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Interview mit Mario Wehle vom Magic Quiver Surfshop in Ericeira

Der Traum vom Leben am Meer und einem eigenen Surfshop. Genau diesen Traum hat sich Mario Wehle verwirklicht.

Mitten in der Altstadt von Ericeira in Portugal betreibt Mario seit einigen Jahren den Magic Quiver Surfshop.

Mittlerweile ist er viel mehr als nur ein klassischer Surfshop, sondern ein Treffpunkt für die weltweite Shaperszene, Coffee Shop, Unterkunftsvermittlung und Vertrieb der australischen Surfmarke The Critcal Slide Society. Wir haben Mario getroffen und zu seinem “Magic” Leben befragt.

Hallo Mario, erstmal Hut ab für Deinen super schönen Laden!
Dankeschön. Es ist immer nett zu hören, dass der Laden gut ankommt. Es steckt ne Menge Blood Sweat and Tears drin. Wortwörtlich.

Seit wann gibt es Magic Quiver in Ericeira?
Magic Quiver gibts jetzt mittlerweile seit 5 Jahren.

Wieso in Ericeira/Portugal?
Ericeira/Portugal bietet für mich und meine Familie ein tolles Zuhause. Schönes Wetter, erschwinglicher Lebensunterhalt, Nähe zum internationalen Flughafen und zur Stadt Lissabon. Die Leute sind freundlich, hilfsbereit und an Zugezogene gewöhnt. Es gibt hier eine sehr gute alternative Schule für meine Kids und eine bunt gemischte Community. Und dann sind da noch die tollen Wellen… Beachbreaks, Reefbreaks und Pointbreaks, alles an einem Küstenabschnitt von ein paar Kilometern. Wenn der Nordwind nicht zu arg bläst, gibt es immer was Gutes zu surfen.

Wie hat es Dich hier her verschlagen?
Bevor Ich nach Ericeira gezogen bin, habe ich einige Jahre in Kuala Lumpur in Malaysia gelebt. Malaysia hat zwar ein paar super Wellen von Dezember bis Februar aber den Rest des Jahres ist es flat. Wunderschöne weiße Sandstrände, glasklares warmes Wasser, Kokosnusspalmen, usw aber halt leider flat. Deshalb hieß surfen für mich auch immer fliegen. Zwar ist Indonesien mit vielen unglaublich guten Wellen gleich um die Ecke und die Flüge sind manchmal super billig, aber das ein- und auspacken und Boardbags herumschleppen war manchmal schon etwas nervig. Das Surfen ist mir im Lauf der Jahre immer wichtiger geworden und mir wurde auch das Stadtleben etwas zu hektisch und ich habe immer mehr Lust verspürt direkt am Meer zu leben. Nach einigen Jahren Tropenhitze klang ein etwas kälteres Klima irgendwie auch wieder verlockend. (An den Stress mit Wetsuit an- und ausziehen konnte ich mich damals kaum noch erinnern…) Ericeira kannte ich bereits von einigen Surftrips gut und so musste ich nur noch Frau und Kinder überzeugen die Sachen zu packen und was Neues anzufangen.

Woher kommst Du und hattest Du schon immer den Traum vom eigenen Surf Shop?
Ich komme ursprünglich aus Süddeutschland aber bin dank meinen Eltern schon immer sehr viel gereist. So kam ich dann auch mit 12 Jahren in Cornwall zum ersten mal zum Wellenreiten. Da meine Eltern aber eher die norditalienischen Seen zum Windsurfen bevorzugten, ging es ein paar Jahre bis ich tatsächlich richtig Surfen lernte. Währen meiner Studienzeit wurde mir dann klar, dass das Surfen eine wichtige Rolle in meinem Leben spielte und ich investierte mehr und mehr Zeit und Geld in Reisen. Wahrscheinlich hat sich der Traum eines eigenen Surfshop aus Mangel und beruflichen Perspektiven für einen Soziologie und Philosophie Studenten entwickelt, hahahah.

Im Ernst – mir wurde schon während des Studiums klar, dass ich mein eigenes Business starten wollte. Das habe ich dann auch in Kuala Lumpur in Form einer Booking- und Musik/Eventagentur verwirklicht. Als der Gedanke eines Umzugs nach Europa konkreter wurde entstand die Idee mit dem Surfshop in Verbindung mit geschmackvoller Unterkunft.

