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Destroy with Joy: Team Holmstrøm goes Cali

Von den heimischen Nord- und Ostseewellen machte sich das Team Holmstrøm zum ersten Mal auf die weite Reise in den Golden State der U.S. of A. Dank eines Video-Contests im Web, in dem sie sich gegen internationale Teams durchgesetzt hatten, ging es for free gen LA & Co. Was die sieben Burschen dort neben Tsunamiwellen noch alles kaputtgemacht haben, erfahrt ihr in ihrem Tourbericht.

Wir schreiben den 25. November in Kiel, Hamburg, Klittmöller, Marseille, Galicien und selbstverständlich auch auf Sylt. Quer durch Europa verstreut hat jeder von uns momentan nur eins im Sinn. Es ist circa 11 Uhr, nur noch eine Stunde und das Voting des „Arnette In Your Face Video Contests“ ist beendet. Der Preis: ein zweiwöchiger Trip nach Kalifornien, umsonst selbstverständlich. Wellen, Sonne, Surf, Bier und Wellen und, ähm, nochmals Surf.

Dementsprechend hoch ist unsere Anspannung. Wir liegen mit unserem Nord-und-Ostsee-Onlineclip eigentlich gut im Rennen, die italienische Surfcrew ist weit zurückgefallen, allerdings bereiten die Jungs aus Carcans Océan uns große Sorgen. Schon über den gesamten Voting-Zeitraum wechselte die Führung zwischen uns und den Franzosen hin und her. 11.50 Uhr und nur noch circa 100 Stimmen Vorsprung, die Spannung steigt!

12.00 Uhr Yeeha – Team Holmstrøm gewinnt das Video-Battle und fliegt nach Kalifornien! Nach Absprache unserer Zeitpläne entschieden wir uns dafür, den Trip im März durchzuziehen. Leider mussten zwei von uns wegen terminlicher Probleme passen. Der Rest der Cali-Crew (Jonas Bronnert , Fabian Aschenbach, Fin-Erik Christensen, Lars Kosowski, Lennart Stagnet, Paul Beck und Jasper Katzer) will sich am 11. März auf den Weg nach Kalifornien machen.

Die Anreise gestaltet sich gelinde gesagt schwierig: Flug gecancelt, auf zwei verschiedene Flieger umgebucht und das Team aufgeteilt, Boards gehen doch nicht umsonst mit und wir müssen 450 Euro Board Charge bei Lufthansa berappen, Lars schnarcht, Flugzeug wackelt, Landung, Handy alle, Kommunikation Fehlanzeige, drei Boardbags nicht angekommen.

Nach 28 Stunden auf den Beinen finden wir in Los Angeles endlich zusammen, labeln noch schnell unseren Chevrolet Suburban und ab zum Hostel. Dort angekommen holen wir uns noch schnell ein „Second Warning“ ohne vorheriges „First Warning“ des Hostel-Wachdienstes ab, da wir wohl etwas zu laut sind. Willkommen in Amerika!
Am nächsten Tag ist erstmal Shopping angesagt und wir decken uns bei „PureGlass“ in Costa Mesa mit neuen Brettern ein und auch Jonas gönnte sich ein nikotinfarbenes Board für den Schnäppchenpreis von 20 US-Dollar. Aufgrund des Tsunamis in Japan sind zunächst alle Strände gesperrt. Doch direkt nach Aufhebung der Warnung entern wir den noch leeren Line Up und können mit nur 15 Leuten vier Fuß glassy Lines am Spot „Blackies“ surfen.
Die nächsten Tage verbringen wir in Encinitas. Von dort aus brechen wir auf, um die vielen Spots der Umgebung – „Salt Creek“, „D-Street“, „Encinitas Beach“ und schließlich „Swami‘s“ – zu surfen. Auch San Diegos „Blacks Beach“ und „Scripps Pier“ werden von uns abgecheckt, bevor wir uns mit den Arnette-Teamridern Michael Dunphy und Christian Saenz in Newport treffen sollen. Auf dem Rückweg nach Newport machen wir einen Zwischenstopp in „Trestles“ und surfen dort „Lowers“ und „Cottons Point“. Das Treffen mit den Jungs von Arnette verläuft allerdings recht steif. Zweifellos surfen die beiden auf einem Niveau, welches wir so wohl noch nie live aus der Nähe gesehen hatten. Allerdings werden wir das Gefühl nicht los, dass es sich für die beiden bei dem Treffen um einen lästigen Promo-Termin handelt. Hatten wir vier Tage zuvor den gleichen Spot noch fast alleine gesurft, saßen nun circa 150 Leute im Line Up und liefern sich ein intensives gehustle um die Setwellen. Nicht zuletzt deswegen entscheiden wir uns dafür, in Richtung Norden aufzubrechen, um eventuell ein paar weniger vercrowdete Wellen zu finden. Bevor wir den Moloch von L.A. und Umgebung verlassen, gilt es für Fabi, noch einen Wetteinsatz zu begleichen. Hawleywoods Friseursalon erweist sich hierfür als “the place to be“ – leckeres Bier für die Crew und einen astreinen Mohawk für Fabi.


