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SURF ON EUROPE

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SURF ON, EUROPE! – Im Interview mit Lukas und Constantin über ihre Surf Doku

Lukas Steinbrecher und Constantin Gross haben mit ihrer Company VeyVey Films die Dokumentation SURF ON, EUROPE!  produziert.

Wer jedoch einen Sommer-Sonne-Sonneschein Film erwartet, liegt falsch, denn der Film „erforscht Europas Versprechen von Freiheit und die anhaltenden Herausforderungen, die es bedrohen“ – so die zwei Macher. 

Zerrissen zwischen der Freiheit der Wellen und gesellschaftlichen Zwängen.

Der ungewöhnliche und packende Dokumentarfilm „SURF ON, EUROPE!“ porträtiert drei Europäische Surfer und ihren Kampf gegen soziale und politische Hürden. Lukas und Constantin sind in Köln aufgewachsen und schon seit der Schulzeit zum Surfen in verschiedene Länder gereist. Sie haben Europa unter anderem dadurch kennen und lieben gelernt.

SURF ON EUROPE

Wir haben die Beiden zum Interview getroffen, um mehr über sie und den neuen Film zu erfahren.

Hallo Lukas, Constantin und du seid unter dem Namen VeyVey sehr aktiv, was das Thema Dokumentarfilm angeht, und auch wir haben vor einigen Jahren einen wunderschönen Clip aus Bali von euch veröffentlicht. Wie kam es zur Leidenschaft fürs Filmen und seit wann macht ihr das?

Angefangen hat das in der Schulzeit, als wir unsere ersten Surftrips gefilmt haben und daraus die ersten Edits entstanden sind. Die Leidenschaft fürs Reisen und der Wunsch, all die Eindrücke festzuhalten, waren definitiv treibende Faktoren. Constantin und ich haben nach der Schule unabhängig voneinander Digital Media Production bzw. Multimedia Production studiert und als Freelancer gearbeitet. Daraufhin haben wir ziemlich bald VeyVey Films gegründet.

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Filme aus Leidenschaft zu produzieren und damit auch Geld zu verdienen, ist manchmal gar nicht so einfach. Wie schafft ihr den Spagat?

Wichtig ist auf jeden Fall, die Balance zu halten zwischen Herzblutprojekten, bei denen wir uns kreativ komplett austoben und entwickeln können, und den Jobs, die einem oft weniger Freiraum lassen, aber dafür mehr Budget mit sich bringen. Ich denke, wir sind auf einem guten Weg dahin, genau die Projekte zu realisieren, die das Beste aus beiden Welten vereinen.

Wie und wann seid ihr zum Surfen gekommen und was hat euch daran gereizt, den Film „SURF ON, EUROPE!“ zu produzieren?

Constantin stand seit seiner Kindheit auf dem Windsurfbrett. Im Schüler-Auslandsjahr in Andalusien wurde er dann vom Wellenreiten angefixt.

Bei mir war es ganz klassisch der Surfkurs in den Sommerferien. Ich habe direkt Blut geleckt und hatte das Glück, dass es meinem Dad genauso ging. Zusammen mit Freunden sind wir dann so oft es ging ans Meer gefahren.

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Wir sind in Köln groß geworden und zum Surfen mussten wir in andere Länder fahren. Dass wir uns frei bewegen können, ohne spürbare Grenzen, haben wir immer als selbstverständlich wahrgenommen. Wir sind damit aufgewachsen und kannten es nicht anders. Dann kam das Ergebnis vom Brexit-Referendum und parallel wurde der Rechtspopulismus in Europa immer stärker. Das Konzept Europa bröckelt immer weiter und wir machen uns oft zu wenig bewusst, was wir hier alles an Privilegien genießen. Auch dahingehend, wie frei wir uns hier entfalten können im Vergleich zu anderen Orten auf der Welt. Das wollten wir greifbar machen, ohne trockene Schlagzeilen, sondern durch die Geschichten von unseren surfenden Protagonisten.

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Der Film SURF ON, EUROPE! grenzt sich von den spaßgetriebenen Surf Movies ab, die wir zumeist zu sehen bekommen. War genau das der Ansatz? Einen komplett anderen Film zu produzieren?

Exakt. Wir sind mit genau diesen Surf Movies groß geworden, voller Eye Candy, YOLO und der Suche nach der perfekten Welle. Diese Filme finden wir auch nach wie vor super, außerdem hat uns die Dynamik und Ästhetik davon nachhaltig in unserer Arbeit geprägt. Gleichzeitig hatten wir immer den Wunsch, mal einen Surffilm zu produzieren, mit einer tieferen Story und dem Potential für mehr Impact. Und wir wollten mal weg von den oft dargestellten Surfer-Klischees, oder genau damit spielen.

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Der Film stellt drei Charaktere in den Fokus, die alle eine gemeinsame Leidenschaft für das Surfen teilen, aber dennoch sehr unterschiedliche und tiefgründige Geschichten haben. Wie habt ihr diese drei Personen ausgewählt?

