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INTERVIEW: Der Sylter Tom Kleemann über seine Zukunft auf der Insel

Sylt im Sommer ist für jeden einheimischen Surfer eine Herausforderung, denn die Wellen lassen zumeist auf sich warten und Touristenmassen überrennen die Insel.

Wir haben die Wellenflaute genutzt um uns mit dem 16-jährigen Sylter Surfer Tom Kleemann zu einem Interview zu verabreden und ein wenig über seine Zukunft und das Leben auf der Insel zu sprechen.

Steckbrief:

  • Name: Tom Kleemann
  • Alter: 16 Jahre
  • Geburtsort: Westerland auf Sylt
  • Surfe seit: Ich 3 Jahre alt bin
  • Homespot: Käpt’n Street Beach
  • Lieblinsspot: Bundoran The Peak und Santa Barbara/Azoren
  • Vorbilder: John John Florence wegen seinem innovativen Surfen
  • Bisherige Erfolge:
    Longboard Festival 2x 2. Platz 1x 1. Platz
    Junioren Deutsche Meisterschaft 2016 U-14 und U-16 jeweils 4. Platz
    SCS Clubmeisterschaften 2x 2. Platz
    Danish Surftour 2018 1. Platz Junioren
    FDL Contest Sylt 3. Platz Open Men
    Fun Surf Days 2017 1. Platz
  • Sponsoren: O’Neill und meine lieben Eltern, die mich immer unterstützen
  • Social Media:
    Instagram: tom_kleemann
    Facebook: Tom Kleemann

Hallo Tom, erstmal Gratulation zum 1. Platz bei den Junioren auf der Danish Surftour. Du scheinst Dich in den Wellen von Dänemark sehr wohl zu fühlen. Fahrt Ihr oft in den Norden?

Moin Simon, erstmal vielen Dank, auch wenn es schon ein bisschen her ist. Ja, wir fahren immer wieder, wenn der Forecast passt, hoch nach Dänemark. Natürlich geht es auch fast jedes Jahr mit dem Surf Club Sylt nach Dänemark. Auch wenn wir dann nicht immer die besten Wellen erwischen, ist es jedes Mal ein Traum dort oben. Ich fühle mich auf jeden Fall wohl in den dänischen Wellen, da sie aus noch tieferem Wasser kommen als bei uns auf Sylt und einfach mehr Druck haben.

Erst kürzlich haben wir die Anzeige von Deinem Vater zum Verkauf Eures Campers gesehen. Ist das das Ende Eurer Roadtrips, oder wie geht es weiter?

Ja leider ist das wohl das Ende der Roadtrips mit unserem geliebtem Bus, doch mein Vater hat sich bereits einen neuen Sprinter zugelegt, den er auch zusammen mit mir (wenn er es erlaubt) ausbauen möchte. Damit werden dann hoffentlich auch ein paar neue Trips nach Südfrankreich oder so gestartet.

Du hast gerade die Schule fertig gemacht. Wie sind Deine näheren Zukunftspläne?

Ich werde im kommenden September eine Tischlerlehre anfangen, welche mich leider vom vielen Reisen abhalten wird, da ich natürlich nicht so viele Ferientage haben werde wie in der Schulzeit. In der Zeit meiner Lehre werde ich aber die Urlaube reichlich nutzen, um ins Ausland zu fahren. Entweder mit meiner Familie, oder vielleicht auch schon alleine mit ein paar Freunden irgendwo nach Europa. Das steht aber noch nicht ganz fest.

Du scheinst auch Gefallen an Wettkämpfen zu haben. Willst Du hier weiter machen und sehen wir Dich bei der Surf DM im September?

Oh ja, Wettkampf -Surfen macht mir wirklich Spaß, denn da kann man auch sehr viel lernen. Beispielsweise lernt man seine Turns sicher zu beherrschen und man kann sich auch von guten Leuten einiges abgucken.
Doch das wird erstmal nicht so leicht in den nächsten Jahren, denn wie gesagt, bin ich die nächsten 3 Jahre wegen meiner Ausbildung ziemlich an die Insel gebunden. Deswegen bin ich auch wahrscheinlich nicht bei der Surf DM im September dabei. Trotzdem werde ich, wie jedes Jahr, auf Sylt das Longboardfestival, die SCS Clubmeisterschaften und auch die Sylt Open mitmachen. Worauf ich mich auch schon wieder freue:)

Mein Vater, ich und Jonas (ein Kumpel von mir) fahren dieses Wochenende wieder nach Dänemark hoch, um bei der Danish Surf League Stop Nr. 3 mitzumachen.  Wenn der Forecast so bleibt, wird das ein riesiger Spaß. Wenn die Wellen gut sind fahren wir auch zu weiteren Contests nach Dänemark.

Du hast erwähnt, dass Du seit Deinem 3. Lebensjahr am surfen bist. Wie können wir uns das genau vorstellen? Mit Schwimmflügeln im Weisswasser?

Ja genau sooo kann man sich das vorstellen;) Ich als 3 oder 4-jähriger mit Schwimmflügeln auf dem rotem Longboard vom meinem Papa am radikalen Weisswasser Wellen abreiten.

