Welches Surfboard funktioniert im Wavepool am besten?
Eine Frage, die sich immer mehr Surfer stellen. Denn künstliche Wellen haben sich längst vom reinen Trainingsspot zur eigenständigen Spielwiese entwickelt. Konstante Wellen, identische Bedingungen und unzählige Wiederholungen machen Wavepools zum idealen Ort, um Surfboards objektiv miteinander zu vergleichen.
Für unseren ersten Surfboard Test im Wavepool haben wir deshalb die O₂ SURFTOWN MUC besucht und sechs völlig unterschiedliche Shapes unter die Lupe genommen. Mit dabei waren Boards von Channel Islands, Firewire, Lib Tech, NOA Surfboards, Delight Alliance und TORQ. Vom modernen Twin über vielseitige Allrounder bis hin zum klassischen Everyday Shortboard war alles vertreten.
Dabei wurde schnell klar, dass es das beste Surfboard für den Wavepool nicht gibt. Zu unterschiedlich sind Fahrstil, Können und persönliche Vorlieben. Während einige Tester den „loosen“ Charakter eines Twins bevorzugten, überzeugten andere Boards mit maximaler Kontrolle, einfacher Wellenausbeute oder einem besonders breiten Einsatzbereich. Genau deshalb verzichten wir bewusst auf einen klassischen Testsieger. Stattdessen zeigen wir, welches Surfboard für welchen Surfertyp am besten geeignet ist.
Surfboard-Vergleich
Alle Bewertungen auf einer Skala von 0 bis 10.
| Surfboard | Speed | Drive | Response | Release | Charakter | Geeignet für |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Channel Islands Feb's Fish | 8,0 |
9,0 |
9,0 |
8,0 |
Flowig, schnell, verspielt | Fortgeschrittene, lange Lines, Pointbreaks |
| Delight Alliance Space Case | 9,0 |
5,0 |
6,0 |
10,0 |
Direkt, lebendig, speziell | Aktive Surfer, Midlength-Fans, Finnen-Experimente |
| Firewire Spun Honey | 10,0 |
9,0 |
7,0 |
5,0 |
Extrem schnell, kontrolliert, carve-orientiert | Aufsteiger und Fortgeschrittene, kleine bis mittlere Wellen |
| Lib Tech Lost Puddle Jumper | 9,0 |
9,0 |
7,0 |
7,0 |
Gutmütig, schnell, vielseitig | Kleine Wellen, Reisen, Wavepool |
| Lib Tech Lost Quiver Killer | 8,0 |
9,0 |
7,0 |
7,0 |
Kontrolliert, stabil, vielseitig | One-Board-Quiver, Reisen, kräftigere Wellen |
| NOA Surfboards Omnia | 7,0 |
9,0 |
9,0 |
9,0 |
Ausgewogen, präzise, klassisch | Everyday Shortboard, Wavepool und Ozean |
| TORQ x Channel Islands Pod Mod | 8,0 |
9,0 |
7,0 |
7,0 |
Stabil, robust, berechenbar | Intermediates, Umstieg aufs Shortboard |
Auf dem Smartphone seitlich wischen, um alle Werte zu sehen.
So haben wir getestet
Alle Boards wurden unter identischen Bedingungen in der O₂ SURFTOWN MUC im Advanced Modus von Surfern mit 70-75 kg und einer Größe von 178-182 cm getestet.
Genau das macht einen Wavepool zum perfekten Ort für einen Surfboard Vergleich. Jede Welle ist nahezu gleich, wodurch Unterschiede zwischen den einzelnen Shapes deutlich spürbarer werden als im Ozean.
Unsere Tester surften jedes Board über mehrere Wellen und bewerteten anschließend nicht nur die objektiven Fahreigenschaften, sondern auch den persönlichen Fahreindruck. Uns war dabei wichtig, keinen klassischen Testsieger zu küren. Denn das beste Surfboard gibt es nicht. Vielmehr kommt es darauf an, welches Board am besten zum eigenen Fahrstil, Können und den bevorzugten Bedingungen passt.
Um die Boards möglichst vergleichbar zu machen, haben wir vier zentrale Eigenschaften bewertet.
Speed:
Wie schnell beschleunigt das Board und wie leicht hält es seine Geschwindigkeit?
Ein Board mit hoher Speed Wertung kommt schnell ins Gleiten, erzeugt viel Vortrieb und verliert auch durch Turns oder flachere Sections nur wenig Tempo. Gerade im Wavepool macht sich dieser Unterschied besonders bemerkbar.
Hohe Wertung = schnelles Board mit viel Grundgeschwindigkeit.
Drive:
Wie viel Vortrieb entwickelt das Board aus einem Turn heraus?
Drive beschreibt, wie kraftvoll sich ein Board durch die Kurve beschleunigt. Boards mit viel Drive bauen Druck auf der Rail auf und schießen förmlich aus Bottom Turns oder Carves heraus. Besonders Surfer mit einem kraftvollen Fahrstil profitieren davon.
Hohe Wertung = viel Vortrieb und Grip während des Turns.
Response:
Wie direkt reagiert das Board auf Gewichtsverlagerungen?
Response beschreibt die Agilität eines Surfboards. Reagiert es sofort auf kleine Bewegungen oder benötigt es mehr Körpereinsatz? Ein Board mit hoher Response fühlt sich lebendig an und setzt Richtungswechsel unmittelbar um.
Hohe Wertung = direktes, agiles Fahrgefühl.
Release
Wie leicht löst sich das Tail aus dem Wasser?
Release beschreibt, wie einfach sich das Board aus einer Kurve heraus lösen lässt. Das spielt vor allem bei Snaps, Tail Slides oder modernen Manövern eine Rolle. Boards mit viel Release fühlen sich spielerischer und lockerer an, während Boards mit wenig Release stärker auf Kontrolle und Halt ausgelegt sind.
Hohe Wertung = spielerisches Fahrgefühl mit leicht lösendem Tail.
Warum gibt es keinen Gesamtsieger?
Ein Twin Fin wird sich immer anders fahren als ein Thruster. Ein Midlength verfolgt ein anderes Konzept als ein High Performance Shortboard. Deshalb wäre ein pauschaler Testsieger wenig aussagekräftig.
Unser Ziel war es, die Stärken und den Charakter jedes einzelnen Boards herauszuarbeiten. So könnt ihr selbst entscheiden, welches Surfboard am besten zu eurem Surfstil passt. Denn am Ende zählt nicht die höchste Punktzahl, sondern das Grinsen nach einer gelungenen Welle.
















