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Surf and Rescue. credit: Oliver Dietz

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Traumjob Rettungsschwimmer auf Sylt – Rescue and Surf?!

Die Insel Sylt sucht für diese Sommersaison noch Rettungsschwimmer. Doch wie ist das Leben als Rettungsschwimmer und was bringt es den Surfskills?

Ein Leben als Rettungsschwimmer auf Sylt klingt doch garnicht mal so schlecht. Man wohnt dort, wo andere Urlaub machen, kann jeden Tag die Sonne genießen und hilft auch noch Menschen. Vor allem bei Surfern ist der Job als Rettungsschwimmer sehr beliebt und das hat natürlich auch seine Gründe! Wir haben uns mit dem Surfer und Sylter Rettungsschwimmer Tim Schubert über seinen Sommerjob unterhalten und erfahren, wie sich der Job mit seiner Leidenschaft, dem Surfen, verbinden lässt.

Servus Tim, wie geht’s dir? Stell dich doch mal kurz vor!

Hallo! Mein Name ist Tim und ich lebe seit 16 Jahren auf Sylt! Ich bin in einer Nacht- und Nebelaktion wegen dem Surfen auf die Insel gekommen und startete eine Ausbildung als Koch. Und ja, ich bin hier geblieben, lebe jetzt in Tinnum mit meiner spanischen Frau und meinem fast 12-jährigen Sohn und genieße das Leben hier.

Du bist leidenschaftlicher Surfer und Rettungsschwimmer auf Sylt, wie kam’s dazu?

Mhh…wie kams eigentlich dazu? Ja, ich bin ja, wie bereits gesagt, in einer Nacht- und Nebelaktion hierher gekommen, weil ich unbedingt aus Hamburg weg und einfach nur Surfen wollte. Hatte aber kein Studium oder keine Ausbildung, also startete ich eine Lehre als Koch. Ich hab dann aber schnell gemerkt, dass täglich 14 Stunden in der Küche stehen nicht wirklich mein Traum ist. Mit dem Surfen konnte ich kein Geld verdienen, also habe ich mir gedacht, wie es denn wäre als Rettungsschwimmer zu arbeiten: Geld verdienen und trotzdem am Strand sein. Zu dem Job bin ich dann über befreundete Rettungsschwimmer gekommen, da die beiden bei mir am Strand saßen. Und ja, so kam dann das Eine zum Anderen.

Tim Schubert
Tim Schubert

Wie sieht dein typischer Arbeitstag als Rettungsschwimmer aus?

Ein typischen Arbeitstag gibt es eigentlich nicht, das ist immer unterschiedlich…aber im groben fangen wir um 10:30 an und bauen unseren Stand auf. Wir sind jeweils 2er-Teams. Und dann hängt eigentlich alles von den Bedingungen ab. Es gibt Tage mit Regen und Sturm wo kein Mensch am Strand ist und es gibt Tage, an denen es heiß ist und Ostwind hat. Dann ist die Nordsee wie eine Badewanne und, vor Allem im Juli und August, der Strand voll! Jeder Tag ist unterschiedlich, aber im generellen sind wir von 10:30 bis 17:00 Uhr am Strand und sorgen dafür, dass niemand ertrinkt und versuchen nebenbei eine gute Zeit zu haben!

Ein ganz nrmaler Rettungsschwimmereinsatz.
Rettungsschwimmer beim Training mit der Rettungsleine.

Warum genau Rettungsschwimmer? Profitieren deine Surfskills davon?

Meine Surfskills profitieren auf jeden Fall davon! Ich muss ganz ehrlich sein, ich war nie im Schwimmverein, hatte nie eine gute Kraultechnik, aber ich kann paddeln! Ich paddel überall hin und von dem her hilft das auf jeden Fall. Meiner Meinung nach sollte man als Rettungsschwimmer entweder Herzblut Surfer oder ein top Schwimmer sein, oder am besten beides, aber das sind die wenigsten von uns…Ich persönlich bin Surfer, hab meine Schwimmtechnik erst danach ein bisschen erlernt, aber wenn ich nicht surfen könnte, hätte ich hier am Strand nichts verloren, das muss ich ganz ehrlich sagen. Ich habe mir auch nie vorgestellt diesen Job zu machen, das kam einfach übers Surfen und am Strand sein. Surfer kennen sich mit Strömungen aus, Surfer können Situationen einschätzen und Surfer fühlen sich im Wasser zu Hause. Jemand der einfach ein top Schwimmer ist, muss auch das noch lernen. Aber um zurück zu deiner Frage zu kommen: Ja, mein Surfen bzw. meine Paddelpower profitiert auf jeden Fall extrem von meinem Job!

