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Rapid Surfing

Rapid Surfari 2020: Zü & LU – Pool Sharking

Alright – Stau. Passiert. Beizeiten in Zürich aufzuschlagen, einen Campingplatz zu finden und vielleicht noch eine späte Session reinzubekommen ist laut Navi keine Option. „Es ist so heiß!“.

Der leicht quengelige aber inhaltlich richtige Einwand von den hinteren Bänken wird gerne gehört. Ein See wäre geil. Und vielleicht ein bisschen von einem entspannteren Glide auf dem Wasser, nachdem die Beine nach 5 Tagen voller Surfsessions etwas müde sind. Zeit am Steg und ein bisschen Segeln auf einem Tiroler Bergsee – das wäre doch was. Also runter von der Inntal Autobahn und hoch in die Berge.
Bleibt dann eigentlich nur noch die Frage: Wann gibts Essen?

Ein paar Stunden, diverse Salate und Schnitzel, massives Tanning, einer millimetergenauen Arschbombe neben das Aufblaseinhorn der örtlichen Seeprinzessin und diversen Schlägen über den See später, wird im Sonnentuntergang vorm Hubertushof noch ein Bierchen gezischt oder schon Holz gesägt.

Wieder ein langer Tag rum. Alles geht so rapid. Heute mal alle in den Bussen über Nacht. Ein bisschen Kuscheln für die Freiheit überall Rast machen zu können. Fucking Hippies. Marlon schnarcht. Was soll’s! Der wird die Kraft brauchen für die kommenden Wellen – ab jetzt ist Shortboarding Heaven angesagt. Zürich und Luzern – morgen früh gehts in Richtung Schweiz.

Was man zwischen den Sessions alles erlebt, die Leute die man trifft und die kulturellen Besonderheiten die man kennenlernt – das machts doch eigentlich auf jeder Surfari aus.
– Marlon Lipke

Ein anderer „Glide“ aber ähnlicher Flow…
traumhafter Achensee

Ich kenn Ben von ein paar Events – der surft voll stylish und passt super zu uns ins Team. Team Dynamisch forever!

– Joshi Holy

Natürliche Wellen, halbnatürliche Wellen und jetzt eben „Stationary Wave Riding“. Der etwas gestelzte Begriff bezeichnet in schönstem Marketing Speak künstliche Strömungswellen. Letztendlich eben auch eine Form von Rapids neben denen, die man auf Flüssen, in Kanälen und auf halbnatürlichen Ableitungen findet.

„Okay Roman, das mit dem Namen und so – da drücken wir noch mal ein Auge zu.“ Surfari war in Zürich schon vor uns ein Thema 🙂

Was die Dinger eigentlich interessant macht: die meisten der Rapids dieser Kategorie haben vor allem eines übers Face geschrieben: High Performance Shortboarding. Und weil man die Dinger eh immer in einem Komplex mit Gastronomie und Chill-Out Area findet, bieten sie sich hervorragend an, um richtig schön den tief in einem schlummernden Pool Shark rauszulassen, ein paar Runden ans Gas zu gehen und dann in Liegestuhl und Sitzecken grinsend Zähne zu zeigen um bei kalten Getränken Moves und Manöver auf der Welle zu kommentieren. Herrlich!

Die Welle in Zürich ist von CityWave. Urbansurf hat Sie vor ein paar Jahren gekauft und seitdem steht das Ding Frühjahr bis Herbst der Zürcher Surf Community offen. Ein ziemlich talentiertes Mitglied dieser Community ist Ben „the Töff Guy“ Heer. Wobei Töff nicht schweizerdeutsch für „hart“ ist, sondern für sein Motorrad steht – Bens Style ist ziemlich smooth.

Ben Heer ist definitiv die gute alte Schule mit dem Bottom Turn!

Supertiefe Bottomturns und eine sehr runde Linie, lassen eher einen amerikanischen Point Break als Homespot vermuten, denn den Zürcher OG Rapid Spot Bremgarten. „Tough“ hat nach wie vor Janina für sich reserviert. „Heavy“ ist das was Marlon inzwischen auf dem Rail macht. Und Joshi ist einfach nur auf 180. Superleichtfüßige Shuvits wechseln sich mit tiefen Gauges und Finnern ab. Macht Spaß den Vieren zuzuschauen, nachdem man selber schon früh die Segel gestrichen hat – was eine Hitze. Marlon reicht ein mittägliches Radler an. Der Gute. Janina bekommt einen alkoholfreien Cocktail. Joshi legt noch mal einen Schippe Reverses nach.

Joshi hat Fins-Out-Fun – ein stattlicher Air Reverse Joshuaaaaa!

Die Welle steht nach technischen Standards perfekt vor uns. Minimale Foam Pockets rechts und links. Viel Platz um dazwischen alle möglichen Trick-Manöver auszuprobieren. Gönnerhafter Szenenapplaus von Team Dynamisch und die Gewissheit, dass die Gesamtwertung definitiv an uns geht. Auch wenn Marlon das natürlich anders und Team Ü40 klar auf der 1 sieht.

Marlon Lipke Trademark.

Zürich war geil – aus dem Auto raus in Shorts in Wasser und dann Vollgas. Für mich die beste Session weil die Energie so krass war und alles hingehauen hat… und ich muss sagen: Marlons Frontside Carves sind Textbook Stuff direkt vor deinen Augen.

