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Surf Basics

SURF BASICS: Surfboard wachsen leicht gemacht

Man kann sein Surfboard auf viele verschiedene Art und Weisen einwachsen, doch nicht alle sind gleichermaßen zielführend.

Zugegebenermaßen gibt es viele Möglichkeiten, sein Surfboard einzuwachsen, doch wir wollen euch in diesem Artikel erklären, wie man den besten Grip bekommt und das nachwachsen zum Kinderspiel wird.

1. Schritt: Richtiges Surfwachs aussuchen

1a. Base-Coat Surfboard Wachs

Im Prinzip gibt es zwei Arten von Wachs für dein Surfboard: Top-Coat und Base-Coat. Hast du ein komplett ungewachstes Surfbrett vor dir liegen, brauchst du erst mal Basecoat. Dieses Wachs ist härter als „normales“ Topcoat-Wachs und hält länger auf dem Brett. Dafür klebt es aber auch nicht so schön und gibt auch keine so schönen Knubbel wie der Top-Coat. Der Base-Coat dient, wie der Name schon sagt, als Basis für die obere Wachsschicht und sollte eigentlich vor jedem Surftrip erneuert werden. Das Gute daran ist, dass ihr dadurch nicht nur einen besseren Stand auf dem Board habt, sondern auch die Vorfreude auf die erste Session nochmal gesteigert wird. Nicht umsonst assoziiert man als Surfer keinen Geruch mehr mit Urlaub, als den von Surfwachs Um diesen kleinen Kick zu kriegen, müsst ihr natürlich nach eurem letzten Surftrip das Wachs komplett von eurem Surfboard entfernen. Doch dazu später mehr.

1b. Top-Coat Surfboard Wachs

Nach dem Base-Coat kommt dann der Top-Coat da. Hierbei handelt es sich um das „normale“ Surf-Wachs. Wenn du dir am Strand von irgendeinem anderen Surfer Wachs leihst, wird das in 90 % der Fälle Top-Coat sein. Im Gegensatz zu Base-Coat gibt es beim Top-Coat Unterschiede in der Härte des Wachses. Ausschlaggebend ist hierbei die Wassertemperatur, in der du vorhast zu surfen. Das geht bei Kaltwasser-Wachs los, geht über zu Warmwasser-Wachs und landet schließlich bei Tropical-Wachs. In der Regel steht auf der Packung, für welche Wassertemperaturen das Wachs genau vorgesehen ist. Je wärmer das Wasser ist, desto härter wird logischerweise auch das Wachs. Auf Internet-Seiten wie magicseaweed.com könnt ihr euch informieren, welche Temperatur das Wasser an eurem Zielort gerade hat. Wenn ihr Surfwachs vor Ort in einem Surfshop kauft, fragt doch einfach den Verkäufer welches Wachs er denn empfehlen würde. Glaubt uns, die freuen sich darüber.

Lib Tech -Surfboards

2. Surfboard richtig wachsen

2a. Base-Coat richtig auftragen

Um Basecoat aufzutragen, musst du auf jeden Fall relativ viel Druck ausüben, da es schließlich ziemlich hart ist. Es gibt dabei viele verschiedene Techniken, mit der man das Wachs aufs Surfboard bringt und keine ist wirklich falsch. Was sich bewährt hat, ist zum Beispiel zunächst eine Art Schachbrett-Muster aufzutragen. Danach geht man über dieses Muster in großen kreisenden Bewegungen nochmal drüber. Im Prinzip kannst du das Wachs aber auch komplett freestyle draufrubbeln. Hauptsache du drückst schön an.

2b. Top-Coat richtig auftragen

Im Gegensatz zum Base-Coat, brauchst du beim Top-Coat weniger Kraft, dafür ein bisschen mehr Geduld. Hier hat es sich bewährt, das Wachs in großen, kreisenden Bewegungen aufzutragen und nicht allzu viel Druck auszuüben. Da Top-Coat weicher ist als Base-Coat, brauchst du diesen Druck nicht. Zuviel davon würde nur dazu führen, dass du das Wachs eher auf das Board schmierst, als es richtig zu wachsen. Dadurch entstehen nämlich nicht diese schönen klebrigen Knubbel, die dir optimalen Halt auf dem Brett gewähren. Nicht umsonst heißt eine der beliebtesten Surfwachs-Marken „Sticky Bumps“.