Und warum Sylt? Was bietet dir die Insel? Wie ist das Leben dort? Wie ist der Surf?

Sylt ist definitiv der beste Surfspot in Deutschland! Es ist nicht Dänemark, aber es ist das nächste, was da ran kommt. Im Sommer ist’s hier wirklich schön, im Winter kann’s schon mal kalt und einsam werden, aber hier bietet sich einfach die perfekte Möglichkeit, einen Sommer als Rettungsschwimmer zu verbringen, gutes Geld zu verdienen, ein gutes Leben dabei zu haben und nebenbei auch noch surfen zu gehen. Und wenn man alles richtig macht kann man dann den ganzen Winter woanders hin zum Surfen oder auch mal die Wintersaison in den Bergen verbringen. Die Insel ist definitiv wunderschön, das muss man echt sagen! Es ist nicht ohne Grund Deutschlands beliebteste und teuerste Ferieninsel…es gibt hier echt schöne Naturecken und der Surf ist auch gut, man kommt wirklich öfter ins Wasser, als man erwarten würde, durchschnittlich bestimmt drei mal die Woche. Klar, es ist nie wirklich perfekt, aber es macht Spaß! Und wenn es dann wirklich mal Ostwind hat und Druck im Teich ist, dann dreht jeder durch, weil es einfach so selten ist. Meistens haben wir Onshore Tage, aber auch das macht Spaß und man bleibt fit.

Tim rippt die Wellen auf Sylt
Tim rippt die Wellen auf Sylt

Hast du uns ein paar Tipps, was wir unbedingt auf der Insel machen sollten?

Gute Frage! Wenn man Geld hat, gut essen gehen, den Strand genießen, die Natur genießen, Surfen gehen, mit netten Leuten abends zusammen zu sitzen, Makrelen fischen, vielleicht auch mal auf einem Katamaran ne Runde fahren. Es gibt echt viele Schöne Sachen hier! Abends am Strand zu sitzen mit einem guten Gläschen Weißwein und den Sonnenuntergang anschauen ist traumhaft. Der Strand ist wirklich schön! Das merkt man immer wieder, wenn man nach einer langen Reise zurückkommt…nur ists im Winter leider einfach zu kalt…

Schönes Sylt! credit: Willi Palm
Schönes Sylt! credit: Willi Palm

Klingt traumhaft! Zurück zum Thema: Wie kann man Rettungsschwimmer werden, was für Qualifikationen braucht man?

Ja, wir brauchen einen DLRG Rettungsschwimmerschein in silber. Wer Zweifel hat, ob er diesen besteht, hat eh nichts am Rettungsschwimmerstand zu suchen. Dann sollte man die 1000 Meter in unter 20 Minuten schwimmen, besser wäre es in 18 Minuten…und dann gibt’s noch ne Brandungsprüfung, bei der wir bei Wind, Wellen und Strömung rausschwimmen. Diese findet aber erst während der Saison statt. Es muss wirklich jedem klar sein, dass wir eine große Verantwortung am Strand haben und wenn wir unseren Job gut machen, müssen wir auch fast nie ins Wasser springen, um jemanden zu retten, aber es kann eben jede Sekunde dazu kommen. Es kann sein, dass wir 5 mal am Tag jemanden retten müssen, oder aber 10 Jahre gar keinen retten müssen. Zusätzlich brauchen wir den großen Erste-Hilfe Schein, da gibt es aber auch immer Auffrischungen bei uns im Team, vor allem zum Thema Herz-Lungen-Wiederbelebung und in der Benutzung des Defibrillators. Ich kann jedem nur raten: Seid fit, traut es euch zu und nur wenn ihr euch es zutraut, bewerbt euch auch dafür. Aber als Surfer oder Schwimmer sind die Prüfungsbedingungen echt machbar.