Nachdem die Idee von uns über ein Jahr verteilt in einem Entwicklungsprogramm (Documentary Campus) ausgearbeitet wurde, hatten wir ziemlich spezifische Profile von Charakteren im Kopf.

In Südspanien prallen Welten aufeinander, wenn Touristen an den gleichen Stränden surfen gehen, an denen Geflüchtete in Booten aus Marokko ankommen und dabei ihr Leben riskieren. Also haben wir nach einer Person gesucht, die diese Welten inhaltlich miteinander verbinden kann. Eigentlich haben wir erst eine Spanierin gefilmt, die ehrenamtlich eine Unterkunft für Geflüchtete aufgebaut hat. Sie musste das Projekt dann aus unplanbaren Gründen abbrechen und ist weit weg vom Meer gezogen. Zum Zeitpunkt des letzten Drehs hat sie mit Majid in einer WG gelebt, und seine Story hatte gerade begonnen. Das war pures Glück.

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Wie du dein eigenes Surfboard shapest! 

Die Grenze zwischen Irland und Nordirland ist auch Jahrzehnte nach dem Nordirlandkonflikt ein Thema, das dort für Unruhen sorgt. Nach dem Brexit-Referendum war absehbar, dass politische Spannungen wieder aufleben können, in einer Gesellschaft, die auch Jahrzehnte danach noch immer tief gespalten ist. Wir wollten wissen, wie das für eine Person ist, die sowohl den Bürgerkrieg als auch den Friedensprozess miterlebt hat und für die das Surfen eine tragende Rolle gespielt hat. Wir haben mit vielen Leuten gesprochen und immer häufiger tauchte Rosys Name auf. Er war der perfekte Kandidat und wahrscheinlich auch der einzige auf der Insel.

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Wir hatten Südfrankreich als Wiege des europäischen Surfens schon relativ früh ins Auge gefasst und mit vielen Einheimischen aus der Gegend gesprochen, teilweise sogar schon gedreht. Wir sind dann irgendwann bei der Recherche auf das Queen Classic Surf Festival aufmerksam geworden und haben Margaux kontaktiert, ob sie Interesse hätte, bei unserem Projekt mitzumachen.

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Wie viel Zeit habt ihr mit Recherche verbracht und was waren die größten Hürden?

Die Recherche zu SURF ON, EUROPE! hat sehr lange gedauert, wir haben 2017 den allerersten Trip dafür unternommen. Eine Geschichte haben wir über 2 Jahre gefilmt, konnten sie jedoch aufgrund von Veränderungen im Leben unserer Protagonistin nicht zu Ende erzählen, haben wieder bei Null angefangen und neu recherchiert.

Anfang 2020 hatten wir dann die Finanzierung und die Recherche abgeschlossen, um in Produktion zu gehen, aber die Pandemie hat nochmal einiges durcheinandergewirbelt. Wenn man das „echte“ Leben verfolgt, sind manche Dinge einfach komplett unvorhersehbar. Als in Europa nach Corona schon alles wieder fast „normal“ lief, hat Marokko die Grenzen immer noch von einem auf den anderen Tag für mehrere Monate geschlossen.

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Die momentanen Zeiten sind nicht ganz einfach, egal für wen und in welchen Bereichen. Die Geschichten eurer Hauptprotagonisten stellen jedoch die eigenen Probleme in ein anderes Licht und zeigen, welche Kraft die Leidenschaft für das Surfen hat. Ist das die Quintessenz?

Ich glaube, die Quintessenz ist, Dinge nuanciert zu betrachten, aber das wäre jetzt meine Interpretation. Surfen kann Freiheit bedeuten, Surfen kann Eskapismus sein, Surfen kann einem die Kraft für alles weitere im Leben geben… Aber Surfen hat auch innerhalb der Subkultur Baustellen und Debatten, die man genauso in anderen Lebensbereichen wiederfindet. Surfen ist Teil des Lebens, ein extrem wichtiger für viele.

Surfer genießen die Reisefreiheit Europas sozusagen in vollen Zügen. Beim nächsten Surftrip: Achtet mal auf die Schilder an den Stränden. Fast alle Infrastrukturen, von Straßen bis zu Parkplätzen, Duschen und Dünenwegen sind von EU-Geldern finanziert.

Was hat euch am meisten berührt bei den Dreharbeiten zu SURF ON, EUROPE! und gibt es einen Moment, der besonders einschneidend war?

Das, was uns am meisten berührt hat, bringt uns noch immer Tränen in die Augen, möchte ich aber nicht spoilern :)

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Surfen wird auch häufig als eine Art Therapie gesehen, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und eins mit der Natur zu werden. Klingt etwas kitschig, aber würdet ihr das auch so sehen?

