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South Korea

Koreanisches Kimchi hinterlässt einen ziemlich komischen Geschmack im Mund: Es ist säuerlich und scharf in einem. Kimchi, eingelegter Chinakohl, war einst als Vitaminspender für die harte Winterzeit gedacht. Heute ist ein koreanisches Gericht ohne Kimchi nur schwer vorstellbar.

Während mir die säuerliche Schärfe des Kimchi den Gaumen kitzelt, blicke ich zurück zu den Mandarinenbäumchen am Strand, die mir als Line-up-Markierung dienten. Mein Herz schlug dumpf und wild, als ich versuchte, einem massiven Set aus dem Weg zu gehen, indem ich zurück zum tiefen Channel des mit Tetrapoden gesäumten Hafens paddelte. Der Super-Taifun Chaba tobte sich aus und wir kämpften mit den Folgen. Gerade paddelte Sunset-Legende Randy Rarick mit seinem 9’2er-Gun in eine Bombe. Laut schreiend vor Freude rauschte er eine Wand hinunter, die man eher in Makaha vermutet hätte als an irgendeinem Spot am Südchinesischen Meer. Randys kraftvoller Bottom Turn brachte ihn direkt unter die Lippe, ein kurzer Stall, ein geschmeidiger Schritt nach vorne und schon befand er sich in einer fetten Tube. Ich paddelte währenddessen immer noch wie wild nach draussen, denn es sah so aus, als wenn die acht Fuss hohe Wasserwand vor mir Anstalten machte, mitten im Channel zu brechen. Wer hätte das gedacht, in Korea surfen zu gehen und zu hoffen, dass der Swell ein wenig abnehmen würde?!

Südkorea ist ein hektisches Beispiel für den ausserordentlichen wirtschaftlichen Aufschwung dieser Region. Ein Land, das normalerweise eher mit Samsung, Hyundai und Taekwondo in Verbindung gebracht wird als mit Wellen und Riffen. Wobei der Norden der Insel nach wie vor eingefroren ist in die totalitäre Starre des Kalten Krieges. Er wird vom mysteriösen Diktator Kim Jong Il beherrscht, dem sogar nachgesagt wird, er könne das Wetter beeinflussen, und der vor kurzem verkündete, er hätte nun die Atombombe und er würde sie auch nutzen. Gegen wen oder was auch immer. Der kapitalistische Süden, in dem ein frischer kultureller Wind alte Verkrustungen hinwegzublasen beginnt, ist da also die viel versprechendere und leichtere Variante, Korea näher zu kommen.

Als unser Fotograf John Callahan in seiner Heimat Singapur eine Anzeige sah, hatten wir einen Plan: “Besuchen Sie Jeju, die Hochzeitsinsel!” Da wir alle mehr oder weniger unter der Haube sind, ging es für uns nicht um Hochzeit unter Palmen. Mit 27 °C Wassertemperatur im Sommer und genau im Aufmarschgebiet der bis zu 20 Taifune gelegen, die zwischen August und Oktober den Nordwest-Pazifik unsicher machen, gibt es auf Jeju sicher noch mehr als romantische Sonnenuntergänge zu entdecken.

Auf Jeju angekommen hatten John Callahan und Emiliano Cataldi, einer der besten italienischen Shortboarder, sowohl mit dem einsetzenden Monsunregen als auch mit einer fast unüberwindbaren Sprachbarriere zu kämpfen, um für den Rest unserer Crew eine Unterkunft zu organisieren. Als Randy Rarick, sein Kumpel George Fujisawa und ich zwei Tage nach den beiden auf dem blitzblanken Jeju City Airport eintrafen, regnete es zwar noch immer, doch wir hatten zumindest ein Dach über den Kopf. Randy umgibt eine Aura aus kühler Gelassenheit, die nur jemand um sich haben kann, der unter anderem schon in Angola, Namibia und dem Libanon erfolgreich nach Wellen gesucht hat. George und Randy hatten sich auf der High School auf Honolulu kennen gelernt. George war so beeindruckt von Randys Lifestyle, dass er ihn nach Japan exportierte. Heute mit 53 Jahren sieht George dank einer Diät aus rohem Fisch und Wellen noch immer aus wie 30. Ihre Freundschaft brachte George in den Genuss einiger Haleiwa-Monster. Und Randy brachte sie ein schönes Stückchen vom Kuchen des fetten japanischen Surf-Boom in den späten 70ern und 80ern ein. Wobei man auch heute noch im Land der aufgehenden Sonne 500 Dollar für einen Tag im Shaping Room bekommen kann.