Früh am nächsten Morgen fahren wir den Highway 1 in Richtung Norden entlang, um noch „Sandspit“ und „Rincon“ zu checken, leider können beide Spots ihrem Ruf aufgrund eines falschen Swellwinkels nicht gerecht werden. Somit beschließen wir uns dann auch, direkt nach Santa Cruz durchzustarten. Wir haben schon fast die gesamte Strecke durch die genauso menschenleere wie beeindruckende Gegend von Big Sur hinter uns gelassen, als wir eine Straßensperre erreichen. Der dort stationierte Deputy teilt uns mit, dass ein Erdrutsch die halbe Straße mit sich gerissen habe und wir nun einen Umweg von fünf Stunden vor uns haben. Netterweise erwähnt er im gleichen Atemzug auch eine kleine Abkürzung durch einen Nationalpark, die allerdings „very tricky“ sei. Selbstredend entschloeßen wir uns für die Abkürzung und landen nach zwei Stunden Fahrt durch die Dunkelheit und über eine einspurige Schotterpiste an einem Checkpoint mit einem Schild davor: „Restricted Area – Military Vehicles Only“. Danke. Nach kurzer Beratung versuchen wir dennoch unser Glück, überquerten die Brücke und kommen tatsächlich, ohne festgenommen zu werden, an der Straße in Richtung Santa Cruz an.
In Santa Cruz angekommen, checken wir am nächsten Morgen zuerst „Steamers Lane“, wo sich uns ein Anblick sondergleichen bot. Acht-Fuß-Bomben laufen bei leichtem Offshore mit nahezu absoluter Perfektion in die Bucht. Die nachfolgende Session ist dann wohl auch die spektakulärste des Trips, harte Waschgänge und steile Take-Offs sorgen für ordentliche Adrenalinschübe und lange Rides.

Während wir uns nach getaner Arbeit auf die Suche nach dem nächstbesten Burgershop machen, spricht uns an einer Ampel ein bärtiger Local in einem rostigen Ford an. Der Mann stellt sich als Kevin Deetz vor, ein ortsbekannter Eastside Santa Cruz Local. Kevin zeigt uns seinen Local Spot „Pleasure Point“, an dem wir die längsten Wellen des Trips vom Point bis tief in die Bucht zum Haus von Jack O’Neill surfen. Danach gibt er uns noch den Tipp, „Harbour Mouth“ zu surfen, welcher seiner Aussage nach ein Klon von „Sandspit“ sein sollte. Hüten sollten wir uns allerdings vor der Hafenpolizei, da das Surfen dort unter 500 Dollar Strafe verboten sei. Jonas und Fin-Erik lassen sich jedoch davon nicht abschrecken und surfen einige extrem nahe an der Hafenmole brechende Wellen, bis es langsam dunkel wird. Nach Kevins Berichten sollen uns am nächsten Tag epische Bedingungen erwarten. Doch auch eine Eastside-Legende ist scheinbar nicht unfehlbar, denn das Einzige, was uns erwartete, ist Wind, und Ostseehafte Bedingungen. Während wir am nächsten Morgen „Pleasure Point“ checken und unser Frühstück verdrücken, treffen wir auch Kevin wieder. Nach kurzem Gespräch kommen wir auf Jack O’Neill zu sprechen und Kevin entscließt sich kurzerhand, uns seinem Homie Jack vorzustellen. Der folgende Besuch bei O’Neill ist ein weiteres, wahres Highlight des Trips, denn Jack macht uns tatsächlich die Tür auf… auch wenn er uns nicht rein ließ. Später verabschieden wir uns zum Teil schweren Herzens von Kevin und fahren in der Hoffnung auf besseres Wetter und glassy Wellen wieder in den Süden.
Im Hotel angekommen, feiern wir unseren letzten gemeinsamen Abend in bester Rockstar-Manier, besonders Lars zeichnet sich hier durch eine 1a-Surf-Performance in der Dusche aus. Leider müssen wir auch Verluste beklagen – Jonas‘ 20-Dollar-Brett überlebt ähnliche Performance leider nicht.
Der letzte Tag bietet dann noch einen netten Surf an einer Mole mit einer „wedgy” Rechtswelle in Venice. Insgesamt verbringen wir sieben Ripper zehn superfette Tage in Kalifornien! Das Land hat viele neue Erfahrungen mit sich gebracht: Es gibt dort fette Wellen, von Localism war fast nichts zu spüren, das Bier schmeckt super und es gibt zahlreiche sinnlose Gesetze!

Text:Jasper Katzer
Photos: Paul Beck

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