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ELTERNZEIT: Tipps & Tricks zur Auszeit am Meer

Text & Fotos: Jan Schikora

Man kann über Familienministerin Dr. Franziska Giffey denken was man will. Ich persönlich vermute, dass sie sich schwarz/rot ärgern würde, könnte sie erahnen, welch ungewolltes Glück das Elterngeld, wenn auch -aus Steuerzahlersicht – nicht unbedingt an erhoffter Stelle spendet.

Ich müsste lügen, würde ich behaupten, die Aussicht auf ein subventioniertes Jahr, oder wenigstens ein paar Monate außerhalb der geregelten Gewerbetätigkeit hätte keinen Einfluss auf meine Einstellung zu einer halbwegs frühen Vaterschaft ausgeübt.
Insgesamt möchte man fast vermuten, das Konstrukt aus Elterngeld und Elternzeit wurde detailliert und ausschließlich, anzunehmender Weise – Ministeriums-üblich – unter Konsultation etlicher Top-Management Berater, für den reise-willigen Surfer designt.
Wer das Konstrukt nicht kennt und sich im Empfängnis-/Zeugungsfähigem Alter befindet, der sollte tunlichst (bevor der Partner / die Partnerin ins Bett gelockt wird) den illustren Internetauftritt des zungenbrecherischen BMFSFJ (Bundesministerium für Frauen Senioren Familie und Jugend) besuchen. Dies sollte schleunigst getan werden, denn es wird nicht lange dauern, bis der ein oder andere besorgte Bürger den offensichtlichen Versuch der Bundesregierung durchschaut, das Elterngeld für ein gigantisches Umvolkungsprogramm zugunsten wassersportaffiner Siffer und Ökos zu missbrauchen.

Unabhängig davon, ob die finanzielle und zeittechnische Unterstützung ausschlaggebend für die Entscheidung über das Für und Wider der Fortpflanzung sein mag, habe ich meine eigenen Erfahrungen und jene meiner aus Flugscham geheim zuhaltenden Quellen, mit bestem Wissen und Gewissen zusammengetragen um aktuellen, wie zukünftigen Eltern einen kleinen Teaser der epischen Möglichkeiten unter die Nase zu halten, die uns derzeit geboten werden.

Zunächst will ich darauf eingehen, was zu beachten ist, bevor man dem Chef sagt, er möge sich verpissen, da man Selbiges demnächst ebenfalls tun werde. Falls die Ausführungen zu technisch für den Geschmack des Lesers sein sollten kann gerne zu den leichter verdaulichen Bildern gescrollt werden.

  • Da das Elterngeld vom Nettogehalt (in den 12 Monaten vor der Geburt des Kindes) abhängig ist, sollte dieses bestmöglicherweise für beide Eltern über die magische Schwelle von 3000 Euro pushen (auf welch fragwürdige Art das auch geschehen mag) um das Maximum von 1800 Euro (man bekommt 60% aber maximal 1800 EUR für insgesamt 14 Monate pro Paar). Gegebenenfalls lohnt es sich die Steuerklasse zu wechseln falls man verheiratet sein sollte.
  • Die beste/einfachste/günstigste Art (in Deutschland bzw. Europäischen Partnerländern) versichert zu bleiben wird erreicht, wenn einer oder beide Partner gesetzlich versichert sind. In diesem Fall bleibt man kostenlos in seinem Programm und muss sich ausschließlich um eine Auslandskrankenversicherung (außerhalb Europas) kümmern.

Elternzeit Surfurlaub Jan Schikora

  • Die einzelnen Elternzeitmonate beginnen am Tag der Geburt, der – abgesehen vom Fall des Kaiserschnittes – nur vage geschätzt werden kann (Die Tatsache, dass die Elternzeit also nur in Ausnahmefällen in vollen Monaten genommen wird hat nicht nur Nachteile. Viele Unternehmen berechnen den Urlaubstageanspruch zur großen Freude der Arbeitnehmer nach begonnenen Arbeitsmonaten, sodass hier üblicherweise noch einmal ein paar Tage bezahlter Urlaub extra herausspringen könnten.)
  • Man muss die Elternzeit mit einer Frist von 8 Wochen anmelden. Es ist jedoch in den meisten Fällen nicht mit überbordender Freude des Arbeitgebers und Kollegen zu rechnen, wenn man dies tatsächlich derart knapp kommuniziert; es sei denn, man hat es sich zur strategischen Aufgabe gemacht, Online-Artikel wie diesen lautstark im Büro zu verlesen.
  • Natürlich stellen die ersten 14 Lebensmonate die Blüte der Attraktivität einer Elternzeit dar, zumal nur dann eine wesentliche staatliche Subventionierung zur Verfügung steht. Jedoch sollte man sich nicht allein vom schnöden Mammon regieren lassen. Die aktuelle Regel erlaubt es einem (also jedem Elternteil) insgesamt 36 wunderbare Monate Elternzeit wahrzunehmen, und das in bis zu drei separaten Abschnitten und bis zum 8. Lebensjahr seines Kindes. Somit wäre es schlicht grob fahrlässig, die Möglichkeit auf ein, vom Arbeitgeber nicht ablehnbares und zeitlich sehr großzügig gestaltetes Sabbatical außer Acht zu lassen.
Elternzeit Surfurlaub Jan Schikora