Beeinflusst von China, Japan und Russland ist es erstaunlich, dass Korea eine eigenständige Kultur und Sprache entwickelt hat. Das heutige Südkorea ist eine Mischung aus chinesischer Vergangenheitsliebe und japanischem Zukunftswahn. Doch noch nicht mal Koreas längste Dynastie, das Silla-Königreich (von 17 v. Chr. bis 935 n. Chr.), hat irgendwelche Spuren auf Jeju Island hinterlassen. Die oval geformte subtropische Insel war immer schon die Heimat von Fischern, Farmern und Exil für Intellektuelle. Erst in jüngster Zeit brachte ein Touristen-Boom imposante Ableger aller grösseren Hotel- ketten und so viel glatten Asphalt auf die Insel, wie es sich ein Sector Nine Speed Junkie in seinen kühnsten Träumen nicht vorzustellen vermag.

Da im Zuge dieser touristischen Invasion auch die Strassenzeichen in römischen Buchstaben angebracht wurden, hätten wir uns mit dem Auto recht problemlos zurechtfinden können. Leider hatte niemand von uns daran gedacht, einen internationalen Führerschein mitzubringen, und so machten wir uns auf die Suche nach einem fahrbaren Untersatz samt Fahrer. Unser Vermieter wusste Rat in Form seines Vetters. Der arbeitete als Bauer in der Umgebung, und wie er da mit verschränkten Händen vor uns stand, sah er aus wie ein Harubang (Grossvater-Statue), das alles überragende Symbol von Jeju. Dieser alte schamanenhafte Wächter war übrigens das einzig Antike auf der Insel. Selbst der Budda-Tempel Yakcheonsa war neuer als der Kia-Pick-up, unserem Gefährt für die kommenden Tage.

Wir fühlten uns sicher mit Harubang-San, doch einen Weg zum Strand zu finden war eine andere Sache. Da er kein Wort Englisch und wir kein Wort Koreanisch sprachen, versuchten wir es mit Handzeichen. Leider dauerte es immer 30 Sekunden, bis er darauf reagierte, und so waren wir immer schon an der nächsten Ausfahrt vorbeigerauscht. Lost in translation – es ist wohl nie einfach, einen Frischling in Sachen Surf-Expedition zu unterrichten… Wir nahmen jede Ausfahrt Richtung Küste, bis wir jede Höhle, jeden Strand und jede Bucht mindestens einmal gesehen hatten. Oft genug drehten wir am Ende noch mal für eine schnelle Welle um. Surfer sind halt das Ergebnis wohlhabender Gesellschaften mit reichlich viel Zeit.

Im Gegensatz dazu ist Südkoreas Gesellschaft etwas strange, aber es sind hart arbeitende, gut ausgebildete und hoch motivierte Menschen. Man muss sich nur die von tiefen Falten durchzogenen Gesichter der älteren Generation anschauen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was das Land in der Vergangenheit durchgemacht hat. “Drachen, der aus dem Graben auferstanden ist”, nennen die Südkoreaner ihr Land. Alles wird hier ernst genommen. Das merkt man nicht zuletzt an den Massen besessener Computerspiele-Freaks, die die Internet-Cafés bevölkern und blutige Ninja-Epos und Manga-Style-“Starcraft”-Kämpfe um Ruhm und TV-Ehre zocken. Doch auch die Schule und insbesondere Lehrer geniessen hohes Ansehen. “Ein Kind ein Buch zu lehren ist besser als das Kind seinem Glück zu überlassen”, lautet ein koreanisches Sprichwort. Kein Wunder also, dass es für so etwas wie Surfen kaum Platz in dieser Gesellschaft gibt. Doch kaum hatte Harubang-San uns einige Wellen abreiten sehen, war er verzückt von dem künstlerisch anmutenden Spiel mit den Wellen. Ganz im Gegensatz zu einem einheimischen Fisher, der laut “Gefahr , Gefahr!” schreiend versuchte, uns vom Wasser zu holen. Gefahr für uns zu ertrinken, aber wohl eher die Gefahr, dass seine kostbaren Muschelbänke Schaden nehmen könnten.

