Lange galt im Surfboard-Design ein unausgesprochenes Gesetz: Ein gutes Board ist symmetrisch. Nose, Rails, Tail, Finnen, alles sauber entlang des Stringers gespiegelt. Was links funktioniert, muss rechts genauso funktionieren. So zumindest die klassische Logik.
Asymmetrische Surfboards brechen genau mit dieser Idee. Sie sehen auf den ersten Blick schief, seltsam und fast unfertig aus. Ein Rail ist länger, das andere kürzer. Eine Tail-Seite läuft anders aus als die andere. Die Finnen sitzen versetzt. Und trotzdem, oder gerade deshalb, erleben diese Boards gerade einen neuen Hype.
Der Grund ist simpel: Surfer sind selbst nicht symmetrisch. Frontside und Backside fühlen sich unterschiedlich an. Toe-Side und Heel-Side verlangen andere Bewegungen, andere Hebel und andere Druckpunkte. Asymmetrische Boards versuchen genau darauf eine Antwort zu geben.
Keine neue Erfindung, aber ein neuer Moment
So modern der aktuelle Hype wirkt, die Idee ist alt. Als einer der wichtigsten frühen Namen gilt Carl Ekstrom, der bereits in den 1960er-Jahren asymmetrische Surfboards entwickelte. Ekstrom baute 1965 einen asymmetrischen Shape und erhielt 1967 ein Patent darauf. Sein Ziel war es, ein Board zu entwickeln, das sowohl frontside als auch backside besser funktioniert, statt beide Seiten zwanghaft gleich zu behandeln.
Damit war die Grundidee geboren: Nicht das Board muss perfekt symmetrisch sein, sondern es muss zum Körper, zur Welle und zur bevorzugten Surf-Richtung passen.
Dass asymmetrische Boards heute wieder so viel Aufmerksamkeit bekommen, liegt allerdings nicht nur an Design-Theorie. Es liegt vor allem daran, dass man mittlerweile sieht, wie gut sie funktionieren können. Und hier kommen Namen wie William Aliotti und Ryan Lovelace ins Spiel.


