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Da Dorad Michi: VERZWEIFELT


Servus Ihr Channel-Sitzer,

Nachdem ich mich die letzten Monate in Indo ins Barrel-Nirvana gesurft habe, bin ich jetzt wieder im schönen München. Jeder, der schon mal von einem längeren Surftrip zurückgekommen ist, weiß, wie schwer es ist, nicht mehr in offshore-gekämmte Wellenwände sondern jeden Tag in die harte Realität zu droppen. Man bekommt das Gefühl, dass irgendwie alle um einen herum komplett verrückt sind und keinen blassen Dunst davon haben, wie das Leben wirklich zu leben ist. Gut, dass kann in meinem Fall natürlich auch daran liegen, dass ich den Großteil meines Aufenthalts bei einem Medizinmann gewohnt habe, der sich vielleicht zu gut mit der hiesigen Flora und deren Wirkung auf den menschlichen Geist ausgekannt hat. Jedenfalls hielt ich es irgendwann für normal, dass die Eingeborenen immer zu Vollmond Mushroom-Tee aus Holzkrügen so groß wie der EM-Pokal soffen und sich dann die Backen mit angespitzten Korallenstückchen durchbohrten. Nicht, dass ich da mitgemacht hätte, aber die Jungs schienen Spaß daran zu haben. Was ich allerdings nicht nachvollziehen konnte, war, wie man sich als Polizist in München (Freund und Helfer) an eine Ampel stellen und Strafzettel an Radfahrer verteilen kann, die bei Rot drüber fahren, weil im Umkreis von 100m kein Auto zu sehen ist. Das machte ihnen definitiv selber keine Freude.
Während meiner ersten Tage zurück in der Heimat schien ich auch ein neues verrücktes Phänomen entdeckt zu haben. Einen Begriff dafür zu finden ist schwierig, aber ich nenne es jetzt einfach mal das „Ich-bereite-mich-auf-meinen-Surfurlaub-vor-no-matter-what“- Phänomen. Bestimmte Auswüchse in der Richtung konnte man ja schon immer am Eisbach belächeln. Etwa wenn Leute zum Einstieg zurück paddeln, statt einfach zu gehen oder einen Take-Off wie bei richtigen Wellen machen, obwohl man das gar nicht braucht. Meiner Meinung nach sind jedoch die einzigen legitimen Vorbereitungen für einen Surftrip a) gesunde Ernährung, b) Schwimmen und meinetwegen noch c) am See paddeln.
Letztens aber sah ich eine sonderbar Gestalt auf einer Parkbank Liegestützen machen, kurz im Hohlkreuz verweilen und dann auf die Parkbank springen. Ich fand den Anblick zunächst ganz lustig. Beim Näherkommen musste ich jedoch entsetzt feststellen, dass die Gestalt ein Billabong-Cap, ein Quiksilver-Lycra und eine O´Neill Hyperstretch-Boardshort trug. Dann dämmerte es mir: der Kasperl übte Take-Offs auf der Parkbank.
Den Tag darauf sah ich in der U-Bahn noch einen Typen Marke „Großstadtsurfer“, der mit hochroter Birne immer wieder auf seine Uhr sah. Zunächst dachte ich, er hat einen wichtigen Termin und hatte Angst zu spät zu kommen. Nach ca. eineinhalb Minuten jedoch atmete er erleichtert aus und mir wurde klar, dass er gerade Hold-Down gespielt hatte.
Ich frage mich gerade, ob mir diese Auswüchse nur wegen meines Indo-Trips komisch vorkommen oder ob sie tatsächlich so lächerlich sind, wie ich denke.
Man kann ja nicht bestreiten, dass jemand, der 20 Minuten am Tag zwischendurch die Luft anhält, besser auf Hold-Downs vorbereitet ist. Und 100 Take-Offs täglich auf einer Parkbank können dem Take-Off auf einer Welle auch nicht schaden.
Wie gesagt, ich bin noch nicht so in der Realität angekommen, deswegen kann ich es nicht beurteilen. Kann mir da wer helfen?

Euer verzweifelter Dorad Michi

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