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INTERVIEW: Ari Giorginis von KIMA SURF zum Thema Umweltverschmutzung auf Bali

Die Insel der Götter leidet. Schon seit Jahren hat die paradiesische Insel Bali Umwelt Probleme, durch die steigende Vermüllung, die durch die enorme Zahl an Touristen ständig zunimmt.

Die Regierung hat erst kürzlich damit begonnen das Thema wirklich ernst zu nehmen und so haben sich einige Initiativen geformt, die aktiv gegen die Verschmutzung vorgehen. Ganz vorne mit dabei ist Ari Giorginis von KIMA SURF. Wir haben ihn zu aktuellen Lage auf der Insel befragt:

Hallo Ari, seit wann wohnst Du auf Bali bzw seit wann bist Du regelmässig auf der Insel?

Hallo Simon, ich habe Ende der 90er das Surfcamp KIMA SURF gegründet und war damals für ein paar Monate auf der Insel. Aus den Monaten wurden Jahre…..

Seit 2001 wohne ich ganzjährig auf Bali und betreibe von hier aus mehrere Surfcamps, die auch in Eurem Surfcamp Guide aufgeführt sind.

Wie hat sich die Insel in dieser Zeit entwickelt oder verändert?

Gut und schlecht – so wie eigentlich alles im Leben…
Das kleine unberührte Paradies von damals gibt es nicht mehr, bzw man muss wissen wo man suchen muss! Der Charme der Insel ist noch immer da, aber es ist natürlich viel voller geworden. Egal ob auf den Straßen oder im Wasser.

Das Thema Umwelt und Müll wurde lange Zeit auf Bali totgeschwiegen, doch mittlerweile werden immer häufiger schockierende Bilder aus Indonesien veröffentlicht. Wie siehst Du das als „Local“?

Ich bin traurig, entsetzt und sauer zugleich. Die lokale Regierung hat das Müll- Management der Insel total vernachlässigt und lange Jahre einfach ignoriert. Schlimmer noch – sie haben sich die Taschen voll gemacht auf Kosten der Umwelt.

Viele Leute wurden einfach für dumm verkauft und durch korrupte Machenschaften wurden Balis Strände und das Wasser jahrelang verschmutzt. Erst dieses Jahr ist es wirklich merklich, dass sich in dem Bereich Umwelt und Müllvermeidung was tut.
Die Strände wurden zwar auch in der Vergangenheit immer gesäubert, aber eben nicht nachhaltig und ohne Aufklärung und wirklicher Kontrolle.

Als Surf Camp seid ihr auf Tourismus offensichtlich angewiesen. Wie geht ihr mit dem Thema Umwelt um?

Wir von KIMA SURF sehen es als unsere Pflicht das Thema Umweltschutz aktiv anzugehen und so sind unsere Camps seit 4 Jahren „plastikfrei“. Wir haben komplett auf wiederauffüllbare Getränkeflaschen, Jutebeutel statt Plastiktüten, Glasstrohhalme usw umgestellt.  Natürlich auch die ganzen Details des operativen Geschäfts, die im Hintergrund stattfinden.

Hinzu organisieren wir regelmässig Beach Clean -Ups, bei denen unsere Gäste auch immer wieder gerne helfen.

Wie können wir uns als Touristen „richtig“ und nachhaltig verhalten?

Tourismus hat immer Auswirkungen auf eine Region. Die Frage ist nur wie stark und in welcher Form.  Jeder Tourist sollte darauf achten, wo er unterkommt. Es ist sehr verlockend in einer kleinen Strandhütte für 5 Euro zu wohnen, aber hierbei vergisst man schnell, dass die Abwässer oft ins Meer fließen oder der Müll einfach hinterm Haus verbrannt oder ins Meer geschmissen wird. Hier machen viele Touris die Augen zu und stempeln es als „landestypisch“ab.

Eine ordentliche Müllverwertung kostet Geld und diesen Beitrag leisten nur wenige auf der Insel.

Wie wappnet sich Bali für die Zukunft? Gibt es hier nachhaltige Konzepte die verfolgt werden, oder Auflagen um den Plastikmüll zu reduzieren?

Wir – die vom Tourismus abhängigen Leute und auch die seit Jahren Ansässigen haben Initiative ergriffen und kümmern uns gerade extrem um das Thema „Plastik“ und die Vermeidung und vor allem die Alternativen. Mittlerweile werden wirklich viel Konsumprodukte aus Bambus, Papier oder Glas angeboten. Auch viele Take Aways haben auf recyclebare oder abbaubare Bio Produkte umgestellt.

Man kann auch freiwillig mehr für seine Müllentsorgung bezahlen und unterstützt somit eine bessere Verwertung des Mülls.

Was fasziniert Dich nach all den Jahren noch an Bali?

Die Menschen. Ich bin noch immer fasziniert von den unvoreingenommenen, netten, stets lächelnden Menschen, die auf Bali wohnen. Die hohe Lebensqualität, die perfekten Wellen, die unglaublich schöne Natur und natürlich die Sonne!

Einen Insider Tipp für unsere Leser?

Nehmt Euch Zeit die Insel zu erkunden. Es gibt noch so viele unglaublich schöne Ecken fernab von den bekannten Touristenhochburgen. Bali ist noch immer ein Paradies, dass es zu entdecken gilt.

Dein persönlicher Lieblingsspot?

Mein eigener Dachgarten! Von hier aus kann ich die verschiedenen Breaks der  Ost- und Westküste sehen…

Mein Lieblingsspot ist Balangan, gerade wenn es ein bisschen größer wird. Ich mag den Speed der Welle…..

Na dann sehen wir uns hoffentlich bald im Lineup. Mach es gut und Grüße in die Sonne!

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