Mit dem Surfclub Sylt seid ihr seit einigen Jahren gut aufgestellt auf der Insel. Bist Du hier auch aktiv und wenn ja in welcher Rolle?

Gut aufgestellt sind wir auf jeden Fall mit einem traumhaften Clubhaus direkt am Strand und knapp 180 Clubmitgliedern. Ich bin aktives Jugendmitglied und helfe am Clubhaus wo es nur geht. Auch unterstützt der Club mich, sowie alle anderen Sylter Surfer, die Mitglieder sind. Besonders durch die heißen Duschen. Ein Traum!

Wie hat sich die Surfszene auf Sylt über die letzten Jahre entwickelt?

Die Surfszene hier wird immer größer, da viele neue Erwachsene und Kinder anfangen. Dies kommt natürlich auch von den Surfschulen und dem ganzen Tourismus, der hier herrscht. Der Surf Club Sylt unterstützt die Surfer und die Interessen der Sylter Surfszene und versucht, dass alle Regeln auf dem Wasser und an Land eingehalten werden.

Wie siehst Du als „Youngster“ diese Entwicklung?

Es ist sehr interessant zu sehen, wie viele neue Leute anfangen mit dem Surfen. Einerseits ist es auch schrecklich mit anzusehen, dass es auf dem Wasser hier immer voller wird, aber noch hält sich das im Rahmen. Das liegt sicher auch daran, dass wir hier keine besonders guten Wellen haben. Meistens nur Sturmtage mit viel Wind und kappeligem Face. Manchmal gibt es natürlich auch gute glassy offshore Tage, aber eben nur selten. Wenn wir hier Wellen wie in Frankreich oder Portugal hätten, dann würde es hier wohl auch um einiges voller sein.

Mit Deiner Ausbildung wirst Du erstmal auf der Insel bleiben, aber wie schaut es danach aus? Willst Du auf Sylt bleiben, oder zieht es Dich in die Ferne?

Erstmal werde ich auf Sylt bleiben um Geld zu verdienen. Wenn ich älter bin, zieht es mich bestimmt auch mal länger ins Ausland. Andere Kulturen kennenlernen, vielleicht auch zum Arbeiten……aber bis dahin dauert es ja noch ein bisschen. Doch ich bin gespannt, wo es mich noch hintreibt. Wie ich sagen würde  – Never stop exploring!

Mit Markus Mager als Vater wart ihr sicher schon viel unterwegs. Welcher Trip ist dir besonders in Erinnerung geblieben und warum?

Ja das waren wir definitiv. Viele Trips sind mir gut in Erinnerung geblieben – wegen den guten Wellen, der Landschaft, den Leuten und dem Spaß. Doch der Trip, der mir wahrscheinlich am besten in Erinnerung bleiben wird, ist unser Surftrip 2014 auf die Malediven.

Wir hatten perfekte Wellen, die geilste Crew und ein halb verrottetes Boot, mit dem wir unterwegs waren. Doch das Highlight war, dass wir in einem Sturm fast gekentert sind und dass der Mast seitlich ins Boot geschlagen ist und uns ein Loch reingehauen hat. Wir haben es noch irgendwie geschafft ins seichte Wasser zu gelangen. Das war mit eines der heftigsten Erlebnisse, die ich je hatte.

Wenn Du Dir einen Spot aussuchen müsstest, den Du bis zum Ende Deiner Tage surfen kannst/musst, welcher wäre das?

Da gibt es sehr viele, aber wahrscheinlich wäre das J-Bay. Nur dann bitte ohne die vielen Haie.

Warst Du auch schon mal in einem Wavepool? Was hältst Du von diesem neuen Trend? Wäre das auch was für Sylt bzw gibt es hier bereits Initiativen?

In einem richtigen Wavepool war ich leider noch nicht, nur in einer stehenden Welle in Bisping. Wavepools sind echt eine krasse Erfindung. Die ganze Zeit perfekte Wellen zu surfen, die konstant perfekt laufen, ist schon etwas Einzigartiges. Das würde mich auf jeden Fall reizen, gerade auch, weil man da echt gut üben kann.

Doch Wavepools für Wettkämpfe finde ich selber nicht so das Highlight, denn das schwierige beim Surfen – sich die Wellen auszusuchen, die Potential haben um Punkte zu machen, fällt da komplett weg.
Für Sylt wäre das bestimmt eine echt geniale Sache, aber Initiativen gibt es dafür noch nicht.

Mit wem gehst Du am liebsten an Deinem Homespot surfen?

Mit meinem Vater, meinen Kumpels, Jonas, Momme, Max und Lance, aber auch mit allen anderen, die hier surfen.

Wo siehst Du Dich in 10 Jahren?

Vielleicht als Millionär. Nein, wahrscheinlich eher nicht, aber man weiß ja nie…..Ich denke irgendwo im Ausland oder hier auf der Insel oder wo auch immer. Das kann ich jetzt noch nicht sagen.

Was wolltest Du schon immer mal gesagt haben?

Never leave a breaking Wave! 😉

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