Künstliche stehende Welle im Eisbach des Englischen Gartens, die ganzjährig zum Surfen einlädt.
so steht es bei Google in der Kurzbeschreibung.
Lange haben wir uns überlegt, was wir über die aktuelle Lage am Eisbach schreiben sollen, mit wem wir Interviews führen sollten und welche Rolle wir als Surfmagazin in dieser Diskussion überhaupt einnehmen wollen. Die Welle an Berichterstattungen auf diversen Nachrichtenplattformen hat uns fast ohnmächtig gemacht, denn selbst die New York Times berichtete über das Dilemma:
The city, which profited from the visitors, long tolerated the surfers and the ramp, even installing life rings and a list of rules at the water’s edge…
Doch in diesem Kommentar geht es uns weder um einen Faktencheck noch um eine Position, die wir einnehmen wollen. Vielmehr ist es eine Herzensangelegenheit. Denn was wir bei unserem letzten Besuch an der Eisbachwelle erleben mussten, hat uns wirklich schockiert.
Die Stille.

Keine Besuchertrauben mehr Brückenrand. Kein Lachen. Kein Stimmengewirr. Nur noch das gleichmäßige Rauschen der Isar. Ein Moment, der sich anfühlt wie ein Flashback in die härteste Pandemiezeit, als Ausgangssperren die Stadt leergefegt hatten.

Gefühlt haben sich eben noch das Who’s who der politischen Größen hier am Ufer vor Kameras versammelt. Der Wahlkampf hat seine Bilder gesucht und gefunden. Doch jetzt ist er vorbei. Und plötzlich ist es still.
Die Welle kämpft.
Nur ein kleiner Teil von ihr zeigt noch Stärke und versucht, sich offen zu halten, ganz ohne Rampen, Gitter oder sonstige Einbauten. Der Pegel ist niedrig. Zu niedrig. Die Welle kann so gar nicht mehr laufen. Als hätte jemand den Stöpsel gezogen und das nicht, weil eine Bachauskehr ansteht. Einige Touristen laufen mit dem Handy etwas verloren im Kreis. Sie suchen scheinbar die „Surfer in der Stadt“. Nach wenigen Minuten verlassen die meisten wieder das Ufer.

Der Eisbach war nie für uns Surfer gedacht. So war er nie konzipiert. Eigentlich sollte die Konstruktion das Wasser bremsen, nicht eine Welle erzeugen. Dass hier einmal eine Touristenattraktion entstehen würde, war nie vorgesehen.
Und trotzdem ist genau das passiert.





