein.“

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