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credit: Austin Neill

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Surf Forecast richtig lesen

Einen Surf Forecast zu lesen, kann eine kleine Wissenschaft für sich sein. Er gibt Aufschluss über viele Faktoren, die maßgeblich die Qualität des Surfs beeinflussen.

Ein Surf Forecast macht vielen Surfern weltweit das Leben deutlich einfacher. Dank der Vorhersagen kann jedermann zumindest grob abschätzen, ob es sich lohnt, zum Sonnenaufgang aufzustehen und den Surf zu checken, oder doch eher Ausschlafen auf dem Programm steht. Die Wellenvorhersage ist zwar nie zu 100 Prozent genau, doch immerhin sind klare Tendenzen erkennbar, ob der Ozean in der nächsten Woche eher ordentlich feuert oder flach wie der Bodensee sein wird.

Wer den Surf Forecast lesen kann, wird häufiger belohnt. Foto: Carlos Manich
Wer den Surf Forecast lesen kann, wird häufiger belohnt. Foto: Carlos Manich

Welche Webseiten bieten einen Surf Forecast?

Es gibt zahlreiche Webseiten und Apps für die Vorhersagen von Wellen. Einige der bekanntesten sind unter anderem Magicseaweed, Surfline, Surf-Forecast und Windguru. Diese Seiten liefern eine Vielzahl an Informationen mit Interpretationsbedarf, die zum Teil auch nur versteckt zu finden sind. Daher ist es auch gar nicht so einfach, einen Surf Forecast richtig zu verstehen. Welche Informationen Surfer aus der Vorhersage herauslesen können und wo sie zu finden sind, fassen wir hier zusammen.

Einer dieser Tage, an denen alle Elemente zusammenkommen. Foto: Jeremy Bishop
Einer dieser Tage, an denen alle Elemente zusammenkommen. Foto: Jeremy Bishop

Wissen über den Surfspot als Grundvoraussetzung

Um einen Surf Forecast richtig verstehen und interpretieren zu können, ist es wichtig, den Spot sowie die Rahmenbedingungen vor Ort zu kennen. Zu den benötigten Informationen zählen unter anderem der beste Gezeitenstand zum Surfen und die geografische Ausrichtung des Spots. Anhand der Lage lässt sich nämlich ableiten, aus welcher Richtung der Swell kommen sollte, damit Wellen im idealen Winkel auf die Küste treffen. Gleichzeitig lässt sich durch diese Information auch bestimmen, aus welcher Himmelsrichtung der Wind blasen muss, um Offshore-Bedingungen vorzufinden. Doch keine Sorge, auch wenn man noch nie zuvor an einem bestimmten Surfspot war, lassen sich die Informationen dank Stormrider Surfguide oder auch dem Spotguide in Magicseaweed einfach herausfinden.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Foto: Marcus Dall
Zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Foto: Marcus Dall

Swellrichtung, Swellgröße und Periode

Welche Faktoren sind für einen Surf Forecast am wichtigsten? Sowohl Swellrichtung und -größe als auch die Periode beeinflussen die Wellenqualität entscheidend. Das bedeutet, dass beim Lesen und Interpretieren der Wellenvorhersage für einen bestimmten Spot diese drei Faktoren eine maßgebliche Rolle spielen.

Häufig ist es auch möglich, dass verschiedene Swells zur gleichen Zeit auf die Küste treffen. Der primäre Swell wird dann wie unten in den Screenshots aufgeführt, weitere (sekundäre) Swells stehen dahinter.

Swellrichtung

Screenshot Surf Forecast Magicseaweed: Swellrichtung
Screenshot Surf Forecast Magicseaweed: Swellrichtung

Die Swellrichtung gibt, wie der Name schon implizert, die Richtung an, aus welcher der Swell auf den Surfspot trifft. Sie muss unbedingt mit der Ausrichtung des Surfspots zusammenpassen, damit Wellen am Spot ankommen. Wenn die Swellrichtung nicht zur geographischen Lage des Spots passt, sind die Wellen sind entweder deutlich kleiner als an umliegenden Spots mit passender Ausrichtung oder es ist sogar komplett flach.

Hinweis: Fahrt mit dem Cursor über den Pfeil, der die Swellrichtung anzeigt, um sogar den genauen Swellwinkel zu erfahren.