Magic Quiver ist mittlerweile weit mehr als nur ein Surfshop. Was bietet ihr noch alles an?
Bei Magic Quiver dreht sich, wie der Name schon schließen lässt, alles um Surfbretter. Im Shop gibt’s neben handgeshapten Boards von Shapern aus Europa, Kalifornien, Australien und Brasilien natürlich aber auch die essentiellen Sachen wie Finnen, Wetsuits, Kleidung… Ich hatte schon seit langem eine Faszination für die kulturellen Auswüchse des Wellenreitens und deshalb findet man bei uns auch Literatur, Kunst und andere Artefakte.
Wir veranstalten sehr viele kleine Ausstellungen, Filmvorführungen und auch öfters gern mal kleine Parties mit guter Musik und netten Leuten. Kaltes Bier und guten Kaffee gibt’s sowieso immer. So kommen viele Leute nicht unbedingt zum Einkaufen in den Laden, sondern zum Zeitvertreib und um sich mit anderen Surfern auszutauschen.
Wir bieten ausserdem einige Unterkünfte in Ericeira an. Die verschiedenen Appartements und Häuser mit Selbstverpflegung, die wir alle selbst renoviert und gestaltet haben sind auf unserer Website unter Surf Shacks zu finden. Dieses Frühjahr kommt dann auch noch die Magic Quiver Surf Lodge mit 15 Zimmern mit dazu. Neben Bed&Breakfast bieten wir unseren Gästen hier auch unseren Magic Quiver an.
Wir sind gerade dabei, speziell für die Lodge, eine Auswahl an 30 handgefertigten Brettern zusammenzustellen. die den Gästen zur Verfügung steht. Da ist vom Longboard, Twin Keel Fish, Mini-Simmons, Egg, Bonzer, Single Fin Pintail, bis zum Alaia alles mit dabei. Das ist soweit ich weiss einmalig. Solch qualitativ hochwertige und besondere Bretter aus solch einem eklektischen Quiver gibt’s normalerweise nicht zu mieten. Vielen Gästen wird das das lästige Reisen mit Boardbag und den damit verbundenen Kosten ersparen.

In der Lodge gibt es natürlich auch Kurse für Anfänger und Surf Guiding für Fortgeschrittene. Wer gerne die Küstenregion um Ericeira erkunden will kann das in unserem Land Rover Defender, vollbepackt mit Surfbrettern und Angelzeug erleben. Sunset BBQ auf den Klippen inklusive.

Ericeira und Portugal allgemein hat einen massiven Aufschwung durch den Surftourismus! Wie empfindest Du den Wandel?
Wie das mit dem Aufschwung und dem Wandel eben ist, gibt es natürlich positive und negative Seiten. In Ericeira wird aber Wert auf nachhaltige Entwicklung gelegt. So sind zum Beispiel die alle Spots zwischen Pedra Branca und São Lourenco durch ein World Surfing Reserve geschützt. Als ich vor 13 Jahren zum ersten mal nach Ericeira kam, war natürlich weniger los, aber eigentlich ist es mal abgesehen vom Hochsommer trotzdem immer noch ein ziemlich gemütliches Fischerdorf. Im Juli und August ist im Dorf, am Strand und auch im Wasser viel los, aber wenn man will findet man immer noch ein ruhiges Gässchen, und mit ein bisschen local knowledge einen leeren Peak. Früh aufstehen lohnt sich hier besonders. Für unser Geschäft ist der Aufschwung des Surftourismus natürlich eine tolle Sache, aber wir hoffen natürlich dass es im Rahmen bleibt, schließlich setzen wir auf Qualität anstatt Quantität.

Ihr arbeitet auch viel mit internationalen Shapern zusammen, so ist Gary McNeill, der Shaper von Rasta momentan in Portugal. Wie kommt es zu diesen tollen Kooperationen?
Die Internationalen Gast-Shaper waren von Anfang an teil des Magic Quiver Konzepts. Viele der bekanntesten und besten Shaper kommen aus Kalifornien und Australien und wir sind stolz jedes Jahr hochkarätige Shaper in Ericeira willkommen zu heissen.

Mittlerweile ist Magic Quiver auch in der Shaperszene in Kalifornien und Australien ein Begriff und es fällt uns jetzt ein bisschen leichter als noch vor ein paar Jahren die Shaper davon zu überzeugen, dass sich ein Trip nach Portugal lohnt. Mit unseren sehr guten Produktionsstätten und den guten Wellen haben wir allerdings auch starke Argumente. Ausserdem waren ja jetzt auch schon einige Shaper hier und hatten einen schöne und produktive Zeit  – das spricht sich herum.

Was steht als nächstes an bei Euch?
In den nächsten Monaten sind wir erstmal gut beschäftigt mit Laden, den Surf Shacks, Lodge, Surfboardproduktion, Veranstaltungen Gastshapern und dem Vertrieb der australischen Surfmarke The Critcal Slide Society. Wir werden ausserdem dieser Jahr wieder ein paar schöne Surffestivals besuchen und arbeiten gerade an ein paar eigenen Produkten. Hoffentlich finden wir noch etwas Zeit zum surfen 🙂

Kannst Du Dir vorstellen wieder nach Deutschland zurückzukehren?
In absehbarer Zeit nicht. Dafür lebe ich zu gerne am Meer und genieße den Sonnenschein zu sehr.

Dann viel Erfolg weiterhin und hoffentlich bis bald!

Alle Spots und Insider – Tipps in der Region findest Du in unserem Spotguide Portugal

 

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