Irgendwann kommt für jeden Wetsuit der Moment, an dem auch der beste Neoprenkleber nichts mehr retten kann. Die Knie sind durch, das Material wird dünn, die Nähte haben bessere Zeiten gesehen und beim Duckdive läuft mehr Wasser rein, als einem lieb ist. Fürs Surfen ist der Neo damit vielleicht am Ende. Für alles andere aber noch lange nicht.
Wir haben bei einem Upcycling Workshop im Rahmen der Patagonia Worn Wear Tour ausprobiert, was sich aus alten Wetsuits noch machen lässt. Und waren danach ziemlich angefixt.

Denn aus einem alten Neo lassen sich erstaunlich praktische Dinge bauen. Stubby Holder für die nächste kalte Dose am Strand, Brillenetuis, Finnenbeutel, Laptop Sleeves, Kulturbeutel oder Mäppchen sind nur einige Beispiele. Und das Beste daran: Man braucht weder eine komplette Werkstatt noch besonders viel Erfahrung mit Nadel und Faden.
Eigentlich reichen ein alter Wetsuit, eine Idee und ein bisschen Geduld.
Bevor ihr die Schere ansetzt: Kann der Wetsuit noch gerettet werden?
Das sollte immer die erste Frage sein. Ein kleines Loch, eine offene Naht oder ein kaputter Reißverschluss sind noch lange kein Grund, einen Wetsuit auseinanderzuschneiden.
Patagonia selbst verfolgt mit Worn Wear genau diesen Ansatz: Erst möglichst lange benutzen, dann reparieren und wiederverwenden. Erst wenn diese Möglichkeiten ausgeschöpft sind, kommt Recycling ins Spiel. Auch bei Wetsuits lassen sich beispielsweise kleine Risse und defekte Reißverschlüsse häufig noch reparieren. Bei sehr starkem Verschleiß ist irgendwann allerdings Schluss.
Unser Tipp deshalb: Einen noch funktionierenden Neo nicht für ein Brillenetui opfern.
Wenn er noch dicht genug für eine Session ist, gehört er ins Wasser. Wenn er repariert werden kann, repariert ihn. Wenn er für euch nicht mehr funktioniert, vielleicht aber für jemand anderen, gebt ihn weiter.
Upcycling wird dann interessant, wenn ein Wetsuit wirklich das Ende seines Lebens als Wetsuit erreicht hat.




