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Die Loggertour will Longboarden endlich die Bühne geben, die es verdient

24 Longboarder:innen, handbedruckte Shirts und Bierdeckel-Votings: Die Loggertour zeigt, wie moderner Surfcontest auch aussehen kann

In der Surfcommunity ist Longboarden so etwas wie der unterschätzte Bruder des Shortboardens. Shortboarden glänzt, Shortboarden wird gefördert, Shortboarden ist olympisch. Longboarden dagegen lebt von einer kleinen, sympathischen Gemeinschaft, eine echte Szene aber entsteht erst langsam.

Genau das wollen Paulina Herpel und Marvin Amend mit der neuen Loggertour ändern. Drei Events in München, Klitmøller und auf Sylt sollen diesen Sommer junge Surfer:innen für das Longboarden begeistern, und zeigen, dass der Sport weit mehr ist als nostalgisches Cruisen auf großen Brettern.

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Foto: Kirsten Frank

Longboarden als Gegenentwurf zum Leistungsdruck

Die Idee hinter der Tour: Longboarden nicht nur als Wettkampf verstehen, sondern als Kultur. Deshalb verbindet die Loggertour klassische Elemente wie Noserides und Drop-Knee-Turns mit nachhaltigen Workshops, kreativen DIY-Formaten und entspannten Community-Sessions. Natürlich gehören auch gemeinsame Partys dazu. Statt verbissener Konkurrenz stehen Austausch, Freundschaften und gemeinsame Sessions im Mittelpunkt. Teilnehmer:innen hängen zusammen ab, sprechen über Boards, testen Shapes und gehen gemeinsam surfen.

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Und genau darin unterscheidet sich die Loggertour von vielen klassischen Surfcontests. Die Teilnehmer:innen verzichten auf Kopfhörer und Stoßgebete, bevor es ins Wasser geht. Und während des Wettkampfs gibt es keine Live Scores und erst recht keine überehrgeizigen Helikoptereltern, die sich beim Anfeuern ihrer Kinder im Ton vergreifen.

Dazu die zeitlose Ästhetik klassischer Oldschool-Longboards, die schon beim Anblick Lust machen, selbst aufs Brett zu springen. Denn seien wir ehrlich: Das Longboard mag der unterschätzte Bruder des Shortboards sein, aber vermutlich ist es auch der schönere Bruder.

„Denn seien wir ehrlich: Das Longboard, der unterschätzte Bruder des Shortboards, ist doch eigentlich der hübschere Bruder.“ – Loggertour


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Erfolgreicher Auftakt in München

Das Kick-off-Event in der O2 Surftown MUC zeigte direkt, welches Potenzial in der Idee steckt. 24 eingeladene Longboarder:innen kamen zusammen, um zu beweisen, dass Longboarden definitiv eine größere Bühne verdient. Schon beim ersten Blick wurde klar: Dieses Event tickt anders. Die Boardracks waren voll mit langen, glänzenden Logboards statt mit ultrakurzen Performance-Shapes. Und viele Teilnehmer:innen trugen handbedruckte Shirts, ein starker Kontrast zur sonst oft sterilen Hochglanz-Atmosphäre der O2 Surftown MUC und perfekt passend zum DIY-Charakter der Tour.

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Foto: Kirsten Frank

Weniger Wettkampf, mehr Community

Auch im Wasser herrschte ein anderer Rhythmus. Auch das Surfen ist anders: Die großen Boards werden elegant um Sections gelenkt. Dabei wird das Tail verankert und dann auf dem Board nach vorne gelaufen. Jede Surferin und jeder Surfer hat dabei einen eigenen Style. Nach den mixed Vorrunden qualifizierten sich die besten zwölf Surfer:innen für das Goldfinale, während alle anderen im Silberfinale antraten. Im Goldfinale überzeugte schließlich John Feldmann vor Nina Altenburg und Ben Bockskopf.

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Foto: Kirsten Frank

Das Silberfinale wurde erst am Abend entschieden, und zwar per Publikumsabstimmung. Gemeinsam schaute die Crowd ein Highlight-Reel auf großer Leinwand und stimmte anschließend mit eingeworfenen Bierdeckeln über die Gewinner:innen ab. Das beschreibt den Vibe der Loggertour ganz gut:

„Weniger Konkurrenz und mehr Miteinander. Viel „Do it Yourself“. Vor allem aber ganz viel Herzblut.“ – Marvin Amend 

In der Silberkategorie sorgte besonders Ganga Witt für Begeisterung und wurde von der Crowd lautstark für den ersten Platz gefeiert. Mit Live-Musik der Malokovband in der Skatebowl von Eco Surf Supply fand der Abend schließlich einen perfekten Abschluss.


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Foto: Michelle Dynio

Nächster Stopp: Klitmøller

Nach dem erfolgreichen Auftakt geht die Loggertour bereits weiter. Vom 19. bis 21. Juni macht die Tour Halt in Klitmøller, Dänemark, diesmal als offene Veranstaltung mit Teilnehmer:innen aus der ganzen Welt. Und wenn die Atmosphäre dort genauso besonders wird wie in München, dürfte klar sein:

Longboarden ist vielleicht noch der unterschätzte Bruder des Surfens. Aber nicht mehr lange!

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