Paddle-Battle credit: Mirco Lieffertz
Paddle-Battle credit: Mirco Lieffertz

Hands down, was verdient man so als Rettungsschwimmer?

Das kann ich garnicht so genau sagen…ich bin jetzt schon seit 14 Jahren dabei und verdiene dementsprechend mehr, wie ein Berufseinsteiger. Aber das gute ist, dass man nebenher auch noch easy einen 450 € Job machen kann und für einen ungelernten Beruf, also ohne das man vorher studiert oder eine Ausbildung gemacht hat, ist er extrem gut bezahlt. Ihr seid am Strand, könnt dort euer Workout machen, könnt dort Frühstücken und eine extrem gute Zeit haben.

Editor’s Note: Wir haben recherchiert und ein Rettungsschwimmer bekommt ein Einstiegsgehalt von 2.500 € Brutto plus Zuschläge. Das Gehalt steigt mit der Arbeitserfahrung.

Wie sieht‘s dann mit einer Unterkunft aus, geht dafür auch nochmal Geld weg?

Unterkünfte ist das große Problem auf Sylt…Wohnraum ist knapp und teuer, aber der Betrieb ISTS (Insel Sylt Tourismus Service) ein begrenztes Kontingent an Wohnungen und dann ist es für schmales Geld auf jeden Fall möglich hier unterzukommen. Oder man könnte auch mit dem Campervan hierher fahren oder in einem Wohnwagen unterkommen. Es gibt also auf jeden Fall Möglichkeiten und der Betrieb hilft einem sehr gut!

rettungsschwimmertag2012_dsc5380

Wie oft kommst du zum Surfen und wann? Nach Feierabend? Geht auch mal eine Session während der Arbeit? Surfen ist ja schließlich Paddeltraining für die nächste Rettungsaktion oder? 😉

Im Durchschnitt würde ich fast sagen 3 Tage die Woche. Der Vorteil als Rettungsschwimmer ist es, immer am Strand zu sein. Wir sehen die Bedingungen, sehen wenn Swell ankommt, sehen die Sandbänke. Vor dem Dienst, nach dem Dienst…wenn du um 17 Uhr Feierabend hast und der Surf gut ist, springst du rein. Während der Arbeit gibt es Tage mit Regen und Sturm, wo wirklich niemand am Strand ist. Dann ist es auch ok eine kleine Trainingssession einzulegen und mal mit dem Rettungsbrett zu paddeln, denn damit muss man ja auch umgehen können.

Tim Schubert weiß, wie man die Wellen in Sylt zu surfen hat!
Rettungsschwimmer Tim Schubert weiß, wie man die Wellen in Sylt zu surfen hat!

Die Insel Sylt sucht ja noch Rettungsschwimmer, warum sollte man sich auf den Job bewerben?

Na, weil ihr am Strand seid, weil ihr fit werdet, weil eure Haut ein bisschen Farbe bekommt und ihr nicht den ganzen Tag am Computer sitzen müsst. Wenn ihr es schlau macht und von eurem Gehalt was zur Seite legt, könnt ihr danach sogar direkt paar Monate Indo oder eine Saison in den Bergen anhängen. Mich hat’s seit 14 Jahren gepackt und ich kann es nur jedem empfehlen.

Danke für deine Zeit, Tim! Wir sehen uns auf Sylt!

Steffen Jahrmarkt
Steffen Jahrmarkt

Haben wir nun wirklich dein Interesse am Traumberuf Rettungsschwimmer auf Sylt geweckt, hast du jetzt noch die Chance, dich auf die begehrten Stellen zu bewerben und möglicherweise schon bald den Strand als dein Büro zu bezeichnen! Die Grundvoraussetzungen kennst du jetzt ja schon, nun liegt es an dir! Die ISTS und im speziellen der Personalchef Steffen Jahrmarkt, der selbst einige Jahre als Rettungsschwimmer am Strand verbracht hat, freuen sich auf deine Bewerbung. Weitere Infos findest du hier.

P.S.: Auch ein Praktikum vorab zum Schnuppern ist möglich.

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