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Top 10

10 Tipps zum Überleben in kaltem Wasser

Auch wenn wir dieses Jahr noch von dem großen Kälteeinbruch verschont geblieben sind, fallen die Temperaturen nun langsam in winterliche Minusgrade. Nun gibt es zwei Möglichkeiten – entweder man verdrückt sich in den Süden in wärmere Gefilde, oder man bereitet sich auf den Sprung ins kalte Wasser vor. Hier haben wir Euch 10 Tipps für die kalten Tage zusammengestellt und natürlich freuen wir uns über ergänzende Tipps von Euch. Untermalt wird das Ganze mit den schönsten Kaltwasser-Clips der letzten Zeit
Los geht’s:

1- Richtige Planung

Da bei kalten Temperaturen die Zeit im Wasser sehr begrenzt ist, sollte man versuchen den besten Zeitpunkt für die Session abzupassen. Vielleicht lieber einmal mehr die Vorhersage über Wind und Wetter begutachten und vor allem die richtige Tide checken. Es mag manchmal schwer fallen nicht direkt ins Wasser zu springen wenn es Wellen gibt, aber manchmal lohnt es sich zu warten.

2- Frühzeitigen Wärmeverlust vermeiden

Körperwärme ist essentiell und diese wollen wir so lange wie möglich halten. Je nach Möglichkeit zieht Ihr Euch am besten schon Zuhause um und packt Euch mit einer dicken Jacke ein, dann könnt ihr Euch mollig warm in die Fluten stürzen. Alternativ kann man sich auch gut im vorgewärmten Auto umziehen. Vermeidet zu lange Spotchecks. Und sollte es sich nicht vermeiden lassen, dann immer warm einpacken und genug bewegen. Kalt wird es schnell genug.

3- Spare nicht am Wetsuit

Wetsuit ist nicht gleich Wetsuit. Jeder Hersteller verwendet andere Materialien, Zipper-Variationen und Neoprenstärken. Am Besten informiert Ihr Euch bei Eurem Local Dealer über die verschiedenen Vorteile und probiert die Anzüge an, denn ein passender Anzug ist essentiell.  Je nach Temperatur solltet Ihr darauf achten, dass auch die Haube zu dem Anzug passt und kein Wasser in den Anzug leitet. Es gibt nichts Schlimmeres als beim Ersten Duckdive eine Ladung kaltes Wasser in den Anzug zu schaufeln. Seid nicht zu sparsam bei der Dicke des Wetsuits, denn die Materialien sind heutzutage so flexibel, dass es sich auch in den dicksten Wetsuits noch gut Paddeln lässt. Von einigen Herstellern gibt es auch Heizwesten, die zusätzlich für Wärme sorgen.

4- Die richtigen Handschuhe und Booties

Hier sprechen wir aus eigener Erfahrung, denn ein Winter Norwegen Trip mit 3mm Booties ist die Hölle und minimiert die Session auf ca. 10 Minuten. Das gleiche gilt für Handschuhe. Hier sollte man je nach Temperatur auf 5-7 mm Dicke setzen, denn gerade Extremitäten wie Füße und Hände kühlen unglaublich schnell aus und so kann der Weg ins Wasser durch Schnee und Eis schon zum Horror werden. Bei den Handschuhen gibt es verschiedene Fingersysteme. Am Besten probiert Ihr die verschiedenen Varianten mal im Shop an. Paddeln und Take Off mit dicken Handschuhen ist schrecklich, aber immer noch besser als ohne Gefühl!

5- Nicht vollgefressen ins Wasser

Diese Regel haben wir als Kleinkind im Freibad schon eingetrichtert bekommen. Bei Kaltwasser Tagen ist das jedoch extrem wichtig. Du willst alles Blut und jegliche Energie Deines Körpers für Deinen anstehenden Surf und nicht für die Verdauung des Hot Dogs an der letzten Wurst-Bude verwenden. Natürlich sollte man genug gegessen haben und nicht hungrig ins Wasser springen. Aber ein gutes Frühstück reich an Vitaminen und Ballaststoffen mit einer kurzen Verdauungspause können Wunder bewirken. Ergänzend vielleicht noch ein kleiner Power-oder Schokoriegel vor dem Sprung ins Wasser, dann hat der Körper genug Energie für eine erfolgreiche Session.

