Vom Nürnberger Vorort nach Nazaré
Sebastian Steudtner wächst fernab jeder Küste in Nürnberg auf. Mit zehn Jahren steht er in der Bretagne zum ersten Mal auf einem Bodyboard. Ein Moment, der alles verändert. „Ich habe immer das Wasser geliebt und habe mich im Wasser immer frei gefühlt“, sagt er im Film.
Mit nur 16 Jahren wandert er allein nach Hawaii aus. Keine Sponsoren, kein Sicherheitsnetz. Er wird Ziehsohn einer nativen hawaiianischen Familie und lernt Surfen dort, wo die moderne Surfkultur entstanden ist.
„Die erste Welle, die ich gesehen habe, war Laird Hamilton. Da wusste ich: Das ist die Welle, die ich will.“
Hawaii wird zur Schule des Lebens. Eine einheimische Familie nimmt ihn auf, er lernt Respekt vor dem Ozean und die Regeln einer Szene, die stark von Localism geprägt ist. Im Film wird dieser Aspekt offen thematisiert. Territorialität, Hierarchien, das Ringen um die besten Wellen.

„Surfer im Allgemeinen sind Arschlöcher.Surfer mögen es nicht, wenn andere Surfer gewinnen“,
sagt Shaper-Legende Jimmy Lewis im Film. Eine Aussage, die bewusst provoziert und die Schattenseiten der Surfkultur beleuchtet.

Der Außenseiter
2010 gewinnt Steudtner den XXL Big Wave Award für die größte Welle des Jahres. Statt Ruhm folgt Widerstand. Als deutscher Big-Wave-Surfer bleibt er für viele ein Außenseiter in einer Szene, die lange von Hawaiianern, Australiern und Kaliforniern dominiert wurde..
Doch statt Sponsorenverträgen und Anerkennung erlebt er in der hyperkompetitiven US-West-Coast-Szene Ablehnung. Als Deutscher, als Außenseiter, als jemand ohne familiäre Surf-Dynastie im Rücken bleibt er fremd.
„Er kam von außen. Er ist ein Außenseiter“, sagt Maya Gabeira im Film. „Als Repräsentant eines Sports akzeptiert zu werden, wenn du ein Außenseiter bist, ist nicht selbstverständlich.“
Steudtner kehrt nach Europa zurück, beginnt praktisch bei null. Schulden, Zweifel, Isolation.
„Für mich gibt es nicht Aufhören, das existiert bei mir nicht.“