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BASIC GUIDE: Alle Infos zum Thema Neoprenanzüge / Wetsuits

Der wichtigste Begleiter eines Wassersportlers ist neben der entsprechenden Hardware, ohne Frage, sein Neoprenanzug oder aus der englischen Sprache übernommen, der Wetsuit.

Wer seiner Leidenschaft in Europa und vor allem in Deutschland das ganze Jahr nachgehen möchte, der kommt um einen anständigen Neoprenanzug nicht herum. Denn die Monate in denen wir uns nur mit Boardshorts und Lycra aufs Wasser begeben oder in die Fluten stürzen sind sehr begrenzt. Häufig ist das Wetter selbst im kalendarischen Hochsommer nicht ausreichend warm um den Neoprenanzug in der Tasche zu lassen.
Die Auswahl eines solchen Neoprenanzugs gleicht jedoch häufig einer Wissenschaft. Vor allem Neulinge werden von der Vielfallt und den unzähligen Technologien die durch Marketingtexte als absolutes Muss angepriesen werden, überfordert. Schließlich sind Neoprenanzüge nicht gerade günstig und daher wird versucht Fehlkäufe so gut es geht zu vermeiden. Sicherlich, wer die Möglichkeit hat in ein Geschäft zu gehen und sich beraten zu lassen, kann an dieser Stelle ein wenig Abhilfe schaffen, muss sich jedoch auf den Verkäufer verlassen können.

Warehouse One wird euch die wichtigsten Informationen an die Hand geben, damit ihr zum einen, eigenständig auf die Suche gehen könnt und euch auch ohne Beratung im Onlineshop zurecht findet und zum anderen, um im Verkaufsgespräch das nötige Know-How zu haben. So könnt ihr mit dem Verkäufer auf Augenhöhe sprechen und könnt den Argumenten besser folgen.

Die verschiedenen Grundformen

Es gibt viele verschiedenen Arten von Neoprenanzügen, schließlich versucht sich jeder Hersteller vom Mitbewerber abzugrenzen und bringt noch speziellere Varianten auf den Markt. Es reicht vollkommen aus sich zu Beginn auf die 5 gängigsten Modelle zu konzentrieren, da mit diesen die Reichweite von extrem kaltem Atlantikwasser bis hin zum warmen See alle Wasser- und Außentemperaturen abgedeckt werden.

Wie ihr auf dem obigen Foto sehen könnt, wird zunächst zwischen den verschiedenen Arm- und Beinlängen unterschieden. Der Fullsuit bietet euch einen Anzug mit langen Armen und Beinen, der Shorty stellt den exakten Kontrast mit kurzen Armen und kurzen Beinen dar. Die Hybridbauweisen spezifizieren die Grundformen ein wenig. So gibt es den sogenannten Long John oder Short John, bei dem keine Ärmel vorhanden sind und das Gegenstück hierzu den Longsleeve Shorty der eben lange Arme bei einem kurzen Bein bietet.

Sicherlich findet ihr in unserem Onlineshop unter www.warehouse-one.de weitere Varianten. Dennoch reichen diese 5 Modelle aus um euch das ganze Jahr über den richtigen Schutz vor Kälte zu bieten.

Die Dicke des Neoprenstoffs.

Die richtige Dicke des Neoprenstoffs ist eine knifflige dennoch extrem wichtige Frage. Hier legt ihr den Grundstein fest, für welche Wetterbedingungen der Wetsuit verwendet werden soll.

Auf den Etiketten der Anzüge sowie im Warehouse One Onlineshop wird die Dicke zum Beispiel durch die Angabe 5/4/3 oder 2/2 beschrieben. Die Zahlen beschreiben die Dicke des Neoprenstoffs in Millimeter, die Position der Zahl sagt euch, welcher Bereich des Anzuges in der angegebene Dicke gefertigt wurde. Beim Neo mit der Angabe 5/4/3 wurde der Brustbereich 5 mm dick, der Rückenbereich 4 mm und die Arme und Beine 3 mm dick gefertigt. Somit steht grundsätzlich die erste Zahl für den Brustbereich, die zweite für den Rückenbereich und die dritte für die Arme und Beine. Sind nur zwei Zahlen angegeben, so bezieht sich die erste auf den Brust und Rückenbereich und die zweite auf Arme und Beine. Ein Neoprenanzug mit den Angaben 2/1 würde im Brust und Rückenbereich 2 mm aufweisen und im Bereich der Arme und Beine ebenso 1 mm.

