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Interviews

Im Interview mit Janina Zeitler über Lockdown und Training auf Fuerte

Janina Zeitler hat sich bereits im November auf den Weg nach Fuerteventura gemacht, weil sie hier perfekte Trainingsmöglichkeiten vorfindet.

Wir haben sie zu einem Interview getroffen, um sie zur aktuellen Lage vor Ort zu befragen.

Hallo Janina, wieso bist du nach Fuerte übergesiedelt und was gefällt dir an der trockenen Insel am besten?

Ich kann es nicht wirklich beschreiben, was mich an der Insel fasziniert, aber als ich das erste Mal dort war, habe ich mich sofort zu Hause gefühlt. Das Wasser ist helltürkis und ich mag die Landschaft mit ihren Vulkanen, Kakteen, Dünen und Windrädern. Es gibt tolle Restaurants und Bars, aber auch Flaniermeilen zum Shoppen. Das Sportangebot ist sehr vielfältig, hier ist – neben dem Wassersport – von Skaten, Biken, Gym bis zum Kamelreiten alles drin. Das Klima ist total angenehm und die Temperaturen liegen üblicherweise auch im Winter nicht unter 20 Grad. Mittlerweile bin auch auf der Insel sehr gut vernetzt und habe dort viele Freunde.

Trotz allem stehen für mich natürlich die Wellen und das Surfen ganz klar im Vordergrund. Eigentlich muss man sich zu dieser Jahreszeit schon sehr lange ins Flugzeug setzen, um gute Surfreviere zu finden. Fuerteventura liegt da, mit einer Flugzeit von viereinhalb Stunden quasi um die Ecke. Für mich ist die Insel das europäische Hawaii.

Das letzte Update haben wir von dir aus dem letzten Lockdown bekommen. Was ist seitdem passiert?

Ja, als wir uns das letzte Mal gehört hatten, war ich gerade dabei, fürs Abi zu lernen. Mittlerweile habe ich bestanden. Dann folgte im Juni mein erster Surftrip nach Portugal. Es war schon etwas ganz besonders, nach sechs Monaten endlich wieder am Meer zu surfen.

Im Juli war ich zusammen mit Marlon, Joshi, Simon, Quirin und Christian auf Surfari. Wir waren mit zwei VW-Bussen unterwegs mit Stopps am Eisbach, der Riverwave am Ebensee, der Citywave Luzern und der Citywave Zürich. Es war wirklich cool, mit den Jungs die verschiedenen Wellen zu testen.

Foto: Simon Fritz

Dann folgte im August unser legendärer Roadtrip nach Frankreich mit Rosina und Mario, der coolsten Gang. Wir hatten super Wellen und ich konnte mein Surfen trotz der langen Pause im ersten Halbjahr weiter ausbauen. Eigentlich war der Plan, bis Ende September zu bleiben, aber nachdem die Deutsche Meisterschaft im September stattfand, bin ich Anfang des Monats zurück, um mich wenigstens noch zwei Wochen für den Wettkampf vorzubereiten. Es war schon sehr anstrengend und ich hatte den einen oder anderen Muskelkater, aber es hat auch unheimlich viel Spaß gemacht.

Foto: Miguel Sacramento

Die Welle in Berlin hat sehr viel Power und ist durchaus anspruchsvoll. Umso mehr habe ich mich, trotz der eher knappen Vorbereitungszeit, riesig über den Titelgewinn gefreut.
Wieder zurück in München wartete bis zu meiner Abreise nach Fuerteventura ein sehr straffes Trainingsprogramm. Tägliches Fitnesstraining im Gym und Surftraining am Eisbach, von Mittwoch bis Samstag auch noch zusätzliche Sessions in der Jochen Schweizer Arena.
2020 war für mich schon ein sehr spannendes Jahr mit Höhen und Tiefen. Aber es gab trotz Corona und Lockdown auch so viele schöne und besondere Momente, die ich nicht missen möchte.

Du bist mittlerweile auch Werbebotschafterin für VW. Wie kam es dazu und bist Du jetzt auch stolze Besitzerin einen Bullis?

Das kam für mich ziemlich überraschend und – ehrlich gesagt – kann ich es noch gar nicht wirklich glauben, von VW unterstützt zu werden. Es ist momentan aufgrund der Corona-Pandemie nicht so einfach, Sponsoren zu finden. Es freut mich also sehr, dass das geklappt hat. Momentan fahre ich einen Amarok, aber eigentlich bin ich Werbebotschafterin für den neuen Caddy Beach. Aktuell stelle ich mir gerade meinen eigenen Caddy zusammen und kann es jetzt schon kaum erwarteb, damit im Sommer auf Road-Tour zu gehen.

