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Special

Al Merrick


Kelly Slater beweist, dass Grösse doch nicht immer eine Rolle spielt.
Kelly Slater beweist, dass Grösse doch nicht immer eine Rolle spielt.

Kelly Slater wird immer unheimlicher. Nicht nur, dass er mit seinen neun Weltmeistertiteln bereits alle Rekorde gebrochen hat und sein Surfen nach so vielen Jahren noch immer das Mass aller Dinge ist, nein, jetzt fängt King Kelly auch an, seine eigenen Bretter zu shapen. Im Winter gewann er auf einem winzigen 5’11“ Shortboard mit runder Nose die Pipe Masters und vor kurzem scorte er doppelt kopfhohe Wellen in Indo auf einem 5’3er. Wir fragten Al Merrick, Kellys Haus-und-Hof-Shaper, was da los ist.

Surfers: Hi Al! Stimmt es, dass du Slater herausgefordert hast, seine eigenen Bretter zu shapen und diese auf der gesamten Tour 2009 zu surfen?
Al Merrick: Yep.

Worum geht es dabei?
Wir waren in meiner Shape-Werkstatt und Kelly hatte am Finishing seiner Boards plötzlich selbst Hand angelegt. Es sah gut aus, was er da machte, also sagte ich ihm: „Hey, wäre es nicht verdammt cool, wenn du die Tour mit deinen eigenhändig geshapten Brettern gewinnen würdest?“

Während Kelly 2008 die beiden ersten WCT-Tourstopps für sich entscheiden konnte, landete er dieses Jahr jeweils nur auf Platz 17. Glaubst du, dass das was mit den Brettern zu tun hat?
Ich weiss es nicht. Sein Equipment ist halt ziemlich anders als das, was sonst auf der Tour gesurft wird. Das Judging ist eine recht subjektive Angelegenheit. Die Punktrichter akzeptieren neue Dinge immer nur sehr langsam und sehen gerne altbewährte Muster, daher vielleicht die schlechten Resultate. Aber dass es klappen kann, zeigte ja der Pipe-Contest im Winter 2008. Er surfte ein 5’11” mit dem Volumen eines 7’0ers und gewann.

Wie anders sind Kellys Bretter im Vergleich zum letzten Jahr?
Wir arbeiten jetzt schon etwas länger an der Idee, die Bretter kürzer zu bekommen, aber das Volumen dabei nicht grossartig zu verändern bzw. es anders im Board zu verteilen. Gerade gestern sass er wieder am Computer, um ein paar neue Boards zu entwerfen. Er versuchte dabei, Altbewährtes mit neuen Überlegungen zu kombinieren. Er bringt so viel Erfahrung mit, und wenn nicht Kelly himself weiss, was funktioniert – wer dann?

Wie sehen seine Ideen konkret aus?
Er hat recht normale Vorstellungen vom Surfboard-Design, aber neue Ideen, was Kombinationen der verschiedenen Shape-Möglichkeiten betrifft. Das Fundamentalste dabei ist wie gesagt, dass wir zusammen herausgefunden haben, wie man das Volumen in den verschiedensten Shapes steigern kann, was recht praktisch ist. Denn plötzlich kann man einem 5’3er so viel Auftrieb verleihen wie einem 6’3”. Dadurch hat man wesentlich weniger Surfboard auf der Wasseroberfläche, doch durch das verhältnismässig grosse Volumen kann man immer noch problemlos Wellen anpaddeln, ohne wie bei Tow-Boards auf die Hilfe von Maschinen angewiesen zu sein. Zusätzlich können durch die kurzen Rails viel engere Turns gefahren werden.

Wie lange beschäftigt sich Kelly schon eingehend mit dem Thema Shapen?
Seit anderthalb, vielleicht zwei Jahren ist er intensiv dabei. Es fing damit an, dass ich damals so genannte Pods und Biscuits shapte. Er nahm eines der Bretter mit nach Australien und war echt beeindruckt. Seitdem war er regelrecht angefixt und dachte darüber nach, sein Equipment komplett zu überarbeiten.

Könnte das der Start eines neuen Trends sein?
Ich weiss es nicht, aber nach so etwas habe ich schon sehr lange gesucht. Dieser Schritt, neue Wege im Shapen zu gehen, ist längst überfällig. Denn sitzt man beispielsweise am Strand vor Pipeline und schaut sich an, wie viel ungesurftes Potenzial die Welle immer noch hat, wird einem fast schlecht. Das Material hält uns immer noch davon ab, noch radikaler zu surfen. Aber wohin auch immer uns diese Entwicklung führen wird, Kelly hat gerade riesigen Spass daran, neue Ideen umzusetzen. Und dies funktioniert mithilfe der Computer so viel schneller als früher: Kelly und ich können uns vor den Rechner setzen, ein Board designen, lassen es shapen und fünf Minuten später liegt es im Glassing-Raum. Am nächsten Morgen kann er es surfen. Bei der Geschwindigkeit bin ich mir sicher, dass es bald viel Neues geben wird!

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