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Gabriel Medina’s Shaper Johnny Cabianca im Interview

Wir habe uns mit Johnny Cabianca, Gabriel Medina's Shaper des Vertrauens, in Zarautz getroffen und mit ihm ein bisschen geredet!

Während die adh Open einen Lay Day einlegten, haben wir uns spontan ins Auto gesetzt, um nach Zarautz zu fahren. Erstens sah der Forecast dort besser aus (was er auch war 😉 ) und zweitens wollten wir uns mit Johnny Cabianca treffen. Der Shaper hat seine Fabrik zusammen mit Mikel Agote in Zarautz und shaped unter anderem Boards für den Weltmeister von 2014, Gabriel Medina. Bevor Johnny sich im Jahre 2016 zusammen mit Mikel (Agote) selbstständig machte, shapte er unter anderem für Pukas. Nachdem uns Johnny eine Führung durch seine Fabrik, die Basque Country Surf Company, gab, nutzten wir noch die Restzeit, um ihm ein paar Fragen zu stellen.

Johnny Cabianca

Hi Johnny! Kannst du dich mal unseren Lesern vorstellen? Wie kamst du zum Shapen?

Hallo! Mein Name ist Johnny Cabianca und ich shape Surfboards. Mit dem professionellen Boardbau hab ich 1980 in Brasilien begonnen, davor habe ich nur kleinere Ding Repairs für Freunde gemacht. Zwischen 1980 und 1990 habe ich aber tatsächlich nur Boards geglased, nicht geshaped. Mit dem Shapen habe ich dann so 1991/1992 begonnen, zusammen mit einem Arzt aus meiner Heimat, der eine spezielle Computersoftware entwickelt hat, mit der man Boards digital konstruieren und designen konnte. 2000 zog ich dann nach Europa und blieb am Ball, shapte für verschiedene Brands. Seit 2016 habe ich nun meine eigene Firma, die Basque Country Surf Company.

Johnny’s Shaperoom

Wie kamst du darauf Boards zu bauen? Was oder wer motiviert/inspiriert dich?

Zuerst muss ich erwähnen, dass ich aus Brasilien komme und das Shapen dort in den 80er Jahren ein sehr schlechtes Image hatte. Wir sind eine sehr traditionelle Familie und alle meine Brüder und Schwestern üben einen “richtigen” Beruf wie Arzt oder Ingenieur aus und ich…ich surfte nur. Daraus entstand auch die Leidenschaft. Erst machte ich nur Ding Repairs, doch eines Tages haben ein Freund und ich uns zusammen einen Raum gemietet, um Surfboards zu bauen.

Als professioneller Shaper wird man von der Surf Community bewundert…war das schon immer so?

Nein, als ich mit dem Boardbau begann, war der Shaper des Boards zwar informativ, doch das Brand an sich war weitaus bedeutender. Selbst bei den großen Shapern wie Bob McTavish, Gerry Lopez, Mark Richards oder Simon Anderson war das so. Die Jungs waren Surfer und Shaper, doch niemand interessierte sich so wirklich für diese Big Names, denn alles was zählte war das Brand. Erst in den 90er Jahren wurde die Unterschrift des Shapers auf dem Board wichtiger und wichtiger, das war für mich Neuland. Ich komme aus Südamerika und die Infos, was gefragt ist, sickerten nur langsam zu uns durch. Daher haben die Brasilianer auch eine andere, eigene “Surfsprache”.

Finish Room

Wie entstand die Zusammenarbeit zwischen dir und Gebriel Medina?

Als in noch in Brasilien lebte, war Gabriel Medina’s Stiefvater, Charles, in meinem Freundeskreis. Wir hingen immer gemeinsam in Maresias Beach ab. Als Charlie dann mit Simone, Gabriels Mutter, zusammen kam, war Gabriel bereits 4 oder 5 Jahre alt. Er und sein Bruder Felipe waren ganz normale Kinder in dem kleinen Ort Maresias, jeder kennt dort jeden. Sie wuchsen dort auf, so wie die 500 anderen Kids, die dort lebten. Eines Tages kam dann Simone auf mich zu und fragte mich, ob ich nicht ein Board für Gabriel shapen könnte. Ich nahm also ein altes Board, delaminierte es, modifizierte den Shape und laminierte es erneut. Das war dann Gabs erstes Surfboard. Als ich dann nach Europa ging, verlor ich den Kontakt zu Gabriel und Simone, doch mit Charles blieb ich immer in Kontakt, er ist ein guter Freund und wir haben oft telefoniert. Charlie erzählte mir immer von Gabriel. Er surfte Contests und konnte bereits gute Ergebnisse im Alter von 11, 12 Jahren vorweisen. Mit 15 Jahren startete er dann auch bei wichtigen Contests auf der ganzen Welt. Er gewann 6* Contests und eines Tages sagte mir Charles, dass sie nach Europa kommen. Zu dieser Zeit war das Geld knapp und die Jungs suchten eine Unterkunft, also lud ich sie zu mir nach Hause in Zarautz ein, wo Gabriel und Charlie einen Monat lang verbrachten. Das war witzig! Gabriel bestritt hier Contests und seinen Durchbruch hatte er dann bei dem King of Grommets 2009, er beeindruckte alle! Nach diesem Contest begann ich dann wirklich mit ihm zusammen zu Arbeiten.

Johnny mit Gabriel Medina’s Board, das er im Finale der Quik Pro France 2016 surfte.

Du besitzt nun deine eigene Firma…wieviel Zeit bleibt dir, um selbst Surfen zu gehen?

Haha! Wir hatten erst gute Wellen, aber hier läuft das alles ein bisschen anders. Man braucht einen Wetsuit, das bin ich nicht gewohnt. In Brasilien ist das schon anders. Da hast du das Board im Auto und springst ins Wasser, wenn es gut ist. Hier gibt es so viele Einflussfaktoren, wie den Wind oder die Tide. Hat man dann endlich den Wetsuit an, hat der Wind schon wieder gedreht, oder die Tide passt nichtmehr. Es gibt also Zeiten, in denen ich hier einen ganzen Monat lang nicht zum Surfen gehe, aber das liegt nicht unbedingt an meinem eigenen Business, sondern eher daran, dass wenn man Zeit hat, häufig die äußeren Einflussfaktoren nicht passen.

Hast du sowas wie einen “besten Surfmoment”, den du erlebt hast?

Den besten Moment gibt es nicht, doch es war schon sehr cool, als auf einmal alle, durch Gabriel Medina, meinen Namen als Shaper kannten. Auch werden mir meine Trips nach Bali oder Hawaii in Erinnerung bleiben. Auch der Umzug von Sao Paulo nach Maresias war sehr cool. Ich lebte dort direkt am Strand, konnte jeden Tag Surfen und Angeln gehen, baute meine eigenen Surfboards…Das war eine gute Zeit!

Glassing Room

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