6- Heisses Wasser mitnehmen

Eine Thermoskanne kann im Winter Dein bester Freund werden. Einfach eine Ladung heißes Wasser mitnehmen und kurz vor der Session in den Anzug schütten. So entgeht Ihr dem ersten kalten Schluck, der beim Sprung ins Wasser eindringen wird. Mit dem warmen Wasser entsteht schon ein wohlig warmes Gefühl im Mikrokosmos Wetsuit. Auch nach bzw zwischen der Session kann ein Schluck warmes Wasser sehr angenehm sein. Alternativ geht natürlich auch Tee oder sonstige warme Flüssigkeit. Vorsicht jedoch vor zu heissem Wasser……ist klar, oder?

 

7- Aufwärmen und warm halten

Wie schon bei Punkt 2 erwähnt, solltet Ihr Euch vor dem Sprung ins Wasser nochmal ordentlich warm machen. Ein wenig hüpfen, Arme kreisen, am Strand joggen, oder was auch immer Ihr für angemessen haltet. Das bringt Euren Kreislauf in Schwung und macht Eure Glieder warm. Das gleiche gilt im Wasser. Nutzt die Setpausen nicht nur um zu pausieren und zu warten, sondern bewegt Euch stetig weiter. Paddelt im Kreis, hoch und runter, egal… Hauptsache Bewegung. Wer ruht, der friert….

8- Frühzeitiges Gewöhnen an die zweite Haut

Bei diesem Punkt wollen wir Euch nur vorwarnen, denn das Wellenreiten mit dickem Wetsuit, Haube, Handschuhen und Booties kann sehr beklemmend und ungewohnt sein. Die Geräuschkulisse ist eine ganz andere und der erste Duck Dive mit Komplett-Montur kann durchaus Panik einflössend sein. Nach einiger Gewöhnungsphase fühlt man sich jedoch meist recht wohlig in dem Neoprenkokon und der daraus resultierenden eigenen kleinen Welt. Vorsicht ist jedoch geboten, denn man sieht und hört wesentlich schlechter. So kommt es gerne mal vor, dass man einem wütenden Local reindroppt und es weder sieht noch hört. Also Augen und Ohren auf und lieber einmal mehr über die Schulter schauen, um unnötigen Stress zu vermeiden.

9- Pissen ist keine Option

Manche lieben es, manche nicht, oder geben sie es einfach nicht zu. Das Pinkeln in den Wetsuit wird gerade in kühlem Wasser gerne als Aufwärmoption genutzt. Das mag auch stimmen, aber bitte nicht in den Winter Wetsuit. Der warme Urin erwärmt zwar kurzzeitig Euren Anzug, aber er wird sich bis zum Ende Eurer Session nicht wieder herauswaschen. Doch nicht nur die Heimfahrt mit dem stechenden Pissduft könnte unangenehm werden, sondern auch der Neopren freut sich nicht über die gelbe Flüssigkeit. Diese zersetzt auf Dauer die verklebten Nähte und den Neopren. Am Besten kurz davor nochmal stuhlen, dann gibt’s keine Zwangspause mit unangenehmer Ausziehaktion.

10- Du bist kein Anfänger

Zu guter Letzt noch ein Hinweis zu Deinen Surfskills. Wer es nicht gewöhnt ist mit Winterausstattung zu surfen, wird sich am Anfang vorkommen wie ein Anfänger. Der Take Off wird zum Balanceakt, die Turns erfordern höheren Kraftaufwand und auch der lässige Style ist dahin. Keine Angst, ihr habt in der Kälte nicht Eure Surfskills verloren, sondern müsst Euch erst an die Gegebenheiten gewöhnen. Nach ein wenig Übung weiss man damit umzugehen. Als kleiner Tipp: wir empfehlen ein etwas voluminöserer Board zu benutzen, dann muss man weniger paddeln und kann sich besser auf den Take Off konzentrieren.

Jetzt viel Spass im kalten Nass!

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