Darüber gibt es ja schon einige Filme, und Surfen kann definitiv therapeutisch wirken. Es hilft ganz bestimmt dabei, komplett abzuschalten, im Moment zu verweilen und ein Bewusstsein für die Natur zu entwickeln. Wer allerdings Anfänger in 2m Barrels stellt, erzeugt wohl eher Trauma als Therapie…

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Als Filmer bei perfekten Surfbedingungen mit der Kamera im Wasser zu liegen oder am Strand zu stehen muss doch grausam sein, oder?

Definitiv, wir mussten erstmal dahin kommen, in solchen Momenten den Schalter im Kopf umzulegen. Aber am Ende war es immer sehr befriedigend, wenn gute Shots im Kasten waren und wir hatten immer das Gefühl, dass es sich gelohnt hat. Trotzdem freuen wir uns beide riesig auf den nächsten Surftrip, bei dem wir die Kamera einfach mal zuhause lassen.

Wie viele Stunden Filmmaterial habt ihr am Ende gesammelt und wie lange habt ihr an der Auswahl und dem Schnitt gesessen?

Inklusive Surf-Footage sind wir auf ca. 400 Stunden Filmmaterial gekommen. Das schließt auch die Geschichten ein, die nicht im Film gelandet sind. Mit der Auswahl haben wir zwischen den Drehs begonnen, das hat sich auf die 6 Jahre zwischen Entwicklung/Recherche und Postproduktion verteilt. Die letzten 4 Monate haben wir beide Vollzeit am Film geschnitten, dazu gab es noch dramaturgische Beratung.

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Ihr seid momentan mit dem Film mit der Surf Film Nacht auf Premierentour. Es muss unglaublich spannend sein, den Film erstmals einem großen Publikum zu zeigen, oder?

Tatsächlich hatte „Surf On, Europe!“ schon eine Uraufführung auf dem Filmfestival Max Ophüls Preis. Uns war es wichtig, einen Film über Surfen, aber nicht nur für Surfer zu machen. Wir sind daher total glücklich, dass wir es mit einem Surffilm auf das wichtigste deutsche Nachwuchsfilmfestival geschafft haben und so viel positives Feedback von Menschen bekommen haben, die mit Surfen gar nichts zu tun haben. Zum Start der Kinotour sind wir aber mindestens genauso aufgeregt. Nicht nur, weil hier sehr viele Freunde und Bekannte den Film sehen werden, denen wir jahrelang davon erzählt haben, sondern weil er hier das erste Mal an die Zielgruppe aus der Surf-Crowd gelangt.

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Begleitet ihr die Tour oder nur ein paar Stopps?

Wir waren zum Tourstart in Köln dabei und sind bei den Screenings in Norddeutschland dabei, zurück zu den Wurzeln! Noah (Kamera) ist in Pinneberg aufgewachsen, Steffen (Musik, Sounddesign & Mix) wohnt in Hamburg und ich habe in Kiel studiert. Da hat alles angefangen. Constantin hat seine Basis in der Schweiz und wird bei den Vorstellungen in Bern und Zürich dabei sein. Ein paar weitere Stopps kommen bei uns noch hinzu, das wird auf unserer Homepage aktualisiert.

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Wird der Film dann auch irgendwann online gestellt?

Irgendwann auf jeden Fall, wir freuen uns aber erstmal, den Film nach so viel Arbeit auf der großen Leinwand mit gutem Sound zu zeigen.

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Wie geht es bei euch weiter und habt ihr schon Ideen oder Pläne für das nächste Projekt?

Wir arbeiten immer an mehreren Konzepten und gerade an einem Projekt mit Nachwuchstalenten im Actionsport, an einem weiteren Surfprojekt, das noch nicht spruchreif ist, und an einer halb fiktionalen Serie über die Finanzwelt. Das hat dann gar nichts mit Surfen zu tun, aber manchmal ist es auch cool, das Surfen weiterhin als persönlichen Eskapismus leben zu können und nicht nur im Rahmen des Jobs zu erleben. Wir surfen nämlich auch ziemlich gerne selbst.

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Wollt ihr jemandem danken oder ein paar letzte Worte raushauen?

Geht wählen! Auch, oder gerade auch bei der Europawahl! Und kommt ins Kino und erzählt allen von der Kinotour.

Danke an den WDR für das Unterstützen eines Surffilms. Danke an Noah für die Rückendeckung während der Postproduktion. Danke an unsere Freunde und Familie, besonders Theresa und Melanie. Ohne euren Support wäre dieser Film nicht möglich gewesen.

Der Film wird momentan im Zuge der Surf Film Nacht präsentiert

Hier die Termine:

6.6. Leipzig – Surf On Europe
6.6. Berlin – Surf on Europe
11.6. Wien – Surf On Europe
11.6. München – Surf On Europe
12.6. Köln – Surf On Europe
4.7. Hamburg – Surf On Europe
21.7. Düsseldorf – Surf On Europe

Tickets und Infos gibt es HIER

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Zuletzt aktualisiert am 24. September 2023 um 00:39 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

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