Koreaner hängen an jedes Word, das auf “-ch” endet, ein “-ey”. So war “beach-ey” das Wort, das wir aus dem Mund unseres Fahrers in den nächsten Tagen ständig zu hören bekamen – um so häufiger, je enger und kurvenreicher die Strecke runter zum Strand war, die wir uns gerade ausgesucht hatten.

Jungmun Beach-ey im Süden von Jeju ist ein Ort, an dem jeder Koreaner irgendwann einmal in seinem wohl verdienten Urlaub aufschlagen wird. Ein sonderbarer Platz, denn in eine wunderschöne Landschaft aus Basaltkliffen, Wasserfällen und von schwarzen Felsblöcken eingerahmten Sandbuchten haben die Urlaubsplaner einen kuriosen Mix aus Western-Hotels, Windmühlen, Brücken und traditionellen asiatischen Tempeln gesetzt, die den Blick auf das Meer verschandeln.

Als wir zum ersten Mal am linken Point östlich von Jungmun eine Session hatten, wurde uns allen bewusst: Korea bietet exzellente Surf-Bedingungen! Zumindest im August, wenn ein Taifun draussen auf dem Meer wütet. Dagegen waren die acht Mitglieder des lokalen Surf-Clubs von Jeju eher an einem netten Bad im sicheren rechten Beachbreack interessiert als an vier Fuss Dawn-Patrol-Glassy-Perfektion. Als John Fotos schoss, versuchte Local-Surf-Pioneer Kim Tah Oh ihm klarzumachen, dass dies keine so tolle Idee wäre. Er machte sich dabei weniger Sorgen um Europäer oder Amerikaner; Sorgen bereiteten ihm vielmehr die geschätzten 750.000 japanischen Surfer, die sehr schnell die koreanischen Spots überfüllen könnten, erklärte uns John später lachend.

Das Verhältnis zwischen Japanern und Koreanern ist etwas kompliziert, unter anderem bedingt durch die japanische Besatzung Koreas bis 1945. Ein weiteres Schicksal Koreas war der Krieg von 1950 bis ’53, der die Spaltung des Landes in den kommunistisch orthodoxen Norden und den dem Westen zugewandten Süden nach sich zog. Die 155 Meilen demilitarisierte Grenzzone ist eine ständige Mahnung an die Zeit des Kalten Krieges. Und wer weiss schon, was Nordkoreas Führung im Schilde führt?

Doch was auch immer in der Vergangenheit passiert war, die Freundlichkeit japanischer Surfer ist unbestritten. So dauerte es auch nicht lange, bis George herausfand, dass Kim-San ein paar Brocken Japanisch sprach. Ab sofort waren die beiden dickste Kumpels. Emiliano, John, Randy und lernten hingegen einen salzverkrusteten Aussie kennen. Und wie es der Zufall wollte, war Dan Rutherford nicht nur Präsi des elitären Segelklubs vor Ort, sondern man munkelte auch, dass er schon seit vier Jahren ein paar der besten Riffe vor Jeju surfen würde. Ein perfektes Team für die kommenden Tage.

Jungmun Beach-ey zeigte sich von seiner besten Seite. Einziges kleines Problem war die mit Bojen und einer Leine abgegrenzte Schwimmerzone: Entweder schaffst du einen kleinen Ollie über das Seil oder dein Ritt wird unsanft gestoppt. Der Anblick am Strand ist wohl einzigartig in Korea. Stellt euch vor, wie sich dünne, bleiche Honeymooner gelbe Schwimmringe ausleihen, damit ein kleines Stück hinauswaten, nur um mit dem nächsten Brecher zusammen mit ihren kichernden Liebsten wieder an den Strand geschubst zu werden. Die abgegrenzte Area war natürlich der ganze Stolz für die Zigaretten rauchenden Lifeguards. So war es nicht weiter verwunderlich, dass jedes Mal, wenn einer von uns es schaffte, in diese geheiligte Zone zu surfen, sie ihre Millionen-Dezibel-Sirene aus dem Zweiten Weltkrieg aufheulen liessen. Inzwischen paddelten auch Kim-San und sein bester Kumpel Kuh Kyung Ji mit uns raus. Die überkopfhohen Tubes waren eine echte Herausforderung für sie, aber in einem Akt von japanischem Respekt und Ehrerbietung gegenüber den Locals verhalf George ihnen mit unserer Hilfe zu ein paar fetten Wellen. Wenn das kein gutes Karma bedeutete!

