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Da Dorad Michi über blinde Surfer

dorad

Servus ihr Augen-zu-Duckdiver,
Kennt irgendwer den Pipecharger Derek Rabelo von euch? Nicht? Das solltet ihr aber. Aber nicht weil er sich die dort die krassesten Wellen wie Jamie O´Brien oder John John Florence abholt, sondern weil er den Spot blind beherrscht-  im wahrsten Sinne des Wortes. Derek Rabelo sieht nämlich genau gar nichts mehr, seit er drei Jahre alt ist. Und ist dennoch ein Surfer mit allem was dazugehört. Er paddelt selber raus, duck dived selber und paddelt selber seine Wellen an. Und das alles komplett blind. Lediglich beim Positioning im Line Up braucht er natürlich Hilfe.  Dagegen wirkt ein Bruce Irons, der Teahupoo mit Augenbinde surft ziemlich langweilig wenn ihr mich fragt. Derek Rabelo ist echt mein neuer Surfheld, weil er für mich alles verkörpert, was am Wellenreiten ursprünglich war. Ich glaube nicht, dass er die neueste Boardshort mit den krassesten Graphics haben muss, sich stundenlang Surfvideos mit den härtesten New School Tricks reinzieht oder auch nur LiveStreams von ASP-Tourstops schaut- ganz einfach, weil er blind ist. In Zeiten, in denen der Soulsurfer bzw. Freesurfer an sich auch nur noch zu einem Marketinginstrument verkommen ist, muss wohl wirklich erst jemand blind sein, damit man ihm glaubt, dass er nur des Surfens wegen surft. Für jeden anderen von uns kerngesunden Surfern wird es über die Jahre schwierig, das Wellenreiten  nur für sich alleine zu erfahren und die Kommerzialisierung die damit einhergeht außen vor zu lassen. Hand aufs Herz: jeder hat Boardshorts und Klamotten von Surfmarken im Schrank obwohl uns das nicht zu besseren Surfern macht. Ich beneide Derek Rabelo definitiv nicht um sein Schicksal, aber er wird solange er blind ist für mich der glaubwürdigste aller Surfer sein, weil er durch sein Defizit an Sehkraft seine Surfsessions eben mit allen anderen Sinnen viel intensiver erleben muss als unsereins. Er macht genau das, was der Surf-Guru Bodhi (Patrick Swayze) dem Ermittler Johnny Utah (Keanu Reeves) in „Point Break“  als Surftip gibt: den Ozean und die Wellen fühlen, um eins mit dem Element zu werden.

Wenn ihr also das nächste Mal in einer Set-Pause nicht wisst, was ihr tun sollt, dann macht doch einfach mal die Augen zu und spürt einfach nur das Meer. Auch auf die Gefahr hin, dass ihr seekrank werdet oder das nächste Set auf eurem Kopf landet. Danach seid ihr umso glücklicher sehen zu können.

http://www.youtube.com/watch?v=1R8zp8WfqXg

Euer Michi

dorad

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