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MEO Rip Curl Pro Portugal 2026: Molly Picklum und Griffin Colapinto gewinnen in Supertubos

Bei sechs bis acht Fuß, Offshore Wind und einer endlosen Serie aus Barrels bekamen die Fans in Peniche genau jene Version des berühmten Beachbreaks zu sehen, die ihm den Spitznamen Portuguese Pipeline eingebracht hat.

Am Ende standen mit Molly Picklum und Griffin Colapinto zwei Sieger ganz oben, für die der Erfolg weit über einen weiteren CT Titel hinausgeht.

Picklum holte ihren ersten Saisonsieg 2026 und übernimmt damit vor dem vorletzten Event der Championship Tour das Yellow Jersey.

Colapinto schrieb dagegen Surfgeschichte. Mit seinem Sieg gegen Gabriel Medina ist er der erste Surfer überhaupt, der den MEO Rip Curl Pro Portugal dreimal gewinnen konnte.

MEO Rip Curl Pro Portugal

Molly Picklum holt ihren ersten Saisonsieg

Für Molly Picklum war Portugal bereits das dritte Championship Tour Finale der Saison.

Diesmal sollte es endlich mit dem Sieg klappen.

Im Finale traf die amtierende Weltmeisterin auf Caitlin Simmers, selbst World Champion von 2024 und bereits frühere Siegerin in Peniche.

Picklum eröffnete den Heat mit einer schnellen Tube und setzte damit direkt das erste Zeichen. Simmers antwortete ebenfalls mit einem Barrel und übernahm zwischenzeitlich Druck.

Den entscheidenden Unterschied machte schließlich eine 7,83 von Picklum.

Simmers verbesserte sich noch auf 6,67 Punkte, bekam in der verbleibenden Zeit aber keine Welle mehr, mit der sie das Finale hätte drehen können.

Picklum gewann mit 13,33 zu 12,84 Punkten.

Für die Australierin war es der erste CT Sieg der Saison und gleichzeitig ein Erfolg, den sie sich ausdrücklich vorgenommen hatte.

„It was a dream of mine to win here.“

Portugal gehört für Picklum zu den Spots, an denen sie besonders gerne surft. Sie beschrieb Supertubos nach ihrem Sieg als Mischung aus brasilianischer Energie und Pipeline.

MEO Rip Curl Pro Portugal

Picklum übernimmt das Yellow Jersey

Noch wichtiger als die Trophy ist der Blick auf das Ranking.

Durch ihren Sieg übernimmt Picklum die Führung in der Championship Tour und reist im Yellow Jersey zum vorletzten Saisonstopp.

Das Timing könnte kaum besser sein.

Nach mehreren starken Ergebnissen scheint Picklum genau in jener Phase der Saison ihre beste Form zu finden, in der jeder Heat direkten Einfluss auf das World Title Race hat.

Schon 2025 hatte Picklum gezeigt, dass sie mit Druck umgehen kann. Damals gewann sie bei den WSL Finals in Fiji ihren ersten Weltmeistertitel. Mehr dazu findet ihr in unserem Rückblick auf Molly Picklums ersten World Title.

MEO Rip Curl Pro Portugal

Griffin Colapinto schreibt Geschichte

Bei den Männern bekamen die Zuschauer ein Finale, das Supertubos ziemlich perfekt zusammenfasste.

Griffin Colapinto gegen Gabriel Medina.

Zwei Surfer mit unterschiedlichen Stilen, beide extrem stark in der Tube und beide bereit, in den großen Sets immer noch etwas tiefer zu gehen.

Medina erwischte den besseren Start.

Colapinto antwortete zunächst mit einer 8,17, doch Medina legte direkt nach und kombinierte eine 8,57 mit einer 8,20.

Damit stand Colapinto plötzlich vor einer ziemlich großen Aufgabe.

Dann kam die Welle des Finals.

Colapinto zog in einen großen Supertubos Barrel, verschwand komplett und tauchte vor dem Strand wieder auf.

Die Judges gaben 9,43 Punkte.

Damit drehte er den Heat und gewann mit 17,60 zu 16,77 Punkten.

MEO Rip Curl Pro Portugal

Drei Portugal Siege für Colapinto

Mit diesem Erfolg ist Griffin Colapinto nun der erste dreifache Sieger des MEO Rip Curl Pro Portugal.

Schon 2022 gewann der Kalifornier in Peniche.

2024 folgte Titel Nummer zwei, damals gegen Ethan Ewing. Unseren Rückblick auf diesen Sieg findet ihr hier: Griffin Colapinto gewinnt MEO Rip Curl Pro Portugal 2024.

2026 kommt jetzt Nummer drei dazu.