Kim-San und Kuh gründeten den Wave Club im Juni 2003, nachdem sie ein paar japanische Touristen beim Surfen beobachtet hatten. Während Jungmun ihr Haupt-Spot ist, ist die Apotheke in Sinsu- seong, in der Kuh arbeitet, ihr Klubhaus. Und wenn ihr mich fragt, braut der verrückte Wissenschaftler Kuh dort geheime Drinks zusammen, die unglaubliche Surf-Performance zur Folge haben…

Am nächsten Morgen war ich voll unter Strom. Kein Wunder, hatte ich doch einen riesigen Power-Drink von Kuh serviert bekommen. Mit mehr Zucker im Blut als die Tagesproduktion einer karibischen Zuckerfarm konnte ich es kaum glauben, als die Lifeguards uns angesichts des hohen Wellengangs klar- zumachen versuchten: “No surfing today!” Wir wollten ihnen besser nicht zu nahe kommen und so kletterten wir um einen glitschigen Felsen herum, um ausser Sicht der Offiziellen unsere Mission zu erfüllen. Super-Taifun Chaba begann, es ernst zu meinen, war er doch bereits mit 210 Kilometern pro Stunde auf die japanische Küste getroffen. Nicht wirklich der richtige Augenblick für eine gerissene Leash, ein gebrochenes Board und damit verbunden einen Ausflug über das Riff… Es war wirklich ziemlich gefährlich und immerhin bestand jederzeit die Gefahr für genau solch ein Missgeschick. Zudem war das Wasser aufgrund des heftigen Regens braun und aufgewühlt und es sah ganz so aus, als ob genau im Line-up der Grossteil von abgebrochenen Ästen und allem anderem, was nicht niet- und nagelfest war, umherschwappte. Das musste auch Randy feststellen und kurzerhand einen normalen Duck Dive in eine Eskimorolle umwandeln, als er bemerkte, dass sich in der Welle ein fetter Baumstamm verbarg. Glücklicherweise verfehlte er seinen Kopf, doch er nahm sich ein fettes Andenken aus Randys geliebten 6’8er mit auf die Reise. So versuchten wir in den kommenden Stunden, neben den Wellen auch alles andere im Wasser befindliche Treibgut im Auge zu behalten.

Nach einer anstrengenden Session gab es für uns nur einen Heimweg: genau durch die sorgsam bewachte Schwimmerzone. Randy schnappte sich eine kleine Right und bekam dafür einen warnenden Pfiff aus der Trillerpfeife. Ich dagegen tauchte weiter in der Mitte des Strandes auf, genau vor der Schwimmerzone – zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich absichtlich dort auftauchte, nur um herauszufinden, was wohl passieren würde… Als ich mir eine schöne, steile Right schnappte, die mich bis an den Strand brachte, schlug mir eine Wand aus Lärm aus der auf- und abschwellenden Sirene entgegen. Als ich an den Strandwächtern vorbeiging, fühlte ich mich etwas schuldig, aber bei einem Bier und einem letzten Blick auf das Meer konnten wir uns später das Lachen beim Gedanken an diesen unglaublichen Krach nicht verkneifen.

Harubang-Sans Felder konnten nicht länger unbeaufsichtigt bleiben und so bekamen wir ein neues Fahrzeug mitsamt einem neuen Fahrer. Jung Kyuung-San, den wir kurzerhand Eddie nannten, war mehr ein Anhänger von Konfuzius als ein praktisch veranlagter Mann. Koreas Gesellschaft funktioniert nach strikten Hierarchien und sehr ausgefeilten Benimmregeln. Werft in diese Gesellschaft eine Hand voll Surf-Touristen und ihr könnt euch vorstellen, dass Eddie nicht mehr wusste, was er sagen sollte – allein schon aus dem Grund heraus, uns nicht beleidigen zu wollen. Da Jungmun an diesem Tag komplett verblasen war, machten wir uns zusammen mit Eddie und seinem frisch gebügelten Golf-Outfit auf die Suche nach einem neuen Spot. Verschwitzt, verstaubt, der nagelneue weisse Hyundai mit einer fetten Schicht aus Schlamm und Dreck überzogen, so kamen wir zwei Stunden später in Chagwido an, einem der letzten alten Fischerdörfer der Insel. Eddie war sich inzwischen sicher, dass wir die Aliens sein müssten, gegen die er in seiner Kindheit am Computer so glorreiche Schlachten geschlagen hatte. Doch sobald George die erste Welle eines fetten Sets nahm, konnte auch Eddie die Augen nicht mehr vom Meer nehmen.

