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Flori Kummer

Rapid Surfing

Once upon a Time – das Comeback der FUS Crew?

Ein Tag, eine Welle, ein unvergesslicher Surftrip: Mit „Once upon a Time“ taucht die legendäre Münchener FUS Crew wieder aus den Tiefen des Riversurfings auf und nimmt uns mit auf eine einzigartige Reise in die Vergangenheit.

Nach dem Eisbach-Clip „Ice Cold Water“ mit Flori Kummers perfektem Kickflip ist dies ein weiterer Edit von FUS-Mitglied Juni Thalmann, der hiermit aufs Neue seine Liebe zum (Fluss-)Surfen zum Ausdruck bringt. Wir haben ihn zum Interview getroffen.

SurfersMag: Gratulation zum schicken Riversurf-Edit. Wir genau kam es zu den Aufnahmen?

Juni Thalmann: Wir wollten damals mit einer Surf-Brand, die auch gute Wetsuits herstellt, eine ganze Riversurf-Serie realisieren. Wir hatten vor, mehrere Filme mit Story und Roadtrip-Charakter zu produzieren. Es sollte darum gehen, verschiedene Wellen in Deutschland und Europa und vielleicht sogar darüber hinaus zu checken und zu surfen und so.

Dann ging es auch direkt los, der Pegel für die erste Welle war perfekt und wir haben drauf los geschossen. Mega-Trip und viel Spaß! Dann war aber irgendwie die Luft raus oder das Wasser, beziehungsweise der Regen weg. Irgendwie ging nichts mehr und keine coole Flusswelle wollte sich die nächsten Monate zeigen. Dann hat sich bei der Brand auch noch personell etwas getan: die Verantwortliche war weg und die neuen Leute hatten weniger Budget oder Interesse an dem Projekt.

Am Ende haben wir wenigstens dann bestätigt bekommen, dass wir mit dem Material machen dürfen was wir wollen – und so habe ich dann ‘nen Edit schneiden können, wie er mir gefällt, ohne dass jemand dazwischen gefunkt hat. (lacht)

Nach der Frisur von Flori zu urteilen, sind die Aufnahmen nicht ganz neu. Wann und wo genau wart ihr damals?

Ja, nicht nur an der Frisur auch am Equipment kann man erahnen, dass der Trip nicht letzte Woche war. Daher auch der Name des Clips: “Once upon a Time“. Der Trip fand 2016 statt, glaube ich. Ja, Anfang 2016 muss das gewesen sein. Dann kam irgendwann Corona und ich hatte jobmässig wenig zu tun und konnte mich endlich um das Material kümmern.

Wo das genau war, möchte ich ehrlich gesagt nicht sagen. Auch wenn die Welle bereits viel gesurft wurde und es auf Youtube viele Videos mit allen möglichen genauen Bezeichnungen von ihr gibt, muss ich das hier nicht nennen. Wir waren dort bereits um 2002 bis 2003 surfen, damals gab’s noch nicht mal ne App. Und gefunden haben wir sie damals auch. Deswegen, wenn sie jemand surfen will, soll er das gerne tun, aber bissl suchen soll er dann auch selber.

Wir hatten bewusst gecheckt, ob es bereits veröffentlichtes Footage gibt, denn so ganz unbekannte Wellen wollten wir nicht in einem Clip offenbaren. Dann bleibt es mit ‘nen paar Wellen weiterhin spannend und die sind dann vielleicht auch etwas leerer, wenn sie laufen…

Das Thema Riversurfing hat mit neuen Flusswellen und Wavepools wesentlich mehr Aufmerksamkeit bekommen. Wieso aber scheint es international noch immer nicht wirklich akzeptiert zu werden?

Ja, da hast du recht. Irgendwie hinkt das weiter hinterher. Ich denke, ein bisschen sind die Möglichkeiten auf gewissen Flusswellen einfach auch limitiert. Klar, am Eisbach kann man so gut wie jeden Trick stehen, den man sonst auch im Meer machen kann.

Aber insgesamt fehlt auf der einen oder andere Welle vielleicht der Platz oder die Power, um für Zuschauer wirklich was Spannendes zu machen. Für einen selbst fühlt sich das dennoch immer mega an. Ich hab auch Spaß an einer kniehohen Flusswelle mit ‘nem Softop. Aber von außen betrachtet sieht das nicht wirklich spannend aus. (lacht) Und wenn ich ehrlich bin: So gerne ich Riversurfen mag, eine Welle im Meer, die schiebt, und die man anpaddeln muss, hat halt schon was.

