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Interview mit ADH Doppelsiegerin Valeska Schneider

Die ADH ziehen jedes Jahr neben vielen hundert partyhungrigen Studenten auch die besten deutschen Surfer an die Atlantikküste. So auch Valeska Schneider, die den weiten Weg vom Auslandssemester in Australien nach Seignosse auf sich nahm.

Am erstaunlichsten ist es jedoch, dass Valeska erst vor vier Jahren mit dem Wellenreiten angefangen hat und dieses Jahr bereits den Sieg in der Open Class und Longboard holen konnte. Wir haben Sie zu einem kurzen Gespräch nach dem Sieg getroffen!

photo: Nico Zündorf
photo: Nico Zündorf

 

Valeska Scheider
Geboren 14.Dezember 1991 in Starnberg
Studium: Sportwissenschaft in München & Master in Management, Auslandssemester in Melbourne, Australien
Sponsoren: Rip Curl, Fit Star, Wavetours
Instagram: valeskaschneider
Facebook: valeskaschneider1412

Hallo Valeska, erstmal Gratulation zum Doppelsieg bei den ADH Open 2016, aber fangen wir am besten mal kurz von vorne an. Seit wann surfst Du?
VALESKA: Vor ziemlich genau 4 Jahren habe ich mit dem Surfen angefangen. Das war damals in Australien, als ich mit einem Work & Travel Visum durchs Land gereist bin. Ich hab damals direkt einen Surfkurs gemacht und war total angefixt. Nach sechs Monaten Australien bin ich dann zur DM 2012 und habe hier ein wenig mitgeholfen.

Man munkelt Du wärst für die ADH von Australien angereist, stimmt das?
VALESKA: Jain, ich bin wirklich gerade aus Australien gekommen, da ich dort ein Auslandssemester gemacht habe. Aber ich musste sowieso nach München zurück, um noch ein paar Dinge zu klären, bevor es wieder an die Gold Coast zum studieren geht.

Das klingt ja traumhaft. Wie hast Du das angestellt?
VALESKA: Das war ganz schön stressig, da ich mich für ein offizielles Auslandssemester in Melbourne beworben habe, um die hohen Kosten zu umgehen. Aber es hat alles geklappt und nachdem ich meinen Stundenplan gesehen habe, war ich auch etwas erleichtert, da es in Melbourne direkt ja keine Wellen gibt. Ich bin dann nach Torquay gezogen und zweimal die Woche in die Stadt zur Uni gefahren.

Aber wenn Du jetzt zurück fliegst gehst Du an die Gold Coast, oder wie?
VALESKA: Ja genau. Ich war vor dem Semester sechs Wochen dort und war total begeistert. So viele gute Wellen und immer schön warm. Deswegen habe ich mich jetzt entschieden hier einen Master in Business Sport Management zu machen. Ich bin gerade dabei mich noch für ein paar Stipendien zu bewerben und ich bin recht zuversichtlich.

photo: Lorenz Maier
photo: Lorenz Maier

Das klingt ja sehr spannend! Erzähl mal kurz wie es bei den ADH dieses Jahr für Dich lief?
VALESKA: Ich habe die letzten zwei Jahre immer den undankbaren vierten Platz belegt und wollte es nun endlich mal aufs Treppchen schaffen. Leider müssen die Mädels häufig bei schwierigen Bedingungen ins Wasser und somit ist es zum Teil auch wirklich Glückssache. Oder es treten wie im letzten Jahr Letarcia Hurt, Surferin aus Australien, an und da hat meine keine Chance. Aber es lief dieses Jahr alles super und somit freue mich natürlich riesig über die beiden Siege.

Dann scheint Dir Contestsurfen richtig Spaß zu machen, oder wie?
VALESKA: Ja schon, ich will mich gerne selbst messen, also nicht unbedingt mit den anderen. Wenn ich mit meiner Leistung zufrieden bin, macht es mir auch nichts aus, wenn ich verliere. In diesem Finale zum Beispiel war ich super zufrieden mit meinen Wellen und es freut mich natürlich, wenn es sich auszahlt.