Ohne Zweifel das schärfste Kimchi, welches wir bisher gegessen hatten, bekamen wir am nächsten Tag zum Mittagessen aufgetischt. Wir hatten schon ein gutes Stück vom Adreanlinkuchen der Wellenfront intus, waren wir doch in den Tagen zuvor an Riffen gesurft, die bislang so gut wie nie einen Surfer zu Gesicht bekommen hatten – und das in Wellen, die wir hier im Traum nicht erwartet hätten. Doch dieses mysteriöse, superscharfe Kimchi sollte uns auf ein neues Highlight in unserem Wellenschicksal vorbereiten.

Bevor es so weit war, beschlossen wir noch nichts ahnend, unsere Sinne mit einem kleinen Besuch bei den unglaublichen Haeneyeo-Taucherinnnen abzukühlen. Diese oft über 60 Jahre alten Frauen tauchen ohne Sauerstoffflaschen bis zu 20 Meter tief, um Seespinnen, Krebse, Muscheln und Seetang in ihre Käscher zu bekommen.

Plötzlich klingelte Eddies Handy. Er murmelte ein paar unverständliche Laute, sprach ein paar Brocken Koreanisch und reichte das Handy an mich weiter: “Uhh, hallo Sam-San, wir am Jungmun Beach-ey. Uhh, offshore, clean, wave height-ey: 15 meters!” (was nicht ganz stimmen sollte: 15-Fuss-Faces und acht Fuss Wellenhöhe). Kuhs Wortschatz hatte er von www.wavewatch.com heruntergeladen und es war klar, dass uns der Wave Club mit vielen Kameras bei solch grossen und sauberen Bedingungen erwartete. Es war wirklich gross, so gross, dass die Sets weit draussen vor dem linken Riff brachen und bis in den tiefen Channel des Hafens liefen, von wo aus wir uns das Ganze kurze Zeit später ansahen.

Die nächsten zwei Stunden waren der absolute Höhepunkt dieses Trips. Es war nicht gigantisch, aber es war gross, kraftvoll und nicht einfach. Ich denke, das Kimchi gab uns den Extra-Boost, den wir nötig hatten. Unnötig zu sagen, dass zusammen mit einer Sunset-Legende im Wasser zu sein und dann noch in solch einem bizarren Land wie Korea schon Motivation genug war. Auch für die Jungs vom Wave Club war es ein Schauspiel, und als wir wieder an Land waren, waren sie voller Ehrfurcht gegenüber “Handy Harik: five seconds drop, 15 meters Hawaiian style”, auch wenn wir ihnen versuchten klarzumachen, dass es höchstens Achtfusswellen waren. “No, 15 meters Hawaiian style, super typhoon strong wave!” Sie konnten es wohl kaum fassen, einen waschechten Hawaiianer vor Augen zu haben.

Als wir an unserem letzten Nachmittag an einem Spot, den wir “Old Ladys” nannten, ins Wasser gingen, tauchte auf einmal der gesamte Surf Club mit Kuchen und Energie Drinks am Strand auf. Nachdem wir eine letzte Session zusammen hatten, sassen alle zufrieden am Strand, hatte der Wave Club doch fünf neue Spots auf ihrer Surf-Karte, alle bei weitem besser als ihre alten Spielwiesen. Und Eddie war einfach aus dem Häuschen von alledem, was er in den letzten Tagen erlebt hatte: den Limbo, den er tanzen, den Lifestyle, den er kennen gelernt hatte, und nicht zuletzt, dass er nun jede noch so kleine Küstenstrasse der Insel kannte. Doch Tag für Tag blätterte er in seinem Wörterbuch und man merkte ihm an, dass er immer noch nicht gefunden hatte, was er so verzweifelt auszudrücken versuchte. Bis auf diesen letzten Tag, als er sich neben mich setzte und, Gentleman durch und durch, zu mir sagte: “Sam-San, Surfen ist voller Schönheit.”

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