Welche Dicke nun exakt für welche Wasser- und Außentemperaturen am besten geeignet ist, fällt bei jedem Menschen unterschiedlich aus, da jeder ein anderes Kälte-Wärme-Empfinden hat. Ebenso wichtig ist an dieser Stelle auch die Sportart die ihr ausübt. Surfer zum Beispiel verbringen sehr viel Zeit im Wasser. Wakeboarder und Stand Up Paddler hingegen versuchen möglichst wenig bis gar nicht im Wasser zu sein. Dadurch werden auch unterschiedliche Ansprüchen an den Wetsuit gestellt. Desto länger ich im Wasser verbringen je hochwertiger muss der Neoprenanzug gefertigt sein um perfekt vor Kälte zu schützen.

Grob geschätzt kann man sagen, bei unter 10 Grad Wassertemperatur solltet ihr einen Wetsuit mit 4 bis 5 Millimetern wählen. Darüber hinaus kann der Anzug dünner ausfallen. Wie gesagt, hier ist jeder Mensch anders, doch grundsätzlich solltet ihr im Hinterkopf haben, dass ein zu dicker Anzug weniger problematisch ist als ein zu dünner. Wenn der Körper und damit die Muskeln auskühlen verliert ihr Kraft und Konzentration, was schnell zu Verletzungen führen kann. Zusätzlich fühlt ihr euch unwohl und verliert somit für den Tag die Lust. Ist euch jedoch etwas zu warm, könnt ihr über den Halsbereich etwas Wasser in den Neo laufen lassen und euch so abkühlen. Wenn ihr euch also unsicher seid, nehmt 1 mm mehr, so seid ihr auf der sicheren Seite. Bedenkt jedoch, desto dicker der Neoprenstoff ausfällt des unflexibel wird der Anzug. Daher solltet ihr auf Neoprenanzüge über 5 mm Dicker verzichten.

Die Verarbeitung

Die Verarbeitung spielt für die Wärme eines Neoprenanzugs eine entscheidende Rolle. Neoprenanzüge sind zwar alle grundsätzlich vernäht, jedoch gibt es hier große Unterschiede.

Flatlock beschreibt die einfachste Methode einen Neo zu nähen. Diese Nähte sind zwar von der Haltbarkeit nicht minderwertiger, jedoch weniger Wind abweisend und lassen nach und nach zu, das Wasser in den Neoprenanzug eindringt.

Bei der Glued & Blind Stitched (GBS) Methode werden die einzelnen Neoprenparts mit einem speziellen Verfahren zusammen genäht und zusätzlich verklebt. Hierbei wird die Schicht des Neoprenanzugs nicht komplett mit der Nadel durchbohrt, sondern lediglich die oberste Schicht. Somit entsteht eine unbeschädigte glatte Fläche die das Eindringen von Wasser verhindert.

Zusätzlich können Nähte von innen mit einem speziellen Tape verklebt sein. Hierbei gibt es ebenfalls zwei verschiedene Methoden zu unterscheiden. Die hochwertigste Variante sind voll-verklebte Nähte. Hierbei wird das Tape im inneren des Anzugs entlang der gesamten Naht angebracht. Bei dieser Methode kann kaum Wasser über die Nähte in den Wetsuit eindringen. Dem entgegen steht die Methode der teil-verklebten Nähte. Hierbei wird das Tape nur an den kritischen Stellen verarbeitet.

Einige Neoprenanzüge haben im Brustbereich Glatthautneopren verarbeitet, wie ihr auf dem nachfolgenden Foto erkennen könnt. Dieses hat zum einen den Nutzen die Brust vor Fahrtwind zu schützen und hilft dabei sich beim Paddeln einfacher auf dem Surfboard zu halten. Wer seinen Neoprenanzug also zum Waken benötigt, kann aufgrund der zu tragenden Prallschutzweste auf dieses Glatthautneoprenpad verzichten, schaden kann es jedoch auch nicht.