Rachel Presti / Pic: Damien Poullenot
Rachel Presti / Pic: Damien Poullenot

Du gehörst sicherlich zu den erfolgreichsten Surferinnen in Deutschland und hast mittlerweile auch eine ordentliche Fanbase/Followerschaft. Könntest Du es also tatsächlich als professionelle Surferin schaffen, also wirklich vom Surfen zu leben?

Danke für das Kompliment! Natürlich wäre es schon ein großer Traum von mir, vom Surfen leben zu können. Ich arbeite wirklich sehr hart daran, aber ich bin auch realistisch. Ich habe jetzt nach der Schule Zeit, um mich voll und ganz auf meinen Sport und den Ausbau meiner Social-Media-Präsenz zu konzentrieren und lasse mich einfach überraschen, wo die Reise hingeht.

Surfen und Talent ist das Eine – Fitness und Zielstrebigkeit das Andere. Wie schaut die Surf- und Workout-Balance bei Dir aus?

In den sozialen Netzwerken macht es schon den Eindruck, als wäre das Surferleben ein großer Spaß. Aber natürlich steckt viel Einsatz und hartes Training dahinter. Surfen zu lernen ist schwierig und erfordert viel Ehrgeiz, Durchhaltevermögen und ist ein ständiger Lernprozess. Man überschreitet immer wieder die persönlichen Grenzen. Der Sport bestimmt momentan mein ganzes Leben. Für Party oder ähnliches habe ich nicht wirklich Zeit, weil ich ja auch ständig unterwegs bin. Für mich ist das aber kein Problem, weil meine Freunde und Familie zu 100 Prozent hinter mir stehen und mich unterstützen.

Wirst Du auf Fuerte gecoacht – und wenn ja, von wem?

Bis jetzt hatte ich noch kein Coaching hier auf Fuerte, aber ich denke, ich komme jetzt an einen Punkt, an dem es wirklich an der Zeit wäre. Aktuell bin ich gerade dabei, das zu organisieren.

Wie sieht ein klassischer Tag auf der Insel bei Dir aus?

Ich stehe relativ früh auf und dann gibt es erstmal ein Power Frühstück bestehend aus Porridge, Jogurt und frischen Früchten. Dann Spotcheck und die erste Surfsession, Mittagspause am Pool und am Nachmittag die zweite Surfsession. Anschließend Stretching und Videoanalyse.

Mittlerweile sind die Grenzen wieder mehr oder weniger dicht. Wie fühlt sich die momentane Lage als junge Sportlerin an, die auf Reisen angewiesen ist?

Momentan sind die Trainingsbedingungen schon sehr schwierig. Die Einreisebestimmungen und Quarantänebedingungen machen es einem da nicht leicht. Man kann eigentlich nichts langfristig planen, weil sich alles ständig ändert und man nicht wirklich einschätzen kann, ob und wann Wettkämpfe stattfinden. Dieser Umstand macht es einem auch nicht leicht, Sponsoren zu finden. Aber ich bleibe da einfach positiv und mache das Beste daraus.

Welche Ziele hast Du Dir für 2021 gesetzt?

Ich schaffe es jetzt, Moves die ich beim Rapid Surfen andauernd trainiere, auch im Meer immer besser umzusetzen. Irgendwie hat sich da bei mir ein Schalter umgelegt. Natürlich möchte ich meinen Vorspruch beim Rapid Surfen weiter ausbauen, aber auch am Meer richtig angreifen. Ich werde auf jeden Fall in beiden Disziplinen bei Wettkämpfen anzutreten und mein Bestes zu geben.

Sehen wir Dich demnächst wieder auf dem Bildschirm?

Ich plane gerade meine QS-Teilnahme im März in Caparica, aber ehrlich gesagt, bin ich mir momentan nicht so sicher, ob der Wettkampf aufgrund der aktuellen Coronazahlen in Portugal stattfinden kann.

Welche Sponsoren-Sticker hast Du mittlerweile auf dem Board?

Meine Sponsoren sind: VW Nutzfahrzeuge, Silberpfeil Energydrink, Surfink, Ripcurl, Dakine Shop, Jochen Schweizer Arena, Delight Alliance Surfboards, Kazuma Surfboards, Featherfins, Pure Surfcamps, Swox, Santoloco

Last Words;)

Stay positive : )

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