Wie schaut es mit Nervosität aus?
VALESKA: Ich bin noch immer total nervös und habe meistens weiche Knie wenn es losgeht. Mittlerweile habe ich mich schon ein wenig daran gewöhnt und weiss vor allem wie ich mir meine Kondition einteilen muss, gerade wenn man mehrere Heats an einem Tag surfen muss. Das ist mir 2012 bei der DM passiert. Da waren im ersten Heat richtig heftige Bedigungen und ich bin viel zu schnell rausgepaddelt. Draussen angekommen war ich dann total fertig und dann fehlte mir komplett die Power, um den Heat richtig zu surfen. Ich habe mittlerweile gelernt mit dem Meer zu arbeiten und die Wellen besser zu lesen. Ich hab das früher gar nicht so richtig wahrgenommen, aber seitdem ich wirklich viel im Wasser bin, lerne ich wahnsinnig viel dazu.

Wirst Du dann auch in Australien bei einigen Contests starten?
VALESKA: Es gibt da eine sehr ähnliche Uni-Meisterschaft, da wollte ich vielleicht mal mitmachen und bei kleineren regionalen Contests. An die QS traue ich mich noch nicht, aber wer weiss..

photo: Leonie Stowasser

Wenn Du in München studiert hast, dann warst Du sicher auch öfter mal im Eisbach, oder?
VALESKA: Ja schon, aber das habe ich eigentlich auch erst kürzlich angefangen. Zu Anfang meines Studiums hab ich mich nicht hingetraut und ich habe auch die ersten zwei Jahre nicht in München, sondern in Starnberg bei meinen Eltern gewohnt. Letzten Sommer war ich aber dann fast jeden Tag und es hat mir super viel Spaß gemacht.

Und die Locals waren nett zu dir?
VALESKA: Eigentlich schon, das ist aber als Mädchen vielleicht ein bisschen einfacher.

Und das Surfen im Fluss lief gut? Es ist ja schon ein großer Unterschied!
Es ist schon ein wenig anders und mein Coach auf den Kanaren hat sich ständig aufgeregt wenn ich zu viel am Bach war, weil ich immer das Gewicht auf dem vorderen Fuß hatte, statt hinten.

Ja das kennen wir. Hast Du also auch einen festen Coach?
VALESKA: Nein nicht wirklich. Ich war mal bei Martin Walz, der auch zufällig auf Bali war und ab und zu hole ich mir einen Coach, da ich es wahnsinnig hilfreich finde Tipps zu bekommen.

photo: Benjamin Park
photo: Benjamin Park

Das klingt ja ziemlich professionell. Verfolgst Du dann auch die Profi Contests?
VALESKA: Ja klar, ich stelle mir sogar Nachts den Wecker, wenn es mit der Zeitverschiebung nicht anders geht. Ich schau am liebsten die Jungs, aber die Mädels werden ja auch immer besser und spannender.

Wer ist Dein Vorbild?
VALESKA: Ich finde Tyler Wright super. Ich kenn sie zwar nicht persönlich, aber sie kommt mega sympathisch rüber und hat mich an der Gold Coast auch immer super nett gegrüßt, obwohl sie mich nicht kannte.

Was hältst Du von den Surfergirl Klischees?
VALESKA: Das ist echt schwierig, gerade wenn Du nicht dem Schönheitsideal entsprichst. Ich hatte beispielsweise Johanne Defay kennengelernt, bevor sie es auf die Tour geschafft hat und sie hatte wirklich riesige Schwierigkeiten Sponsoren zu finden. Das ist wirklich schade!

Was hältst Du dann von Deiner Teamkollegin Alana Blanchrad?
VALESKA: Sie vermarktet sich echt gut und hat eine gute Figur, die sie schön inszeniert und erreicht damit teilweise eine größere Öffentlichkeit als die Surferinnen an der Spitze.

Und wie bist Du zu Deinen Sponsoren gekommen?
VALESKA: Das waren zumeist ehr Zufälle, da ich in München ein Fitnessstudio gesucht habe und von dem Fit Star Hero Programm gehört habe. Daraufhin habe ich mich beworben und wurde sofort aufgenommen. Rip Curl habe ich über einen Freund vom Eisbach vermittelt bekommen, da sie auch nach deutschen Talenten gesucht haben und bei Wavetours bin ich jetzt auch im eigenen Team. Die helfen mir bei der Pressearbeit usw. das ist wirklich super hilfreich.

Das scheint ja auch gut zu laufen, mit Interviews in der Süddeutschen usw!
VALESKA: Ja total, gerade über diesen Artikel kamen echt viele Anfragen von verschiedenen Blogs und ich bekomme auch immer mehr mails von Mädels die Tipps haben wollen. Das freut mich riesig.

Na dann wünschen wir Dir alles Gute und halte uns doch bitte auf dem Laufenden wie es in Australien so läuft!
VALESKA: Sehr gerne und danke für das Gespräch!

photo: Yvonne Schneider

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