Der Verschluss

Neoprenanzüge werden in drei verschiedene Verschlusssysteme unterteilt. Hier kann zwischen dem klassischen Back Zip oder dem hochwertigeren Chest Zip sowie der Zipless Variante gewählt werden.

Der Back Zip ist die klassische Form des Reißverschlusses. Bei dieser Konstruktion wird der Reißverschluss entlang der Wirbelsäule im Rückenbereich eingearbeitet. So kann der Neoprenanzug vom Nacken bis zum Steißbein geöffnet werden. Der Vorteil liegt in der Handhabe. Durch die große Öffnung wird der Einstieg erleichtert und der Neo lässt sich weitaus einfacher anziehen. Jedoch stellt der Reißverschluss eine Schwachstelle bezogen auf die Wärmeentwicklung dar. Es kann nicht verhindert werden, dass durch den Reißverschluss nach und nach Wasser eindringt. Zudem ist der Reißverschluss nicht flexibel und somit einigen Sportlern zu unkomfortabel.

Beim Chest Zip gelangt man durch eine kleine Öffnung in den Neo. Durch verschiedenen Überlappungen des Neoprenstoffs ist einzig ein kleiner Reißverschluss oberhalb der Brust notwendig um den Wetsuit zu schließen. Wetsuits mit Chest Zip sind daher meist wärmer und flexibler. Der Nachteil liegt in der Handhabe, da sich das Anziehen solcher Chestzip Neos als weitaus umständlicher erweist.

Die Zipless Variante hat denselben Aufbau wie der Chestzip. Der Zipless wird jedoch an der Brust nicht über einen Reißverschluss geschlossen, sondern lediglich durch einen Gummizug. Dank verschiedener überlappender Neoprenteile, gelangt kaum Wasser in den Anzug. Der Vorteil gegen über dem Chestzip ist die erhöhte Flexibilität des Wetsuits im Brustbereich.

Wie muss ein Neoprenanzug sitzen?

In den meisten Fällen können Neoprenanzüge in derselben Konfektionsgröße gewählt werden wie auch die normale Straßenkleidung ausfällt. Jedoch sollte immer darauf geachtet werden, dass jedes Label einen eigenen Schnitt hat. Daher sollten Neoprenanzüge grundsätzlich anprobiert werden.

Sitzen muss ein Neoprenanzug haut eng. Zwischen Haut und Neoprenstoff darf keine Lücke entstehen. Zusätzlich sollte darauf geachtet werden, dass der Neoprenstoff keinerlei Falten wirft. Einzig unter den Armen dürfen kleine Falten entstehen, die jedoch durch Anheben der Arme verschwinden. Trotzdem darf der Wetsuit natürlich nicht das Blut abschnüren. Bekommt ihr also Taubheitsgefühle ist der Anzug definitiv zu eng. Einige Hersteller haben Zwischengrößen eingeführt. Da Häufig die Arm- und Beinlänge nicht den Oberkörpermaßen entspricht, gibt es auch Neoprenanzüge mit speziellen Arm- und Beinlängen. So findet ihr zum Beispiel die Größenangabe „MT“. Diese steht für Medium-Tall und beschreibt einen Anzug in der Größe M mit extra langen Armen und Beinen. Dem entgegen steht der „MS“. Medium-Short beschreibt einen Anzug in der Größe M mit verhältnismäßig kürzeren Armen und Beinen. Habt jedoch im Hinterkopf, dass sich Neoprenstoff im Wasser leicht weitet und der Neo über die Zeit natürlich ein wenig an Form verliert und somit ebenfalls ein Stück weiter wird.

Wir hoffen, dass wir euch die Grundlagen für die Anschaffung eines Neoprenanzuges näher und ein wenig Licht ins dunkle bringen konnten. Ihr merkt jedoch, dass die Wahl eines Wetsuits wohl-überlegt getroffen werden sollte. Häufig hat man jedoch keinen persönlichen Berater zur Hand und der nächste Shop befindet sich auch nicht gerade in der Nähe. Daher könnt ihr euch bei Warehouse One telefonisch und per eMail beraten lassen. Die Jungs und Mädels schauen sich mit euch im Onlineshop um und helfen dabei den individuell perfekten Neoprenanzug zu finden.

Auch Henry, ein Mitarbeiter von Warehouse One, ist der Meinung, „Der Neoprenanzug ist neben dem Board das wichtigste Utensil eines Wassersportlers!“

Warum ist die Wahl des richtigen Neoprenanzugs so wichtig?