Dass ausgerechnet Gabriel Medina im Finale gegenüberstand, machte den Sieg für Colapinto noch besonderer.

Nach dem Contest verglich er den Schlagabtausch mit den legendären Duellen zwischen Andy Irons und Kelly Slater, die er als Kind verfolgt hatte.

Große Worte.

Bei einem Finale mit 17,60 gegen 16,77 Punkten in pumpenden Supertubos Bedingungen aber zumindest nachvollziehbar.

MEO Rip Curl Pro Portugal

Gabriel Medina zurück auf dem Podium

Auch wenn Medina das Finale verlor, war Portugal für ihn ein wichtiges Resultat.

Der dreifache Weltmeister besiegte im Halbfinale Italo Ferreira mit 11,67 zu 10,10 Punkten und stand anschließend erstmals in dieser Postseason wieder ganz vorne im Kampf um einen Event Sieg.

Medina zeigte über den gesamten Finals Day, dass er in technisch anspruchsvollen Barrels weiterhin zu den besten Surfern der Welt gehört.

Gegen Colapinto fehlte am Ende nur eine einzige Welle.

Sein Final Total von 16,77 Punkten hätte an sehr vielen Contesttagen problemlos für den Sieg gereicht.

MEO Rip Curl Pro Portugal

Caitlin Simmers findet wieder Momentum

Ähnlich wichtig dürfte Rang zwei für Caitlin Simmers sein.

Die ehemalige Portugal Siegerin stand 2026 erstmals auf einem CT Podium.

Nach einer Saison, in der für die Weltmeisterin von 2024 nicht alles nach Plan lief, kommt dieses Resultat zu einem wichtigen Zeitpunkt.

Simmers selbst sprach anschließend vor allem davon, wieder mehr Freude am Contest Surfen zu finden.

Und Supertubos ist dafür offensichtlich kein schlechter Ort.

MEO Rip Curl Pro Portugal

Supertubos liefert einen Finals Day für die Highlights

Der eigentliche Star des Tages war trotzdem die Welle.

Sechs bis acht Fuß große Sets marschierten Richtung Praia de Supertubos, Offshore Wind hielt die Barrels offen und Tausende Fans standen am Strand.

Es gab dabei kaum Mittelmaß.

Entweder fanden die Surfer tiefe Tubes oder sie wurden komplett von den Sets verschluckt.

Gerade dieser Mix aus Risiko, Wave Selection und Commitment macht Supertubos bei guten Bedingungen zu einem der spannendsten Stops der Championship Tour.

Bereits am ersten Contesttag hatte sich abgezeichnet, was möglich ist. Damals hatten Colapinto sowie die portugiesischen Wildcards Guilherme Ribeiro und Teresa Bonvalot für die ersten großen Geschichten gesorgt.

Am Finaltag ging das Level noch einmal deutlich nach oben.

MEO Rip Curl Pro Portugal

Ergebnisse MEO Rip Curl Pro Portugal 2026

Frauen Finale

  1. Molly Picklum (AUS) 13,33
  2. Caitlin Simmers (USA) 12,84

Männer Finale

  1. Griffin Colapinto (USA) 17,60
  2. Gabriel Medina (BRA) 16,77

Männer Halbfinale

Gabriel Medina (BRA) 11,67 besiegt Italo Ferreira (BRA) 10,10

Griffin Colapinto (USA) 14,33 besiegt Yago Dora (BRA) 8,83

World Title Race spitzt sich weiter zu

Portugal war Stopp Nummer zehn der Championship Tour 2026.

Mit Molly Picklum im Yellow Jersey und starken Ergebnissen von Simmers, Medina und Colapinto bekommt das Titelrennen vor den letzten beiden Events noch einmal neue Dynamik.

Schon nach Trestles war klar, wie eng die entscheidende Saisonphase wird. Damals lagen unter anderem Gabriela Bryan, Erin Brooks, Molly Picklum und mehrere weitere Fahrerinnen eng zusammen. Bei den Männern waren Miguel Pupo und Colapinto ebenfalls mitten im Rennen.

Jetzt verschiebt Portugal das Kräfteverhältnis erneut.

Vor allem Picklum reist mit maximalem Momentum weiter.

Als Nächstes wartet der Philippines Pro

Die Championship Tour zieht jetzt weiter auf die Philippinen.

Der Philippines Pro läuft vom 31. Oktober bis 10. November 2026 und ist der vorletzte Stopp der Saison.

Danach wartet nur noch das Saisonfinale.

Für Picklum geht es darum, das Yellow Jersey zu verteidigen.

Für Colapinto, Medina und die weiteren Titelkandidaten wird dagegen jeder einzelne Heat wichtiger.

Nach einem Finals Day wie in Portugal ist die Messlatte jedenfalls ziemlich hoch.


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