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EXPEDITION LANDSCAPE – Vom Baustellenauto zum Fernreisemobil

Der Traum vom selbst ausgebauten VW Bus. Ein fehlender Haken auf der Lebensliste und keine Ahnung wie man anfängt, weil man in der Schule nur Logarithmen berechnen durfte, ohne sich dabei einen handwerklichen Fundus anzueignen.

 

Tino Langner hat sich das bewahrt, was Viele jenseits der 30 gegen Ecksofas und zu schnellfahrende Kleinwagen eintauschen: seine Selbstbestimmtheit. Der heute 44-jährige Eisenacher bereist die Welt seit über zwei Jahrzehnten und gehört zur ersten Generation Surfverrückter, die kurz nach dem Mauerfall bereits hinter südfranzösische Dünen gepinkelt haben. Zum neuesten Projekt des umtriebigen Provinzexoten zählt der professionelle Ausbau von Bussen, Jeeps und Vans zu geländetauglichen Reisemobilen voller Raffinessen und Leidenschaft.

Servus Tino, du bist in der DDR aufgewachsen und hast dich nach dem Mauerfall direkt mit dem Surfvirus infiziert. Wie war das damals?

1991 bin ich mit einem Golf2 direkt nach Biarritz geknallt. Ich hatte noch kein Surfbrett und keine Ahnung, aber als ich am Atlantik ankam, hat Sting zufällig gerade ein Konzert gegeben. Ich habe wochenlang nur Käse und Baguette gegessen und mir ein gebrauchtes Oxbow-Brett gekauft, das zur Dekoration in irgendeiner Kneipe hing. Einen Neoprenanzug hatte ich noch nicht.

Wie war das vor dem Mauerfall?

Ich bin mit meinen Eltern schon immer in der Natur gewesen. Natürlich im Rahmen des Möglichen. Im Winter in die Berge und im Sommer zum Campen oder Segeln in Mecklenburg oder den Masuren in Polen. Zu Hause haben wir uns Rollschuhe besorgt und aus Schranktüren Skateboards gebaut, mit denen wir Slalom gefahren sind, bis uns schlecht wurde. Ich habe dann eine Ausbildung zum Altbaurekonstrukteur gemacht und war bereit für mehr!

Kommt daher deine Motivation, die Dinge selbst zu bauen?

Auf jeden Fall. Wenn du bestimmte Vorstellungen hast, aber kein Geld oder keine wirklichen Möglichkeiten sie umzusetzen, beginnst du richtig kreativ zu werden. Oft kommen dabei die verrücktesten Dinge heraus, die es noch gar nicht gibt. Seit einiger Zeit stelle ich Lampen aus Alltagsgegenständen wie z.B. Wasserhähnen, Kaffeefiltern, Altholz oder Fundsachen her. Beim Busausbau ist das ähnlich. Keiner fällt vom Himmel und weiß direkt, wie genau man ein Fahrgestell anpassen muss, um den Fahrerraum wohnlicher zu machen.

Wie äußert sich deine Leidenschaft zum Ausbau?

Mich reizt der Schaffensprozess mehr, als der Genuss das Ding danach durch die Gegend zu fahren. Natürlich mache ich einige Trips, aber im Großen und Ganzen geht es mir darum, Leute zu animieren, Freunden und Interessierten beim Ausbau zu helfen und einfach klarzumachen, dass es zwischen Industriestandart und Hobbyhandwerk noch eine Ebene gibt, die erschwinglich ist. Unterwegs willst du dir deine Reise so komfortabel wie möglichen machen. Immerhin reduzierst du deinen Lebensraum auf ein Auto.

Was waren deine coolsten Projekte bis hierher?

Wir haben mal einen Leihwagen von Sixt ausgebaut, um ihn bei der Rückgabe wieder komplett einzubauen, Haha! Ansonsten einen Landrover und einen T5 Seikel mit Allrad.

Das war dein letztes Baby, richtig?

Genau. Das habe ich mittlerweile nach Österreich verkauft. Als ich ihn gekauft habe, hatte er 100.000km runter, keine Innenverkleidung und war im Prinzip ein leerer Transporter. Das Potential habe ich jedoch sofort erkannt. Nach Feierabend (Tino betreibt bei Tageslicht eine Eventagentur Anm.d.R) schweiße ich in einer unserer Werkstätten meine Ideen zusammen. Natürlich werde ich von guten Freunden unterstützt, die mir in tiefentechnischen Angelegenheiten, wie Motor, Elektrik und Fahrwerk zur Seite stehen. Danke Seebi 😉

Was ist deine Empfehlung an alle Bus-Hobby-Ausbautüftler?

Bleibt euern Ideen treu. Auch wenn viele sagen, dass dies und das nicht umsetzbar und möglich wäre. Es gibt immer einen Weg. Mit jedem Auto wird man besser, technischer und präziser. Besucht die Abenteuer-Allradmesse in Bad Kissingen und genießt den Prozess vom einfachen Holzgestell zur Filz und Aluminiumverkleidung. Letztlich sind die Reifen das Allerwichtigste 😉

 Deine nächste Karosserie-Chirurgie?

Ein Ford150, den ich mir in den Staaten bestellt und über ein Büro in Dresden in Ohio gekauft habe. Die Karre ist momentan komplett zerlegt. Den Echtzeitaufbau kann man auf unserer Facebookseite „Expedition Landscape“ verfolgen. Ich habe keinen Business Plan und wir verfolgen hierbei keine wirtschaftlichen Interessen. Wir lieben einfach den Ausbau und wollen diesen Spirit einfach an andere weitergeben.

Vielen Dank Tino!

Kein Ding. Wer Hilfe braucht, schreibt uns einfach!

Hier geht’s zum Echtzeitaufbau!

 

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