„Es ist doch wie bei jeder Sportart, das Equipment spielt eine große Rolle. Ein Neoprenanzug hat ja nicht die Aufgabe eines Fashion-Accessoires und soll nur gut aussehen oder einen gewissen Style verkörpern. Ein Neo ist quasi Funktionskleidung und in diesem Fall soll dieser vor allem vor Kälte schützen. Die wenigstens Menschen würden auch nicht mit Jeanshose und herkömmlicher Jacke auf die Skipisten gehen.“

Was konkret ist deiner Meinung nach die wichtigste Eigenschaft eines Neoprenanzugs?

„Die wichtigste Eigenschaft ist eindeutig die Wärmeentwicklung. Sicherlich kann ein Neoprenanzug Stürze abfedern, Schürfwunden vermeiden und einen gewissen Auftrieb bieten, doch das sind positive Begleiteigenschaften. Ein Wetsuit soll den Körper warm halten und sorgt dafür, dass die Muskeln nicht auskühlen.“

Worauf achtest du persönlich wenn du dir einen neuen Neo zulegst.

„Für mich ist vor allem die Verarbeitung sehr wichtig. Alle technischen Eigenschaften bringen nichts, wenn diese nicht in entsprechender Qualität gefertigt sind.“

Welche Neoprenanzüge hängen bei dir im Schrank bzw. kommen während der Saison zum Einsatz?

„Vor allem hier in Deutschland kann das Wetter zu Saisonbeginn zwar recht schön sein doch die Wassertemperaturen sind noch eisig. Da brauch ich schon den dicken 5/4er oder zu mindestens einen guten 4/3 Fullsuit. Während der Sommermonate kommen der Shorty oder ein dünner 3/2er Fullsuit zum Einsatz. Das hängt immer vom Wetter und der Wassertemperatur am jeweiligen Tag ab. Zum Ende der Saison nutze ich sehr oft einen Longsleve Shorty. Die Wassertemperatur ist meistens noch recht hoch im Vergleich zur Außentemperatur. Daher schütze ich mich am Oberkörper mit langen Armen vor kaltem Wind, bis schließlich auch die Wassertemperatur absinkt und wieder der 4/3er oder der 5/4er Fullsuit gebraucht wird.“

Wie stehst du, zu den verschiedenen Nähten und deren eventuelle Verklebung?

„Pauschal kann man das wirklich nicht sagen. Es kommt auf das Einsatzgebiet an. Ich persönlich benötige meine Neos fürs Wakeboarden. Sprich, ich liege im besten Falle nicht lange im Wasser und muss mich lediglich vor Wind und Temperatur schützen. Somit komme ich mit teil-verklebten Nähten hervorragend zurecht. Beim Surfen, verbringt man jedoch sehr viel Zeit im Wasser, da würde ich grundsätzlich auf Glued & Blind Stitched Nähte zurückgreifen am besten noch mit einer voll-verklebung der Nähte um so wenig Wasser wie möglich in den Neo gelangen zu lassen. Bei dünneren Neos für warme Tage, reicht auch eine Flatlock Naht.

Perfekt, soweit sollte das als erste Einschätzung genügen. Wer noch weitere Fragen hat, kann sich ja jeder Zeit in eurem Showroom in Düsseldorf oder per eMail und auch telefonisch bei dir/euch melden und noch tiefer und individueller auf das Thema eingehen. Hast du noch etwas, was du den Menschen mit auf den Weg geben willst?

„Ja, vielleicht noch eine Kleinigkeit. Viele sehen den Neoprenanzug als unnötige Ausgabe an. Sagen sich, dass sie lieber einen leihen wenn man denn einen braucht. Doch ein Neoprenanzug ist bei der richtigen Behandlung eine langjährige Investition. Bedenkt bitte immer, ihr wisst nicht wer vor euch im Leih-Neo gesteckt hat und wie er mit diesem umgegangen ist. Also schon allein aus hygienischen Gründen sollte jeder der auch nur ab und zu Wassersport betreibt einen guten Neo im Schrank haben.

Vielen Dank für das kurze Interview und deine Zeit.

„Kein Problem, immer wieder gerne!“

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