Swellgröße

Screenshot Surf Forecast magicseaweed: Swellgröße
Screenshot Surf Forecast Magicseaweed: Swellgröße

Die Swellgröße gibt prinzipiell an, wie stark der Sturm auf dem offenen Meer war (Entstehung des Swells/Wellen). Je stärker der Sturm, desto größer der Swell und die Wellen, die an Land treffen. Die Swellgröße ist allerdings nicht gleich der Wellengröße am jeweiligen Surfspot, denn es hängt natürlich auch von der Swellrichtung, den Sandbänken und der Tide ab, wie groß die Wellen am Surfspot dann wirklich sind.

Periode

Screenshot Surf Forecast magicseaweed: Periode
Screenshot Surf Forecast magicseaweed: Periode

Die Periode von Wellen gibt an, wie viele Sekunden Zeit zwischen zwei Setwellen liegen. Bei einer Periode bis 9 Sekunden spricht man von einem Windswell, der unweit der Küste entsteht. Alles darüber wird als Groundswell bezeichnet. Dieser entstand weit draußen auf dem offenen Ozean und hat eine lange Reise hinter sich, wenn er auf die Küste trifft. Alles unter einer Periode von 7 Sekunden kann ungemütlich werden. Windswell muss aber nicht unbedingt schlecht sein. Bei den richtigen Bedingungen kann auch er richtig gute Wellen liefern. Als Faustregel gilt: Je größer die Periode, desto länger war der Swell unterwegs und desto geordneter, kraftvoller und schneller laufen die Wellen. Eine große Periode wirkt sich außerdem positiv auf die Größe der Wellen aus.

Wellengröße im Surf Forecast

Screenshot Surf Forecast magicseaweed: Wellengröße
Screenshot Surf Forecast Magicseaweed: Wellengröße

Die Wellengröße wird in Meter oder Fuß (1 ft = ca. 30 cm) angeben und von den Surf Forecasts aus den einzelnen Parametern wie Periode, Swellgröße und -richtung errechnet – es ist also nur eine Schätzung und keine genaue Angabe. Wie bereits erwähnt, kann man vor allem bei einer größeren Periode auch von größeren Wellen ausgehen, als die Wellengröße der Vorhersage angibt.

Windstärke und Windrichtung im Surf Forecast

Screenshot Surf Forecast magicseaweed: WindScreenshot Surf Forecast magicseaweed: Wind
Screenshot Surf Forecast Magicseaweed: Wind

Auch der Wind hat maßgeblichen Anteil daran, wie gut die Wellen sich zeigen. Kein Wind oder Offshore-Wind (ablandig) sind die Verhältnisse, die sich jeder Surfer wünscht. Die Zahl zeigt dabei die Windstärke in km/h, während die Pfeile die Windrichtung angeben. Die Farbe bedeutet, ob der Wind eher aus guter (offshore) oder schlechter (onshore) Richtung kommt. Um zu bestimmen, welche Windrichtung für den jeweiligen Spot ideal ist, muss man wissen, wie der Spot ausgerichtet ist.

Bewertung des Surf Forecasts

Screenshot Surf Forecast magicseaweed: Bewertung
Screenshot Surf Forecast Magicseaweed: Bewertung

Viele Wellenvorhersagen liefern außerdem oftmals eine Bewertung der Bedingungen mit. Bei Magicseaweed sind dies Sterne und die beste Bewertung dabei fünf kräftig blaue Sterne, die schlechteste kein einziger Stern. Verblasste Sterne bewerten nur den Swell separiert, also ohne die Windbedingungen. Das bedeutet, dass die verblassten Sterne angeben, wie gut es wäre, wenn die Windbedingungen ebenfalls stimmen würden. Diese Bewertungen sind aber natürlich auch nur maschinell berechnet und müssen dementsprechend nicht immer aussagekräftig sein.

Nachdem du alle Infos zum Grundwissen hast, welche Daten man aus einem Surf Forecast entnehmen kann und wie diese auszuwerten sind, kommt es nun darauf an, wie gut du dir die einzelnen Punkte merken kannst und wie oft du dich mit den Surf Forecasts dieser Welt befasst. Wir wünschen natürlich allzeit gute Wellen!

Credit: Sweet Icecream Photography
Credit: Sweet Icecream Photography
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