Bei den Wavepools oder stationären künstlichen Wellen ist das Hauptproblem, dass das Ungewisse, also die Spannung fehlt. Kommt noch ein Set? Wie groß ist es? Und erreicht es in der Zeit noch das Line-up? Das sind Fragen, die einen Heat spannend machen und das fehlt bei den Contests auf künstlichen Wellen ein wenig.

Deswegen müssen, denke ich. interessante Contestsformate her um etwas mehr Spannung reinzubringen. Die Rapid Surf League macht das mit dem Call-Heat-Format ziemlich gut.

 

Du bist mit Flori, Toa, Gerry und einigen anderen Outlaws Teil der FUS Crew. Ihr hattet 2011 beim NIKE CHOSEN Contest mit eurem Sieg die Hochphase erreicht. Danach wurde es recht ruhig. Was ist da los?

Ach ja, es ist vielleicht etwas ruhiger geworden, aber dennoch machen wir eigentlich alle immer noch das, was wir lieben. Gehen surfen, skaten, snowboarden oder wir haben auch sonst eine gute Zeit zusammen. Aber klar, wir werden auch älter, müssen leider alle arbeiten für den Lebensunterhalt und viele von uns haben selber Kids. Deswegen verschiebt sich der Fokus ein wenig. Aber jetzt gehen wir halt mit den Kids surfen oder finden die Zeit zwischendurch, wo wir uns von der Familie losreißen können und dann surfen gehen. Die Slots werden einfach etwas enger, und man muss eben etwas besser planen… (lacht)

Juni mit Töchterchen. Foto: Valerie Schlieper

Wie siehst Du die Entwicklung am Eisbach?

Auch das ist so ‘ne Sache. Ich bin echt krass beeindruckt vom Niveau und was die neue Generation da so abzieht. Es macht Spaß zuzusehen. Und da ich ja so sehr auf Turns und Style stehe, freut es mich auch, dass das beim einen oder anderen wirklich sehr ausgeprägt und schön zu sehen ist.

Insgesamt ist es einfach aber wirklich mega, mega voll und das kann es einem echt etwas vermiesen. Und auch wenn ich denke, dass jeder surfen soll, der Bock drauf hat, bin ich auch weiter der Meinung, dass nicht zu jeder Zeit, jeder am Eisbach surfen muss, der nicht wirklich auf dem Brett stehen kann. Denke, da gibt es gerade in und um München wirklich andere Möglichkeiten, um erst mal die Grundlagen zu erlernen und dann später zum Eisbach zu kommen.

Paul Günther credit: Dieter Verstl

Aber zum Glück findet man immer mal wieder ein kleines Fenster wo es nicht ganz so voll ist oder einfach Glück hat. Es gibt immer wieder mal ne Session, in der wir mit der Crew ein Stündchen fast nur für uns sind – und dann geniessen wir das auch.

Das Niveau der Kids ist mittlerweile wirklich beeindruckend und auch die Industrie steigt langsam ins Rapid Surfing ein. Wird es in einigen Jahren echte Rapid Pro Surfer geben?

Die Rapid Surf League macht echt einen super guten Job. Nicht nur wie Quirin und Co. das aufziehen und durchziehen, auch wie sie es vermarkten und wie sie sich bewusst
neben dem “normalen” Surfen positionieren, macht einfach Sinn. Und wie vorher gesagt, das Contestformat, und wie sie das aufziehen, ist interessant zum Zuschauen.
Auch für Laien oder Leute, die nicht so viel mit Surfen zu tun haben.

Ob es wirkliche Rapid Surf Pros geben wird, die davon leben können, weiß ich nicht. Aber wegen der Sozialen Netzwerken ist ja fast alles möglich. Und vor ein paar Jahren hätten wir ja auch nicht geglaubt, dass auf der „Dreamtour“ mal ein Contest in einem Schwimmbad im Landesinneren weit weg vom Meer stattfinden wird. Also drücken wir die Daumen für die Rapid Surf League und die Flusssurfer.

Rapid Surf League / Matze Ried
Rapid Surf League / Matze Ried

Als Filmproduzent bist du viel unterwegs und immer am Puls der Zeit. Wann kommt das nächste große Riversurf-Filmprojekt, vielleicht aus dem Hause FUS?

Gute Frage, aber ehrlich gesagt bin ich da überfragt oder doch nicht so sehr am Puls der Zeit. (lacht) Wenn aber was kommt, lass ich es dich sofort wissen. Denn du und das SurfersMag sind ja zum Glück immer interessiert an gutem Flussurfen – gerne weiter so!

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