Sollte man die Tragweite des oben Beschriebenen verstanden haben, stellt sich nun, sowohl hinsichtlich der Fortpflanzung als auch der direkt daraus ableitbaren Inanspruchnahme der Elternzeit, weniger die Frage nach dem Ob, sondern des Wohin.
Um die Phantasie ein wenig anzuregen ohne die eingrenzenden Lebensrealitäten zu verschweigen , beschreibt der folgende Artikel in aller Kürze 8 mögliche Ziele für den Verbleib in der Elternzeit, wobei auf persönliche, wie berichtete Erfahrungen aus 1. bis 3. Hand zurückgegriffen wird.
Um zu verhindern, dass man sich durch die in der Elternzeit verursachten Schäden an der Umwelt (bspw., aber nicht ausschließlich CO2 Ausstoß) auf den direkten Pfad Richtung Fegefeuer begibt, stehen die folgenden Alternativen zur Verfügung:

  • Eintritt in die katholische Kirche (ist versiert im Ablasshandel, man kommt allerdings womöglich jedoch direkt in die Hölle, anstatt im Limbus zu schmoren)
  • Dem verursachten Schaden angemessen hohe Spende an eine Umweltorganisation, CO2- Rechner einzusehen bspw. auf: https://www.naturefund.de
  • Direktes Engagement während der Elternzeit (bspw. Aufforstungsprojekte etc.)

Nüchtern betrachtet – und es gibt wenige Gründe dies nicht zu tun – könnte man den Entscheidungsfindungsprozess entlang der folgenden 8 Kriterien strukturieren.

  1. Anreise / Entfernung / Umwelt
    Sollte man nicht gerade zufällig an einem der wenigen deutschen Surfspots wohnen und eine, an Selbstgeißelung erinnernde Vorliebe für kaltes Wasser aufweisen, muss man sich wohl zwischen den beiden Übeln: Kraftfahrzeugs und Flugzeugs entscheiden.
  2. Wohnen
    Vielerorts ist die Art des Wohnens von den landesspezifischen Umständen gegeben bzw. eingeschränkt. Grundsätzlich wird das Feld der Möglichkeiten an den Pfeilern: Zelt, Wohnmobil, Wohnung und Villa aufgezogen.
  3. Mobilität
    Wobei in den meisten Regionen das Auto ein Muss darstellt, kann es mancherorts durch Moped, Fahrrad oder gar Skateboard ersetzt werden. Unter diesem Punkt werden auch alle Hardware-Themen aufgegriffen, die sich auf Autositze, Buggy, Kinderwagen, Dach-Box, Surfbrettanzahl etc. beziehen.
  4. Nahrung / Babysachen
    Als Unbekümmerter, kinderloser Reisende ist einem oft nicht ansatzweise bewusst, wie wichtig die Verfügbarkeit einiger Grundprodukte ist, wenn man nicht gerade dazu tendiert, sich zu 100% an die lokalen Gegebenheiten anzupassen (und gegebenenfalls Löcher in die Hosen des Kindes schneidet um das Wasch-Pensum gering zu halten).
  5. Surf (Anhängig von der Jahreszeit)
    Qualität, Zugänglichkeit, Auftretenswahrscheinlichkeit sowie Auslastung der Wellen ist wohl der wichtigste Punkt, wobei die Vereinbarkeit des Surfens mit kleinen Kindern hinzugenommen werden muss.
  6. Wetter (abhängig von der Jahreszeit)
    Schnell hat man es sich mit den weniger Surf-affinen Mitgliedern der Familie verscherzt, sollte man die Qualität der Wellen dauerhaft über jede des Wetters stellen. (Obwohl aus meiner Sicht das Argument: „Wenigstens bin ich kein Windsurfer“ in jeglicher Situation seine Berechtigung hat)
  7. Flat-day / Kinder / Insta-Husband Aktivitäten
    Ähnlich wie das Wetter sind alternative Aktivitäten einzuplanen, insbesondere da sich diese durch die Anwesenheit von Kindern/Babies weiter einschränken bzw. verschieben mögen. Ich rate in diesem Zusammenhang zu der Devise: „Teile und herrsche“, wobei hier natürlich jegliches Mittel recht sein sollte, Familienmitglieder zu manipulieren um Surfen als die verträglichste Alternative darzustellen.
  8. Gesamtbudget (Als Funktion der Zeit)
    Natürlich bilden die Kosten eine Funktion der verbrachten Zeit ab, jedoch bietet eine Elternzeit die Möglichkeit hohe Reisekosten (inklusive freiwilliger CO2 Abgaben) auf einen langen Zeitraum zu verteilen. Der Fan des „Sich-schön-Redens“ mag hier sogar so weit gehen, die Elternzeit als einen reinen Glücksfall fürs Klima zu deklarieren, wenn man mal die CO2 Kosten pro australischem Surf-Tag mit jenem eines 1 wöchigen Kanaren-Trips vergleicht.

In weiteren Folgen werden wir Euch einige Destinationen vorstellen, die sich ideal für einen Elternzeit in Kombination mit Surfen eignen.

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