3. Richtige Stellen auf dem Surfboard wachsen

Eigentlich ist das ein No-Brainer. Wachs kommt überall da hin, wo eventuell mal ein Fuß beim Surfen stehen könnte. Bei einem Longboard oder Mini-Malibu ist das dann das ganze Surfbrett inklusive der dem kompletten vorderen Teil, der Nose. Bei einem Shortboard kann man darauf verzichten, wenn man nicht gerade ein Pro ist der Airs springt. Manche Surfer wachsen sich auch das Tailpad ein, worauf man jedoch unserer Meinung nach verzichten kann. Was hingegen durchaus sinnvoll sein kann, ist sich die Rails zu wachsen. Mit einem langen Board taucht man schließlich mit Hilfe einer „Turtle-Roll“ unter dem Weißwasser durch. Gewachste Rails haben da den Vorteil, dass sie einerseits eine haptische Orientierung bieten, wo das Brett in dem Fall festzuhalten ist. Andererseits wird dadurch natürlich auch der Griff selber erleichtert und das Brett rutscht einem nicht so schnell aus der Hand. Das Gleiche gilt natürlich auch für ein Shortboard beim Duck-Dive.

gebrauchte surfboards, surfbretter

4. Surfwachs richtig aufbewahren

Ja, auch bei diesem Punkt kann man Fehler machen. Wir empfehlen euch die Anschaffung einer Wachs-Box, in die ihr euer Surfwachs packen könnt. Das Ding sieht zwar aus wie die Schachtel, in die ihr früher eure Spange gepackt habt, aber sie ist eben unglaublich praktisch. Wer einmal einen Block Wachs auf einem Autositz liegen hat lassen und die Karre in der Sonne geparkt hat, weiß so eine Box zu schätzen. Ansonsten kann man das Wachs natürlich auch in irgendeine Plastiktüte packen. Das ist die wohl gängigste Methode. Ihr könnt euch allerdings auch Wachs zulegen, das in kleinen Kartons verkauft wird, in die das Wachs nach Gebrauch wieder zurückgeschoben werden kann.

So, und jetzt hier noch ein kleiner Geheimtipp. Nehmt euch immer ein kleines Stück Wachs mit in den Line-Up. Die meisten Neopren-Anzüge oder Boardshorts haben Taschen, in die ein etwa daumengroßes Stück Wachs locker hineinpasst ohne zu stören. Wenn ihr dann zwischen den Set-Pausen auf Wellen wartet, könnt ihr die Zeit nutzen, um die wichtigsten Stellen auf eurem Brett zu nachzubessern. In der Regel ist das die Gegend, wo euer vorderer Fuß steht. Ihr könnt zu diesem Zweck auch einen Wachskamm mitnehmen. Dazu aber mehr im nächsten Punkt.

5. Der Wachskamm

Ein Wachskamm erfüllt zwei Funktionen, da er in der Regel eine gezackte Seite und eine gerade Seite hat. Mit der gezackten Seite kannst du das Wachs auf deinem Surfbrett aufrauen, damit du mehr Halt bekommst und dir das wachsen sparen kannst. Dafür ist natürlich eine Wachsschicht nötig, die dick genug ist. Du solltest dein Brett also schon ein paarmal gewachst haben, bevor du zum Kamm greifst. Denn wo nichts (oder kaum etwas) ist, kann auch nichts aufgeraut werden. Hierbei empfiehlt es sich das Ganze auch im Schachbrettmuster zu machen. Am besten Oft dient der Wachskamm auch als Ersatz für normales Wachs. Sprich: der Surfer hat vergessen Surfwachs zu kaufen. Wir sind nicht so die Riesenfans von Wachskämmen, um ehrlich zu sein. Hauptgrund ist, dass die aufgerauten Wachsflächen auch sehr schnell wieder platt gedrückt sind.

In Punkt 4 haben wir erwähnt, dass man statt einem Stück Surfwachs auch einen Wachskamm mit ins Wasser nehmen kann. Speziell wenn man mit Boardshorts surfen geht, kann es schon einmal vorkommen, dass sich der Wachskamm schmerzhaft in den Oberschenkel bohrt. Die gezackte Seite bringt also nicht so wahnsinnig viel, kann aber schon mal hilfreich sein.

Die gerade Seite ist da schon praktischer. Sie ist dazu da, das Wachs abzuziehen … also zu entfernen. Dazu mehr im nächsten Punkt.

Alles in allem ist das Praktischste an einem Wachskamm oft, dass noch ein Finnenschlüssel darin steckt, den man ohne den Kamm viel leichter verliert. Ab und zu ist auch noch ein Flaschenöffner dabei, aber echte Surfer kriegen ihr Bier schließlich eh mit allem auf. ;-)

credit: Tyler Nix
credit: Tyler Nix

6. Wachsfläche schützen

Wenn du dein Brett richtig sauber gewachst hast mit Base-und Topcoat, gilt es das auch zu bewahren. Wenn du das schaffst, musst du nur ab und zu mit dem Top-Coat vor einer Session kurz drüberrubbeln und schon geht’s ab ins Wasser.

Ein gut gewachstes Brett hat im Prinzip zwei Feinde: Sonne und Sand.

