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Die Geschichte von Banzai Pipeline

Am 8. Dezember starten die Billabong Pipemasters am North Shore. Pipeline ist wirklich eine Welle für sich. Auch wenn es mittlerweile heftigere Wellen wie Teahupoo gibt, hat sich diese Welle ihre Magie bewahrt. Das mag vielleicht auch damit zusammenhängen, dass kein amerikanisches Surfmagazin ohne einen Shot von Pipeline auskommt. Allem Hype zum trotz handelt es sich aber bei der Welle auf jeden Fall um etwas ganz spezielles. Sei es, dass sie so nahe am Strand bricht, dass man die Surfer fast anspucken kann, sei es, dass in ihr schon viele Weltmeister gekürt wurden, oder seien es ihre vielen Gesichter. Je nach Swell-Größe, Swell-Richtung, Swell-Persiode oder Sandbankbeschaffenheit gibt es über 300 Möglichkeiten wie Pipeline/Backdoor brechen kann.

Mit vollem Namen heißt der Spot ja Banzai Pipeline, was auf einen Ausruf von Surffilmmacher Bruce Brown („Endless Summer“) zurückzuführen ist. Der Vorschlag für den Namen „Pipeline“ kam von dem Surfer Mike Diffenderfer, der zu der Zeit mit Bruce Brown und Phil Edwards am North Shore unterwegs war, und sich auf eine nahegelegene Pipeline-Baustelle bezog. Phil Edwards war es auch dann, der die erste Welle dort ritt. Mit einem Longboard wohlgemerkt.
Entstanden ist die Welle, bzw. das Riff, das sie brechen lässt, über Millionen von Jahre. Wasser von den nahegelegenen Bergen bildete Ströme, die ins Meer flossen. Entlang dieser Ströme war der Salzgehalt im Wasser niedriger und die Riffe entwickelten sich dort weniger gut. So entstanden die Channels, in denen die Surfer rauspaddeln. Deren Beschaffenheit ist auch essentiell für die Qualität der Wellen. Früh in der Saison liegt oft noch viel Sand in den Riffgräben, wodurch Pipeline sehr oft close-out bricht. Viele Verletzungen passieren daher am Anfang der Saison. Sind dann ein paar heftige Swells durchgezogen, sind die Channels wieder schön definiert vorhanden und die Welle zeigt sich von ihrer schönen Seite. Vorausgesetzt die Swell-Richtung stimmt. Am besten funktioniert die Welle bei einem Nord-West-Swell. Ist die Swell-Richtung zu westlich, blockieren andere Inseln, vor allem Kauai, die Ankunft schöner Lines.


Die Welle selber kann in Backdoor Pipeline (nach rechts) und Pipeline-Left (nach…ratet mal) eingeteilt werden. Der Untergrund bei Pipeline-Left ist im allgemeinen ein bisschen ebener, da durch die vielen Sandbewegungen das Riff etwas abgeschliffener ist. Bei Backdoor findet man unter Wasser mehr spitz zulaufende Lavaformationen und Unterwasserhöhlen, die natürlich nicht ganz ungefährlich sind.
Das Riff kann in erstes, zweites und drittes Riff eingeteilt werden. Beim ersten Riff bricht die Welle, wie man es kennt. Drop, direkt rein in die Barrel und irgendwie wieder raus.
Beim Ritt einer typischen Welle am zweiten Riff, hat der Surfer zwar mehr Zeit, aber auch eine krass hohe Welle zu bewältigen. Dem steilen Drop folgt in der Regel ein langgezogener Bottom-Turn und eine weite, offene Tube. Wenn die Sandbänke mitspielen. Pipe-Spezialisten wie Jamie O´Brian, John John Florence und Bruce Irons setzen sich aber auch an 2nd Reef-Tagen auf das erste Riff, bekommen ein paar größere Sets auf den Kopf und schnappen sich dafür die 1st-Reef-Bomben
Wenn der Swell so groß ist, dass das dritte Riff bricht, geht es nur noch ab und fette Weißwasserwalzen schieben sich durch den Line-Up. Es ist dann noch theoretisch surfbar, aber in der Regel gibt es dazu dann genug andere Big-Wave-Alternativen.
Aber egal, welches Riff ab 8.Dezember funktioniert. Es wird auf jeden Fall eine große Show.

text: bernd bliemel

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