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Jack McCoy

Als der kleine JackMcCoy im Alter von sieben Jahren seine erste Photokamera aus der Geschenkverpackung holte, konnte noch niemand ahnen, dass er dreissig Jahre später zu den ganz Grossen im Surfgeschäft zählen würde. Mittlerweile kann der 58 Jährige Australier neben seinem Klassiker “Storm Riders” oder seinem 2004 Preisgekrönten Streifen “Blue Horizon” auf eine ganze Reihe von herausragenden Surffilmen blicken. Zu seiner neusten Filmpremiere von Joel Parkinsons Signature Video “Free as a Dog” trafen wir den Meister höchst persönlich in Hamburg.

SURFERS: Jack, erinnerst du dich noch daran wie du deine erste Kamera bekommen hast?
JACK: Das war eine Kodak Brownie, die mir meine Mutter geschenkt hat. Da war ich vielleicht 7 oder 8 Jahre alt. Damals waren wir mit der Klasse im Zoo und irgendjemand meinte zu mir, dass ich zwei Bilder übereinander machen könnte. Also hab ich erst ein Bild gemacht, dann noch eins und sie dann doppelt belichtet. Meine ersten Fotos waren toll: lauter Löwen und Elefanten übereinander. Meine erste Filmkamera hab ich dann 1975 bekommen, ein schönes Teil. Ich benutze sie noch immer.

Wie lange hast du gebraucht, um deinen neuen Film ‚Free as a Dog’ fertig zu stellen?
Insgesamt zwei Jahre. Eineinhalb Jahre für die Dreharbeiten, und dann noch mal sechs Monate, um den eigentlichen Film fertig zu stellen. Joel Parkinson und ich haben etwa 3 Monate damit verbracht, an der Story zu arbeiten und uns zu überlegen, wie der Film denn in etwa aussehen könnte. Joel war aufgrund der ASP World Tour sehr viel unterwegs, aber immer wenn er ein bisschen Zeit hatte, haben wir einen kleinen Surftrip gemacht. Das habe ich ihm wirklich hoch angerechnet: er hat sich richtig reingehängt, war immer unterwegs und hatte nie wirklich Zeit, sich mal zu entspannen. Aber er wollte diesen Film unbedingt machen.

Warum wolltest du gerade mit Joel Parkinson zusammen arbeiten?
Ich wollte mit Joel schon einen Film drehen als er noch ein kleiner Knirps war. Ich habe zusehen können, wie er mit Dave Rastovich und Mick Fanning zusammen gross geworden ist und bei den Billabong Junior Contests in Australien gesurft ist. Eigentlich hätte ich Joel schon gerne im Film “Blue Horizon” dabei gehabt, aber damals war er gerade mit seinem eigenen Film “Three Degrees” beschäftigt und hatte deshalb keine Zeit. Dafür war dann Andy Irons dabei, was ein ganz guter Kontrast zum jetzigen Film ist, da er und Joel zwei ganz unterschiedliche Persönlichkeiten sind. Andy ist ein sehr ehrgeiziger, Joel eher der ruhige Typ. Sowohl die Arbeit mit Joel als auch mit Andy war einmalig, beide sind tolle Surfer und verdienen viel Respekt.

Der Hund von Parko eine Hauptrolle. Wie kamst du auf die, sagen wir mal, eigenartige Idee?
Joel nahm seinen Hund immer mit zum Surfen. Das war cool. Irgendwann haben wir uns gedacht, hey, man könnte eine Story daraus machen. Ganz einfach also.

Im Film findet sich Musik vieler bekannter Bands. Was für eine Rolle spielt die Musik in deinen Filmen und wie wichtig ist sie?
Für mich besteht ein Film zu fünfzig Prozent aus Bildern und zu fünfzig Prozent aus Musik. Die Texte in den Songs erzählen die eigentliche Story des Films. Wenn du als Zuschauer etwas über den Film erfahren willst, solltest du auf die Lyrics achten.

Du bist verheiratet und hast Kinder. Ist das nicht manchmal schwer für dich, Familie und Arbeit miteinander zu vereinbaren wenn du so viel unterwegs bist?
Meine Frau Kelly und meine Zwei Kinder Cooper und Indiana leben in Australien. Das letzte Mal, dass ich sie gesehen habe ist drei Wochen her. Durch meine Arbeit bin ich viel unterwegs, und sehe sie nicht oft. Klar ist das hart. Als ich damals “Blue Horizon” gedreht habe, war ich fast 3 Jahre am Stück unterwegs, habe einen Trip nach dem anderen gemacht. Diesmal habe ich auch viel zu Hause gearbeitet. Das hat Spass gemacht. Meine Frau ist eine grosse Hilfe. Sie unterstützt mich bei meiner Arbeit, produziert meine Filme, arbeitet bei meinen Filmen mit und ist zudem auch noch Hausfrau und Mutter. Sie kann alles. Wir haben gelernt, miteinander zu leben und zu arbeiten, das funktioniert gut. Wir respektieren uns sehr, und geben uns Zeit dass zu tun, worauf wir Lust haben.

Mit James Wood und Ellis Ericson hast du auch zwei sehr junge Nachwuchssurfer engagiert. Was war die Idee dahinter?
Ja, ich wollte einen Film für Kinder machen. “Blue Horizon” war ein Film, der verdeutlichen sollte, auf welchem Level Pro Surfing zu Beginn der Jahrtausendwende war. Ich will, dass sich die Leute in zwanzig oder dreissig Jahren diesen Film anschauen und sehen, auf welchem Niveau Surfen damals war. Ich wollte nicht zweimal den selben Film machen, deshalb ist mein jetziger Film “Free as a dog” eher ein Film für Kinder, der Spass machen soll. Es gibt Leute, die machen immer und immer wieder denselben Film, nur mit anderen Personen oder Locations, aber immer mit der gleichen Handlung. Darauf hab ich kein Bock. Ich bin jetzt 58 Jahre alt, habe 24 Surffilme gedreht. Stell dir vor, ich würde immer noch die gleichen Filme machen. Das ist als würde ich mir dreissig Jahre lang immer wieder aufs selbe Bild einen runter holen. Da würde ich ja verrückt werden. Ich brauche Abwechslung und liebe neue Herausforderungen. Noch Fragen?

Nee, danke für das Interview!

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