Zum ersten Feind: Es ist eigentlich ganz logisch, dass direkte Sonneneinstrahlung und Hitze dem Wachs nicht gut tut. Es wird weich und die schönen Knubbel verschwinden. Im schlimmsten Fall zerläuft es komplett und tropft dahin, wo es nicht hingehört: auf Autositze, neue Hoodies, deine Sonnenbrille usw. Lass also nie dein Auto mit den Surfbrettern drin in der direkten Sonne stehen. Und wenn sich das nicht verhindern lässt, stelle wenigstens sicher, dass die Bretter in einem Boardbag oder einer Boardsocke verstaut sind.

Boardbag und Boardsocke sind generell die beste Möglichkeit dein Board zu schützen – auch bzw. vor allem am Strand. Denn am Strand lauert Wachsfeind Nummer 2: der Sand. Bekommt das Wachs auf deinem Board zu viel Sand ab, musst du eigentlich das komplette Surfbrett von dem versandeten Wachs befreien und nochmal neu wachsen. Den erstens hält das Wachs dann nicht mehr so wirklich auf dem Brett und zweitens ist es extrem unangenehm auf so einem Sandboard zu liegen. Das ist dann wie Sandpapier eben und nein, man hat dann nicht so geilen Grip wie auf einem Skateboard. Wie gesagt schützt du dein Board am Strand zwischen den Sessions am besten mit Boardbag/ Boardsocke. Außerdem wichtig: lege das Brett immer mit der Oberseite nach unten hin, damit die Sonne nicht direkt draufknallt. Das wird natürlich schwierig, wenn du weder Boardbag noch Boardsocke zur Hand hast, weil du dein Brett ja theoretisch komplett mit dem Wachs in den Sand legst. Auch hier haben wir einen kleinen Tipp: sucht euch irgendeinen Stein oder sonstige Erhöhung. Wenn weit und breit nichts ist, buddelt euch selber zwei Sandhaufen. Das Ziel ist, das Brett hinten und vorne (wo ja kein Wachs ist) so abzulegen, dass kein Wachs mit dem Sand in Berührung kommt. Glaubt uns, wenn ihr das beherzigt, bleibt eure Wachsschicht in Topform und ihr habt mehr Halt auf dem Brett.

7. Surfwachs entfernen

Jeder Surftrip geht leider mal zu Ende. Um sich das bewusst zu machen und sich wieder auf den harten deutschen Alltag vorzubereiten, hilft es, das Wachs von seinem Brett abzumachen. Das macht im übrigen auch so Sinn, da ein komplett frisch gewachstes Brett einfach ein besser gewachstes Brett ist. Schließlich werden bestimmte Stellen auf dem Surfboard mehr beansprucht als andere. Zum Beispiel, wo man beim Warten sitzt oder beim Surfen steht. Natürlich kann man da immer wieder einfach mit Top-Coat drüberwachsen, aber das wird nie so halten, wie wenn du eine durchgängige saubere Wachsfläche hast. Also runter mit dem alten Surfwachs.

Was du dafür auf jeden Fall brauchst, ist eine schön gerade Abziehklinge. Das kann natürlich der Wachskamm sein, der ja genau zu diesem Zweck hergestellt wurde. Du kannst aber auch einfach ein Lineal, eine Spachtel, ein Messer oder was auch immer benutzen.

Natürlich geht das Wachs leichter ab, wenn es möglichst weich ist. Dazu macht ihr genau das, von was wir euch in Punkt 6 abgeraten haben: ihr haut das Ding in die pralle Sonne. Alternativ könnt ihr das Board auch mit einem Fön anblasen oder mit kochendem Wasser übergießen.

Nachteil: wenn ihr das Wachs nun einfach so abziehen wollt, geht das auch nicht so gut, weil es zu flüssig ist. Werft deshalb eine ordentliche Ladung Sand drauf und ihr werdet sehen, dass Zeug kommt wie von selber runter. Am Schluss wartet dann nochmal etwas Friemel-Arbeit. Vor allem nicht so gut geglaste Surfbretter haben ja die eine oder andere Delle, in denen sich Wachs fängt, das nicht so gut mit einer Klinge abgezogen werden kann. Hierfür empfiehlt sich der Pickle Wax Remover, der irgendwie immer noch so etwas wie ein Geheimtipp zu sein scheint.

Das entfernte Wachs formst du zu einem Ball und sammelst damit die ganzen restlichen Wachsreste ein. Entsorge das alte Surfwachs anschließend verantwortungsvoll. Jetzt kannst du noch mit einem Lösungsmittel oder einem speziellen Wachsentferner wie DeWax arbeiten. Wenn du das Brett allerdings nicht verkaufen willst, ist das unserer Meinung nach nicht unbedingt nötig. Ein ganz dünner Wachsfilm schadet nicht. Im Gegenteil: er ist eine gute Grundlage um das Board dann irgendwann neu zu wachsen.

So, das wars mit unseren Wachs-Tipps. Viel Spaß dabei (und natürlich bei den Surf-Sessions danach)

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