– Joshi Holy

Er führt Quirins Finless-Show ins Feld. Was die Wertungskriterien angeht, weiß eigentlich sowieso keiner um was es bei der Challenge geht. Ein bisschen Bullshit – wahrscheinlich einfach darum. Macht so einen Trip einfach noch besser. Und falls es doch jemand genau wissen will: 12 zu 1 für Team Dynamisch. Chilly, der Chef der Anlage kommt vorbei. „Geil, dass Ihr da seid.“

Mademoiselle Z braucht ein Päusle. Temperaturen und Dauerbelastung – es wurde sportlich.

Wir freuen uns, dass wir hier sein dürfen. Ob wir später noch mal wollen, müssen wir erstmal verschämt ablehnen – Luzern ist ja auch noch direkt um die Ecke. „Easy, Hang Loose, sagt einfach bescheid.“ Geiler Typ. Wie überhaupt die Leute auf der Anlage hier. Surfdudes und Dudettes, Familien, Grommets, Insta Girls und Shredder gruppieren sich um den ein oder anderen Tisch mit weißweintrinkenden Zürcher Finanzhaien. Wir sind alle Poolsharks…

…auch indoor. In Luzern begrüßt uns Misra im Namen seiner Crew in einer unglaublich schön gestalteten Indoor Rapid Surfing Anlage. Nur 40 Minuten südlich von Urbansurf Zürich befindet sich die OANA Welle. Als Teil eines riesigen Mall-Komplexes direkt von der Autobahn zu erreichen.

Quirin, Christian, Marlon, Ben, Janina, Joshi und hinter der Kamera Simon – Team Dynamisch und Team Ü40 in street-smarter Personalunion! Geilste Crew, bis jemand den Gegenbeweis antritt.

Auch bei der OANA Welle handelt es sich um eine Citywave. Allerdings ist diese etwas schmaler, dafür aber mit einem Ticken mehr Druck und sich konstant verschiebenden Sections versehen, was sie extrem spannend und abwechslungsreich macht. Um die Welle herum liegt man in Couches und Liegestühlen, es gibt eine Bar und das Grundgefühl vor Ort ist der vielen Palmen und Pflanzen wegen fast schon „Indo“. Nur halt mitten in der Schweiz.

Misra hat das Team von OANA grade vor Ort – nach deren Session sind wir dran. Geht ab bei den Jungs und Mädels hier. Und während Janina und Joshi auf Inline Skates durch die Halle und über das Gelände fetzen, dreht Misra mit seiner Crew auf der Welle schon mal den Swag auf. „Surft doch einfach weiter und mit uns mit!“ Eh am coolsten, auf der Welle mit Ihrem massiven Manöverpotenzial mit den Locals zusammen zu shredden.

Der Layback Carve - Ben bastelt an der "Rapid Surf Schule“ à la Suisse.
Durby et Orbi et spiritu sankti - ein segensreicher Backside Snap von Durby Castillo in Luzern.

Janina schaut sich bei Local Derby eine harte Frontside Carve to Backside Snap Kombo ab. „Ich glaub ich check das nicht…“ ist die Ansage. Dann widerspricht sie sich im ersten Versuch erwartbarerweise komplett selbst. Bämm, Wasser in dein Face, Alter. Jugendsprache – 7 Tage hatte man sie 24/7 um sich herum.

Layback Hammers nach Occy, nur 100 Kilo leichter. Joshi hatte mega Spaß auf der Oana Welle.

„Joschuaaaaaaaaaaa….“ Auch der schlitzt ordentlich was weg und fordert Marlon ein zweites Mal an diesem Tag Frontside heraus… Goofer unter sich. Ben probiert Boards durch. Was natürlich bei alten Surfern für große Freude sorgt, wenn ein junger Shortboarder auf einmal unangestrengt und stylish auf einem Single Fin mit einem Grinsen im Gesicht über die Welle fliegt.

Für den Frontside DAB wiederum schuldet Marlon Janina ein Bier… oder einen alkfreien Hugo oder sowas.

Später bekommt Janina das Board in die Finger. Auch bei Ihr verändert sich die komplette Linie und der Style in Richtung Volume Up. „Wie weit der Backside Carve einen trägt!“ So schnell kann es gehen und es eröffnen sich neue Perspektiven. Nach eineinhalb Stunden sind wir durch. Alle. Ausnahmslos. Ein perfekter Abschluss für die letzten Tage.

Ich habe in Luzern ein Single Fin ausprobiert und war total positiv überrascht. Ich hätte nie gedacht, dass man so viel Spaß mit nur einer Finne haben kann, das Surfen war richtig „smooth“ und „flowig“ – ein Highlight!

– Janina Zeitler

Whoopie! Ein finaler Tailblow, jetzt geht auf Eure eigene Rapid Surfari!

Zusammen mit der Luzerner Crew sitzen wir später beim Abendessen stilecht unterm goldnen Bogen und konsumieren amerikanische Spezialitäten. „Schon wieder 23.30…“ Es waren immer wieder lange Tage, seitdem wir in München losgelegt und uns durch Österreich hindurch in die Schweiz bewegt haben. „Ja aber war geil, oder?!“ Misra hat recht. Es war eine mega Zeit. Kann man jedem nur zu raten. Lasst alles stehen und liegen und geht auf Eure eigene Surfari – Enjoy Rapid Surfing!

Film & Foto: Simon Fitz
Text: Christian Bach

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