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Special

Da Dorad Michi: nutzt die Chance

Servus ihr Surf-Nerds,

Ich bin die Tage eigentlich ganz froh, dass ich meinen Lebensunterhalt nicht ausschließlich als Surf-Journalist zusammenkratzen muss. Grund hierfür ist der Slater Kelly (39) wieder mal. Nur zur Info: er war bei vier der letzten fünf ASP-Events im Finale, gewann zwei davon und davor ließ er den Tourstop in J-Bay/ Südafrika sausen, weil auf Fiji die Wellen gerade so gut waren. Ich stelle mir vor, ich wär einer von diesen australischen Surf-Schreiberling-Veteranen, die immer und immer wieder mit der gruseligen Überlegenheit des Slaternators konfrontiert werden. Irgendwann gibt es einfach nichts mehr zu schreiben. Es muss diesen bärtigen Menschen mit ihren ausgebleichten blonden Haaren mittlerweile vorkommen, als müssten sie beschreiben wie nass doch Wasser schon wieder ist, wenn Herr Slater mal wieder eine Saison dominiert. Sie müssen wohl eine Empathie mit Bill Murray in „Und täglich grüßt das Murmeltier“ empfinden, die ihnen Schauer über den Rücken jagt, wenn KS mal wieder den Strand hochgetragen wird. Die Wiederholung des immer Gleichen; ein journalistisches Fegefeuer.
Unterstützt wird dieses gruselige Gefühl zudem durch die Konfrontation mit der eigenen Vergänglichkeit und Unzulänglichkeit. Der Kollege Rohleder schrieb zwar mal, dass er sich vom Herren Slater inspiriert fühlt, weiter an seinen Eisbach-Skills zu feilen und sich auch an einen Shove-it zu versuchen, aber selbst wenn er den Trick mittlerweile steht, ist Ke11y Slater gerade dabei seinen elften Weltmeistertitel einzuheimsen. Würde einen Backflip in einer 5m-Flußwelle alt aussehen lassen diese Leistung.
Aber genug der bösen negativen Gedanken. Wenn uns die Dominanz eines Kelly Slaters etwas zeigt, dann, dass zum einen unser Sport gesund ist, weil ansonsten ein 39-jähriger nicht der Beste darin wär. Vor allem aber, dass beim Wellenreiten Erfahrung einfach alles ist. Seine ersten sechs Titel hat er vielleicht noch gewonnen, weil er mit einer damals untypischen Professionalität und einem als uncool geltenden Ehrgeiz an das Ganze herangegangen ist. Mittlerweile hat jeder Topsurfer sein Yogamättchen, seinen Ernährungsberater und einen Drogenhund, der laut gibt, wenn in der Nähe gekifft wird, damit nichts unabsichtlich eingeatmet werden kann. Die Erfahrung eines KS jedoch kann man sich nicht matrixmäßig in sein Hirn laden lassen. Leider.
11 Weltmeistertitel verdammt! Und das nicht in einem Sport wie Cupsticking, Ugly Dancing oder Stehsegeln. Zudem in einer Sportart, die sich in großen Teilen einem Jugendwahn versprochen hat, dass einem Jogi Löw ganz warm ums Herz werden dürfte. Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, wird er das Kunststück auch noch auf von ihm selbst geshapten Boards vollbringen. Das wär wie wenn Sebastian Vettel sich seine Weltmeister-Karre selbst zusammenschraubt.
Ich lehne mich jetzt mal ganz weit aus dem Fenster und behaupte die restlichen beiden Events (Ocean Beach / SanFrancisco; Pipeline / Hawaii) werden nur noch ein Schaulaufen. Quiksilver hat die „Ke11y“ – Caps und Shirts auch schon gedruckt und ich werd mir eines bestellen. Ist schließlich nicht weniger als die größte sportliche Leistung aller Zeiten von der wir hier Zeuge werden dürfen.
Servus,
Euer dehmütiger Michi

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